Wie sieht der Mond wirklich aus?

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Auf die Frage, wie sieht der Mond wirklich aus, zeigt er sich objektiv betrachtet als aschgrauer bis bräunlicher Himmelskörper voller unzähliger Krater. Er reflektiert lediglich 11 bis 12 Prozent des Sonnenlichts und besitzt eine vier bis fünf Meter dicke Schicht aus scharfkantigem Gesteinsstaub. Die sichtbare Vorderseite besteht zu 31 Prozent aus dunklen Lavaebenen, während die hellere Rückseite eine fast durchgehende Kraterlandschaft bildet.
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Wie sieht der Mond wirklich aus: 31% vs 1% Lavaebenen

Viele Menschen fragen sich, wie sieht der Mond wirklich aus, da sein nächtliches Leuchten am Himmel eine reine optische Täuschung darstellt. Ohne die schützende Erdatmosphäre und den Kontrast zum dunklen Weltraum verschwindet dieser strahlend weiße Eindruck vollständig. Entdecken Sie die wahren Eigenschaften unseres ständigen Begleiters.

Wie sieht der Mond wirklich aus?

Der Mond ist objektiv betrachtet ein eher dunkler, aschgrauer bis bräunlicher Himmelskörper, dessen Oberfläche von feinem Gesteinsstaub und unzähligen Kratern geprägt ist. Er reflektiert nur etwa 12 Prozent des Sonnenlichts, was ihn etwa so dunkel wie frischen Asphalt macht.[1] Seine markanten dunklen Flecken sind keine Meere, sondern erstarrte Lavaströme aus der Frühzeit des Sonnensystems. Aber es gibt eine Sache, die fast jeder über die sogenannte dunkle Seite des Mondes falsch versteht - ich werde das Geheimnis weiter unten im Abschnitt über die Mondrückseite lüften.

Die wahre Farbe: Ein asphaltschwarzer Begleiter?

Wenn wir nachts zum Himmel schauen, erscheint uns der Mond oft strahlend weiß oder hellgelb. Das ist jedoch eine optische Täuschung, die durch den Kontrast zum schwarzen Weltraum und die Filterwirkung unserer Atmosphäre entsteht. In Wahrheit hat der Mond eine sehr geringe Albedo - ein Fachbegriff für das Rückstrahlvermögen - von nur etwa 11 bis 12 Prozent. Zum Vergleich: Die Erde reflektiert etwa 30 bis 37 Prozent des einfallenden Sonnenlichts [3]. Ohne die schützende Atmosphäre der Erde betrachtet, wirkt der Mond eher wie ein schmutziger, dunkelgrauer Felsbrocken mit einem leichten Braunstich.

Seien wir ehrlich, die Vorstellung eines strahlenden Nachtlichts ist viel romantischer als die Realität eines dunklen, staubigen Felsens. Ich war selbst enttäuscht, als ich das erste Mal durch ein hochwertiges Teleskop blickte und feststellte, dass der Mond gar nicht leuchtet, sondern einfach nur angeleuchtet wird. Er ist dunkel. Fast so dunkel wie Kohle. Diese geringe Reflexion sorgt dafür, dass wir auf der Erde nur deshalb so viel Licht empfangen, weil der Mond uns vergleichsweise nah ist und keine Wolken oder Ozeane besitzt, die das Licht streuen könnten.

Die Mondoberfläche: Beschaffenheit aus Staub und Kratern

Die gesamte Oberfläche des Mondes ist von einer Schicht aus lockerem Gesteinsmaterial bedeckt, die Regolith genannt wird. Diese Schicht ist an den meisten Stellen zwischen 4 und 5 Meter dick, kann in den älteren Hochlandregionen aber sogar eine Tiefe von bis zu 15 Metern erreichen.[4] Der Regolith entstand über Milliarden von Jahren durch den ständigen Einschlag von Mikrometeoriten, die das feste Mondgestein förmlich zu einem feinen Puder zermahlen haben. Dieser Staub ist extrem klebrig und scharfkantig, da es auf dem Mond keinen Wind oder Wasser gibt, die die Kanten abschleifen könnten.

Haben Sie schon einmal versucht, extrem feinen Mehlstaub von einer schwarzen Hose abzubürsten? Mondstaub ist schlimmer. Er klammert sich an alles. Astronauten berichteten, dass der Staub sogar einen metallischen Geruch hat, der an verbranntes Schießpulver erinnert. Die Oberfläche ist zudem von Millionen von Kratern übersät, die von winzigen Löchern bis hin zu riesigen Becken mit Durchmessern von über 2.000 Kilometern reichen. Da der Mond keine Atmosphäre besitzt, schlagen selbst kleinste Partikel ungebremst ein und hinterlassen ihre Spuren für die Ewigkeit.

Vorderseite vs. Rückseite: Ein ungleiches Paar

Hier lösen wir das Rätsel auf, das ich anfangs erwähnt habe: Die dunkle Seite des Mondes ist gar nicht immer dunkel. Da der Mond eine gebundene Rotation besitzt, dreht er sich in der gleichen Zeit einmal um sich selbst, in der er die Erde umkreist. Dadurch sehen wir immer dieselbe Seite. Die Rückseite bekommt jedoch genauso viel Sonnenlicht ab wie die Vorderseite - nur eben dann, wenn wir von der Erde aus Neumond haben. Die Bezeichnung dunkle Seite bezieht sich also nur auf unsere Unkenntnis, nicht auf die tatsächlichen Lichtverhältnisse.

Interessanterweise sehen die beiden Seiten völlig unterschiedlich aus. Während die Vorderseite zu etwa 31 Prozent von dunklen Maria bedeckt ist, machen diese Lavaebenen auf der Rückseite nur etwa 1 Prozent der Fläche aus. Die Rückseite ist eine fast durchgehende, hellere Kraterlandschaft. Warum das so ist? Die Kruste auf der Rückseite ist mit etwa 70 bis 100 Kilometern deutlich dicker als auf der Vorderseite, wo sie nur etwa 30 bis 50 Kilometer misst.[6] Das machte es für aufsteigendes Magma viel schwieriger, die Oberfläche zu erreichen und die tiefen Becken auf der Rückseite mit Lava zu füllen.

Möchten Sie mehr über die faszinierende Rückseite erfahren? Dann lesen Sie unseren Artikel: Wie sieht die Rückseite des Mondes aus?

Erscheinungsbild der Mondseiten

Obwohl es derselbe Himmelskörper ist, unterscheiden sich die sichtbare Vorderseite und die verborgene Rückseite drastisch in ihrer Geologie.

Sichtbare Vorderseite (Near Side)

• Relativ dünn (ca. 30-50 km), was Vulkanismus begünstigte.

• Etwa 31 Prozent der Oberfläche sind von dunklen Lavaebenen bedeckt.

• Moderater, da viele alte Krater von Lava überflutet wurden.

Verborgene Rückseite (Far Side)

• Sehr dick (ca. 70-100 km), verhinderte das Austreten von Lava.

• Nur etwa 1 Prozent - fast keine großen dunklen Flecken sichtbar.

• Extrem hoch; eine zerklüftete, helle Hochlandlandschaft.

Der Hauptunterschied liegt im Ausmaß des frühen Vulkanismus. Die dünnere Kruste der Vorderseite erlaubte es Magma, die Oberfläche zu fluten, was das charakteristische Gesicht des Mondes mit seinen dunklen Meeren schuf.

Lukas und das blaue Wunder am Teleskop

Lukas, ein Softwareentwickler aus Berlin, kaufte sich sein erstes Spiegelteleskop, um den Vollmond in voller Pracht zu bewundern. Er erwartete eine strahlend weiße, fast magische Scheibe, wie er sie von Postkarten kannte.

Beim ersten Versuch war er frustriert: Der Mond war so hell, dass er fast nichts erkennen konnte. Er versuchte es mit Filtern, doch das Bild wirkte plötzlich unnatürlich grünlich und verfälscht.

Er lernte, dass man den Mond am besten während der zunehmenden Phase beobachtet, wenn die Schatten an der Licht-Schatten-Grenze (Terminator) die Krater plastisch hervorheben. Er realisierte, dass der Mond eigentlich braungrau ist.

Nach drei Wochen Beobachtung konnte Lukas die Details der Maria und Kraterränder so scharf sehen, dass er die aschgraue Realität schöner fand als den weißen Fleck. Sein Verständnis für die Geologie stieg um 100 Prozent.

Weitere Diskussion

Welche Farbe hat der Mond im Weltraum?

Im Weltall ohne die Filterung durch die Erdatmosphäre erscheint der Mond in verschiedenen Nuancen von Grau und Braun. Er ist deutlich dunkler, als er uns von der Erde aus erscheint, da der atmosphärische Kontrast wegfällt.

Warum sieht der Mond manchmal gelb oder rötlich aus?

Das liegt an der Streuung des Lichts in der Erdatmosphäre. Wenn der Mond tief am Horizont steht, muss das Licht einen längeren Weg durch die Luftschichten zurücklegen, wobei die blauen Anteile gestreut werden und nur das rötlich-gelbe Licht bei uns ankommt.

Gibt es Wasser auf der Mondoberfläche?

Es gibt kein flüssiges Wasser, da der Mond keine Atmosphäre hat und Wasser sofort verdampfen würde. In dauerhaft schattigen Kratern an den Polen wurde jedoch Wassereis nachgewiesen, das dort seit Milliarden von Jahren existiert.

Lernziele

Der Mond ist eigentlich dunkelgrau

Mit einer Albedo von nur 12 Prozent reflektiert er etwa so viel Licht wie Asphalt oder Kohle.

Regolith ist die dominierende Schicht

Die Oberfläche besteht aus bis zu 15 Meter dickem, scharfkantigem Gesteinspulver.

Keine echte dunkle Seite

Die Rückseite wird genauso von der Sonne beleuchtet wie die Vorderseite, ist aber geologisch völlig anders aufgebaut.

Dicke der Kruste variiert

Die Rückseite hat eine Kruste von bis zu 100 km, was dort großflächige Lavaebenen verhinderte.

Kreuzreferenzquellen

  • [1] Wtamu - Er reflektiert nur etwa 12 Prozent des Sonnenlichts, was ihn etwa so dunkel wie frischen Asphalt macht.
  • [3] Astronomy - Zum Vergleich: Die Erde reflektiert etwa 30 bis 37 Prozent des einfallenden Sonnenlichts.
  • [4] Hou - Diese Schicht ist an den meisten Stellen zwischen 4 und 5 Meter dick, kann in den älteren Hochlandregionen aber sogar eine Tiefe von bis zu 15 Metern erreichen.
  • [6] Agupubs - Die Kruste auf der Rückseite ist mit etwa 70 bis 100 Kilometern deutlich dicker als auf der Vorderseite, wo sie nur etwa 30 bis 50 Kilometer misst.