Wie sind die Temperaturen auf dem Saturn?

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Die Frage wie sind die temperaturen auf dem saturn lässt sich durch die atmosphärischen Schichten erklären. Bei einem Druck von 1 bar beträgt die Temperatur auf dem Gasplaneten etwa minus 139 Grad Celsius. In höheren Schichten bei 0,1 bar sinkt der Wert auf minus 189 Grad Celsius.
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Wie sind die Temperaturen auf dem Saturn: Minus 139 Grad

Die Frage wie sind die temperaturen auf dem saturn beschäftigt die Weltraumforschung seit Langem. Wer die atmosphärischen Bedingungen dieses Gasriesen verstehen möchte, muss die extremen Kältewerte der verschiedenen Schichten analysieren. Erfahren Sie hier die wissenschaftlichen Messwerte für eine präzise Orientierung.

Wie sind die Temperaturen auf dem Saturn?

Die Temperaturen auf dem Saturn hängen extrem stark vom jeweiligen Luftdruck ab, da der Gasriese keine feste Oberfläche besitzt. Während in den obersten Wolkenschichten eisige Temperaturen von bis zu -189 Grad Celsius herrschen, steigt die Hitze tiefer im Inneren dramatisch an. Ein direkter Blick auf die atmosphärischen Schichten zeigt, wie ungemütlich es dort wirklich ist.

Wer an Planetenoberflächen denkt, stellt sich meist festen Boden wie auf der Erde vor. Beim Saturn - und das überrascht viele Hobby-Astronomen - ist das völlig anders. Da es keine definierte Grenze zwischen Atmosphäre und Kern gibt, nutzen Wissenschaftler den Luftdruck als Orientierungspunkt. Bei einem Druck von 1 bar, was in etwa dem Niveau auf Meereshöhe auf der Erde entspricht, liegt die Temperatur bei -139 Grad Celsius. Wandert man weiter nach oben in die dünnere Atmosphäre, wo der Druck nur noch 0,1 bar beträgt, sinkt der Wert rapide auf frostige -189 Grad Celsius.

Oft wird fälschlicherweise angenommen, dass ein Planet, der so weit von der Sonne entfernt ist, durchgehend ein riesiger Eisklotz sein müsste. Die extremen Kontraste zwischen den äußeren eisigen Schichten und dem extrem heißen Inneren zeigen jedoch ein völlig anderes Bild der physikalischen Realität auf dem Gasriesen.

Die feurige Wahrheit unter den Wolken

Unterhalb der sichtbaren Wolkenberge verwandelt sich der Saturn von einer Eiswelt in einen regelrechten Hexenkessel. Ab einer Tiefe von rund 350 Kilometern unterhalb der obersten Wolkendecke wird der Gefrierpunkt von 0 Grad Celsius überschritten. Von dort an gibt es kein Zurück mehr: Der Druck komprimiert die Gase so stark, dass die Temperaturen im tieferen Inneren auf mehrere tausend Grad Celsius klettern. Im gigantischen Planetenkern erreichen die Temperaturen schätzungsweise extreme 9.726 Grad Celsius.

Diese immense innere Hitze sorgt für ein faszinierendes Phänomen. Saturn strahlt etwa doppelt so viel Energie in den Weltraum ab, wie er von der weit entfernten Sonne erhält. Das bedeutet, dass das Wetter und die Temperaturstrukturen des Planeten fast ausschließlich von seinen eigenen internen Prozessen angetrieben werden. Die Sonne spielt da draußen im fernen Sonnensystem nur eine Nebenrolle.

Möchten Sie mehr über die eisigen Bedingungen im Sonnensystem erfahren? Dann lesen Sie auch unseren Artikel darüber, wie kalt ist es auf dem saturn.

Temperatur und Druck im Vergleich

Um die extremen Bedingungen auf dem Saturn besser zu verstehen, hilft ein Blick auf die verschiedenen atmosphärischen Zonen und deren physikalische Eigenschaften.

Obere Atmosphäre (0,1 bar)

Extrem dünne, eisige Gasschicht am Rand des Weltraums

-189 Grad Celsius

Schwaches Sonnenlicht vorhanden

Referenzschicht (1 bar)

Dichtere Wolkenstrukturen aus Ammoniakkristallen

-139 Grad Celsius

Entspricht dem Luftdruck auf der Erdoberfläche

Mittlere Wolkendecke

Schichten aus Ammoniumhydrosulfid-Wolken

-70 Grad Celsius

Etwa 170 Kilometer unter der Tropopause

Planetenkern (Zentrum) ⭐

Heißer, dichter Kern aus Eisen, Nickel und flüssigem Gestein

Etwa 9.726 Grad Celsius

Millionenfacher Erddruck, der Wasserstoff metallisch werden lässt

Der Vergleich zeigt die gewaltige physikalische Schere des Planeten. Während die äußere Hülle zu den kältesten Orten des Sonnensystems gehört, übertrifft die Hitze im inneren Kern sogar die Temperatur der Sonnenoberfläche bei Weitem.

Das Schicksal einer Raumsonde: Ein fiktiver Tauchgang

Ein Forschungsteam mochte die thermischen Bedingungen des Saturns visualisieren und simulierte den Abstieg einer robotischen Sonde in die dichte Atmosphäre des Gasriesen. Das Ziel war es, die exakten Zerstörungspunkte durch Hitze und Druck zu bestimmen.

Beim Eintritt verlief zunächst alles glatt, doch die Sonde registrierte schnell ein radikales Absinken der Messwerte auf minus 189 Grad Celsius bei 0,1 bar. Die mechanischen Gelenke drohten durch die extreme Kälte sofort einzufrieren.

Das Team realisierte, dass nicht die Kälte das größte Problem war, sondern die rasante Kehrtwende der Physik beim weiteren Sinken. Nur wenige hundert Kilometer tiefer schlug die Kälte in glühende Hitze um, während der Druck exponentiell stieg.

Nach Erreichen der Null-Grad-Zone kollabierte die Simulation plantengemäß, da die enormen Kräfte jedes menschengemachte Material binnen Sekunden zerquetschen und schmelzen würden, was die Unwirtlichkeit dieser Welt eindrucksvoll untermauerte.

Ausnahmen

Warum ist es auf dem Saturn so kalt, obwohl der Kern heiß ist?

Die äußeren Schichten sind so kalt, weil der Saturn fast zehnmal weiter von der Sonne entfernt ist als die Erde und kaum Solarenergie erhält. Die enorme Hitze im Inneren schafft es nicht, die dicken, dichten Gasschichten der äußeren Atmosphäre nennenswert aufzuwärmen.

Gibt es auf dem Saturn Orte mit erdähnlichen Temperaturen?

Ja, beim tieferen Abstieg in die Atmosphäre steigt die Temperatur an. In einer Tiefe von rund 350 Kilometern unter den obersten Wolken erreicht die Temperatur milde 0 Grad Celsius und erwärmt sich weiter, allerdings herrschen dort bereits lebensfeindliche Druckverhältnisse.

Wie kalt ist es auf dem Saturn im Vergleich zur Erde?

Mit einer Durchschnittstemperatur von rund -139 Grad Celsius bei 1 bar Druck ist der Saturn unvorstellbar kälter als die Erde. Selbst die kältesten Orte der Antarktis erreichen selten Werte unter -90 Grad Celsius.

Das wichtigste Ergebnis

Temperatur ist direkt an den Druck gekoppelt

Auf Saturn gibt es keine feste Oberfläche, weshalb Temperaturen immer in Relation zum Druck (wie 0,1 bar oder 1 bar) angegeben werden müssen.

Extreme Kontraste zwischen Innen und Außen

Der Gasplanet vereint eisige atmosphärische Schichten von bis zu -189 Grad Celsius mit einem extrem heißen Kern von fast 10.000 Grad Celsius.

Saturn wärmt sich von innen heraus

Der Planet erzeugt durch innere Kontraktions- und Gravitationsprozesse mehr eigene Hitze, als er von der Sonne aufnimmt.