Wie sieht die dunkle Seite des Mondes aus?

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Die Frage, wie die dunkle Seite des Mondes aussieht, klärt sich durch helle Hochländer mit fast fehlenden Maria. Während die Vorderseite zu 31,2 Prozent aus dunklen Tiefebenen besteht, weist die Rückseite lediglich 1 Prozent auf. Die Kruste ist dort 15 bis 20 Kilometer dicker als auf der sichtbaren Seite. Erste Bilder lieferte Luna 3 im Jahr 1959.
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Wie sieht die dunkle Seite des Mondes aus? 1% vs 31% Maria

Die Frage, wie sieht die dunkle seite des mondes aus, führt oft zu Missverständnissen über Licht und Geografie. Wer die tatsächliche Beschaffenheit dieser fernen Region versteht, vermeidet weitverbreitete astronomische Irrtümer. Es lohnt sich, die strukturellen Besonderheiten zu erkunden, um die Entstehung unseres Trabanten besser zu begreifen und falsche Vorstellungen abzulegen.

Wie sieht die dunkle Seite des Mondes aus?

Die sogenannte dunkle Seite des Mondes - wissenschaftlich korrekt als Mondrückseite bezeichnet - sieht völlig anders aus als das vertraute Gesicht, das wir Nacht für Nacht am Himmel beobachten. Es gibt dort keine ausgedehnten, glatten Ebenen, sondern eine extrem zerklüftete Landschaft, die fast vollständig von unzähligen Einschlagkratern bedeckt ist. Während die uns zugewandte Seite durch die dunklen Maria geprägt ist, wirkt das aussehen der mondrückseite hell, rau und geradezu chaotisch. Die Erklärungen für dieses unterschiedliche Aussehen hängen stark vom jeweiligen geologischen Kontext und der Position im Sonnensystem ab.

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass diese Seite permanent im Schatten liegt. Tatsächlich wird die Rückseite genauso oft von der Sonne beschienen wie die Vorderseite - sie ist für uns lediglich unsichtbar. In meiner Zeit als Hobby-Astronom habe ich oft erlebt, wie Menschen beim ersten Anblick von Satellitenbildern der Rückseite enttäuscht oder verwirrt waren. Wo sind die vertrauten dunklen Flecken des Mannes im Mond? Sie fehlen fast völlig. Stattdessen sieht man eine graue, pockennarbige Wüste. Es ist ein faszinierender, fast schon einschüchternder Anblick, der die rohe Gewalt kosmischer Kollisionen verdeutlicht.

Der Mythos der Dunkelheit: Warum wir sie nie sehen

Der Begriff dunkle Seite rührt nicht von fehlendem Sonnenlicht her, sondern von unserer Unkenntnis. Da der Mond für eine Drehung um die eigene Achse genau so lange braucht wie für einen Umlauf um die Erde, zeigt er uns immer dieselbe Hälfte. Dieses Phänomen nennt man gebundene Rotation. Wenn bei uns Neumond herrscht, liegt die Rückseite des Mondes voll im hellen Sonnenlicht. Es ist also eher eine ferne Seite als eine dunkle Seite.

In der Astronomie schätzt man, dass die Rückseite des Mondes etwa 14 Tage lang am Stück Sonnenlicht erhält, gefolgt von 14 Tagen Nacht.[3] Das ist derselbe Rhythmus wie auf der Vorderseite. Dass wir sie nie sehen, liegt an den Gezeitenkräften der Erde, die die Eigendrehung des Mondes über Jahrmilliarden abgebremst haben. Ich finde es immer wieder erstaunlich: Wir schauen seit Jahrtausenden zum Mond hoch und haben dennoch fast 99 Prozent der Menschheitsgeschichte keine Ahnung gehabt, wie sieht die rückseite des mondes aus. Erst 1959 lieferte die sowjetische Sonde Luna 3 die ersten 29 körnigen Bilder, die die Welt veränderten.

Topografie und Kruste: Eine Seite voller Narben

Der markanteste unterschied vorderseite und rückseite mond ist das fast vollständige Fehlen der Maria. Diese dunklen Tiefebenen bedecken auf der Vorderseite etwa 31,2 Prozent der Fläche, auf der Rückseite sind es hingegen nur etwa 1 Prozent. Das bedeutet, dass die Rückseite fast ausschließlich aus hellen Hochländern besteht. Die Kruste ist dort zudem deutlich dicker - Schätzungen gehen von einer Dicke aus, die etwa 15 bis 20 Kilometer über der der Vorderseite liegt.[2] Diese massive Kruste verhinderte wahrscheinlich, dass Magma nach Asteroideneinschlägen an die Oberfläche drang und die Krater mit Lava auffüllte.

Auf der Rückseite befindet sich auch eine der beeindruckendsten Strukturen des Sonnensystems: das Südpol-Aitken-Becken. Es ist ein gigantischer Einschlagkrater mit einem Durchmesser von rund 2.500 Kilometern und einer Tiefe von bis zu 13 Kilometern. Würde man am Boden dieses Beckens stehen, könnte man den Kraterrand aufgrund der Mondkrümmung gar nicht sehen. Es ist eine Welt der Extreme. Manchmal frage ich mich, ob es bilder der dunklen seite des mondes gibt, die diese Einsamkeit wirklich einfangen können. Das Gefühl der Isolation muss dort absolut sein.

Vorderseite vs. Rückseite: Der direkte Vergleich

Warum sind die beiden Hälften so verschieden? Wissenschaftler vermuten, dass die junge Erde nach ihrer Entstehung so heiß war, dass sie die ihr zugewandte Seite des Mondes aufheizte. Während die Rückseite schnell abkühlte und eine dicke Kruste bildete, blieb die Vorderseite länger geschmolzen oder zumindest dünner. Hier ist eine Übersicht der wichtigsten Unterschiede:

Vergleich: Die zwei Gesichter des Mondes

Die Unterschiede zwischen der erdzugewandten und der erdabgewandten Seite sind so fundamental, dass man fast von zwei verschiedenen Himmelskörpern sprechen könnte.

Vorderseite (Sichtbar)

- Dünner, was den Austritt von Magma in der Frühzeit erleichterte

- Moderater, viele Einschläge wurden durch Lavaströme geglättet

- Geprägt durch große, dunkle Basaltebenen (Maria)

Rückseite (Unsichtbar)

- Deutlich dicker, wirkte wie ein Schutzschild gegen Magmaflüsse

- Extrem hoch; die Oberfläche ist förmlich übersät mit Einschlägen

- Helles, bergiges Hochland; fast keine Maria vorhanden

Die Vorderseite ist das Fenster in die vulkanische Vergangenheit des Mondes, während die Rückseite ein fast unberührtes Archiv der kosmischen Bombardierung darstellt. Die Rückseite zeigt uns, wie der Mond ohne den geologischen Einfluss der Erdnähe heute aussehen würde.

Die Funkstille der Chang'e 4 Mission

Anfang 2019 wagte die chinesische Raumfahrtbehörde mit der Sonde Chang'e 4 die erste Landung auf der Mondrückseite im Von-Karman-Krater. Die größte Hürde war die direkte Funkverbindung, da der Mond selbst alle Signale von der Erde abschirmt.

Das Team musste einen Relaissatelliten namens Queqiao in einem stabilen Orbit hinter dem Mond platzieren. Ohne diese Brücke wäre die Mission innerhalb von Sekunden nach dem Verschwinden hinter dem Mondhorizont verloren gewesen.

Trotz präziser Planung war die Landung riskant, da das Gelände auf der Rückseite viel steiler und kraterreicher ist als in den Landezonen der Apollo-Missionen. Ein falscher Winkel beim Abstieg hätte das Ende bedeutet.

Die Landung glückte und lieferte erstmals hochauflösende Bilder vom Boden der Rückseite. Die Daten zeigten eine Bodenbeschaffenheit, die sich durch etwa 10% mehr Eisenoxide in der Kruste von der Vorderseite unterscheidet.

Abschließende Bewertung

Rückseite ist nicht gleich dunkel

Die Rückseite erlebt regelmäßige Tag-Nacht-Zyklen von jeweils etwa 14 Erdtagen Länge.

Extreme Kraterlandschaft

Mangels Lavaströmen (Maria) ist die Rückseite fast zu 99 Prozent von Einschlagskratern bedeckt.

Geologische Asymmetrie

Die Kruste der Rückseite ist etwa 15 bis 20 Kilometer dicker als die der Vorderseite, was die Optik massiv beeinflusst.

Zusätzliche Fragen

Gibt es auf der dunklen Seite des Mondes Bilder?

Ja, wir haben heute sehr detaillierte Bilder. Die ersten Aufnahmen machte die sowjetische Sonde Luna 3 im Jahr 1959. Moderne Sonden wie der Lunar Reconnaissance Orbiter der NASA haben die gesamte Rückseite in einer Auflösung kartiert, die jeden einzelnen Krater sichtbar macht.

Warum ist die Rückseite des Mondes nicht dunkel?

Sie wird im Laufe eines Monats genauso von der Sonne beschienen wie die Vorderseite. Nur während eines Vollmonds auf der Erde liegt die Rückseite im Schatten. Bei Neumond hingegen ist sie vollständig beleuchtet.

Falls Sie sich fragen, ob wir diese Ansicht jemals von hier aus genießen können: Kann man die dunkle Seite des Mondes sehen?

Warum sieht die Rückseite so anders aus als die Vorderseite?

Der Hauptgrund ist die Krustendicke. Da die Rückseite schneller abkühlte, wurde die Kruste dort viel dicker. Einschläge konnten die Kruste daher seltener durchschlagen, weshalb keine dunkle Lava ausfließen konnte, um die Kraterlandschaft zu ebnen.

Informationsquellen

  • [2] Planetary - Die Kruste ist dort zudem deutlich dicker - Schätzungen gehen von einer Dicke aus, die etwa 15 bis 20 Kilometer über der der Vorderseite liegt.
  • [3] En - In der Astronomie schätzt man, dass die Rückseite des Mondes etwa 14 Tage lang am Stück Sonnenlicht erhält, gefolgt von 14 Tagen Nacht.