Welches Geräusch ist im Weltraum zu hören?
Kein Geräusch im Weltraum – ein Paradoxon der Leere
Astronauten im All erleben eine einzigartige Geräuschkulisse. Doch die Vorstellung, im Vakuum des Weltraums Klänge zu hören, ist irreführend. Es gibt kein "Geräusch" im klassischen Sinne. Geräusche, die wir wahrnehmen, sind Schwingungen, die sich durch ein Medium (Luft, Wasser) ausbreiten. Im Vakuum des Weltraums fehlt dieses Medium, somit existiert kein Schall.
Was Astronauten also hören, sind keine "Klänge" im herkömmlichen Sinn, sondern im Wesentlichen eine Vielzahl von Signalen, die sie per Funk oder speziellen Sensoren wahrnehmen. Diese Signale werden dann oft mit Hilfe von Sounddesign in hörbare Form gebracht.
Welche Geräusche sind zu hören (und wie sie entstehen)?
Das, was wir als "Weltraumgeräusche" wahrnehmen, besteht aus einer Collage verschiedener Artefakte:
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Raketenstarts: Die ohrenbetäubenden Geräusche der Raketenstarts, die wir auf der Erde hören, sind Schallwellen in der Erdatmosphäre. Im Vakuum des Weltraums sind diese Geräusche nicht hörbar. Was wir als "Geräusche" von Raketenstarts in den "Weltraum-Soundscapes" der NASA hören, sind aufgezeichnete und oft bearbeitete Signale, die Astronauten per Funk oder Sensoren empfangen. Das ist eine Art "Erschaffung" von Geräuschen aus Daten.
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Funkverkehr: Astronauten kommunizieren über Funk. Diese Signale werden ebenfalls als Daten aufgezeichnet und in audiovisuelle Darstellungen für die Öffentlichkeit transformiert. Die für die Kommunikation verwendeten Frequenzen sind hörbar, wenn sie in ein Audioformat konvertiert werden.
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Kosmische Radiowellen: Unser Universum ist erfüllt von elektromagnetischer Strahlung, darunter Radiowellen. Diese Strahlung wird von speziellen Instrumenten an Bord von Raumfahrzeugen und Satelliten gemessen. Auch diese Messdaten werden oft in Hörbares übersetzt und "künstlerisch" dargestellt.
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Mechanische Geräusche der Raumfahrtzeuge: Die Bewegungen und Aktivitäten an Bord von Raumfahrzeugen – wie Triebwerkszündungen, Manipulationen von Teilen oder die Aktivität der Instrumente – erzeugen zwar physikalische Schwingungen, aber diese werden im Vakuum nicht als Schall wahrgenommen. Die entsprechenden Signale werden aufgezeichnet und, wie die anderen Signale, audiovisuell dargestellt.
Die NASA und die Vermittlung des Kosmischen:
Die NASA nutzt Sounddesign und -bearbeitung, um diese Signale in ein audiovisuelles Erlebnis zu verwandeln. Dies dient nicht nur der Wissensvermittlung und Unterhaltung, sondern betont auch die Besonderheit und die Entfernungen im Universum. Es stellt einen Versuch dar, die Unaussprechlichkeit des Kosmos mit sinnlichen Mitteln zu erfassen.
Fazit:
Das, was wir als "Weltraumgeräusche" empfinden, ist eine Interpretation und nicht die direkte, physikalische Wahrnehmung von Schall. Es ist eine kreative und wissenschaftliche Übersetzung von Daten, die einen Eindruck vom Universum vermitteln. Wir hören nicht die Leere, sondern die Signale, die uns über die Leere erzählen.
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