Welche Raketen benutzt die NASA?

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Die NASA verwendet unterschiedliche Trägerraketen für ihre Weltraummissionen. Für das Artemis-Mondprogramm kommt das Space Launch System zum Einsatz. Zudem kooperiert die Behörde mit privaten Unternehmen für kommerzielle Frachtflüge und Astronautentransporte zur Internationalen Raumstation. Die Auswahl der Trägersysteme richtet sich nach den spezifischen Anforderungen der jeweiligen wissenschaftlichen Mission.
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NASA-Raketen: Aktuelle Systeme

Die Erforschung des Weltraums erfordert hochentwickelte Trägersysteme für unterschiedliche Missionen. Ein Blick auf die aktuellen Programme der NASA zeigt die Vielfalt der modernen Raumfahrttechnik. Das Verständnis dieser Technologien verdeutlicht die Kooperationen mit privaten Partnern und gibt Einblicke in kommende Missionen zum Mond.

Das aktuelle Flaggschiff: Das Space Launch System (SLS) für Artemis-Missionen

Die stärkste trägerrakete der nasa ist das Space Launch System (SLS), das im November 2022 mit der unbemannten Artemis-I-Mission seinen erfolgreichen Jungfernflug absolvierte. In ihrer aktuellen Grundkonfiguration (Block 1) liefert die Mega-Rakete beim Start gewaltige 39 Meganewton Schubskraft und übertrifft damit die historische saturn v und space launch system um etwa 15 Prozent. Sie ist das primäre Werkzeug der US-Weltraumbehörde, um Raumfahrzeuge und Menschen direkt zum Mond zu befördern.

In meiner jahrelangen Begleitung von Raumfahrtprojekten habe ich selten ein so kontroverses, aber technisch beeindruckendes System gesehen. Das SLS ist ein echtes Kraftpaket, greift jedoch auf bewährte Space-Shuttle-Technologie zurück - darunter die RS-25-Triebwerke und modifizierte Feststoffbooster. Ein Wehmutstropfen bleibt die fehlende Wiederverwendbarkeit: Jedes Mal, wenn das SLS abhebt, versinken Milliarden Dollar ungenutzt im Ozean. Dennoch ist diese nasa sls rakete artemis im Verbund mit der Orion-Kapsel aktuell die einzige direkt einsatzbereite Option der NASA, um Astronauten in den tiefen Weltraum zu schicken.

Kommerzielle Partner im Dauereinsatz: SpaceX Falcon 9 und Falcon Heavy

Für den alltäglichen Transport zur Internationalen Raumstation (ISS) und für wissenschaftliche Sonden verlässt sich die NASA fast vollständig auf private Dienstleister. Die aktuelle nasa raketen im einsatz sind hierbei die Falcon 9 und die Falcon Heavy von SpaceX. Während die Falcon 9 regelmäßig Astronauten im Crew-Dragon-System zur ISS befördert, übernimmt die dreikernige Falcon Heavy anspruchsvolle Schwerlasten. So startete erst kürzlich das Nancy-Grace-Roman-Weltraumteleskop an Bord einer Falcon Heavy, um den tiefen Kosmos zu erforschen.

Normale Standardflüge in den niedrigen Erdorbit klingen heutzutage fast schon routiniert. Doch der Teufel steckt im Detail. Letztes Jahr erlebte ich bei einer Live-Übertragung eines NASA-Forschungsstarts mit, wie eine unvorhergesehene Kleinigkeit beim Wetter den Zeitplan komplett über den Haufen warf. Trotzdem ist die Verlässlichkeit der Falcon-Flotte atemberaubend. Mit einer Erfolgsquote von über 99 Prozent bei Hunderten Starts haben diese Raketen die Startkosten drastisch gesenkt und machen die moderne Weltraumforschung überhaupt erst bezahlbar.

Der Blick in die Geschichtsbücher: Die legendäre Saturn V

Wer über NASA-Raketen spricht, kommt an der Saturn V nicht vorbei. Sie war das Herzstück des Apollo-Programms in den 1960er- und 1970er-Jahren und ist die stärkste je erfolgreich eingesetzte Trägerrakete der Geschichte. Bei einer imposanten Höhe von 111 Metern brachte sie ein Startgewicht von fast 3.000 Tonnen auf die Waage. Keine andere welche rakete fliegt zum mond hat bis heute echte Menschen über den niedrigen Erdorbit hinaus transportiert.

Manche Historiker behaupten, moderne Systeme seien in jeder Hinsicht überlegen. Das stimmt so nicht ganz. Bei der Nutzlastkapazität zum Mond hält die Saturn V mit rund 43,5 bis 48,6 Tonnen noch immer den Rekord und deklassiert die aktuelle Block-1-Version des SLS, die etwa 27 Tonnen schafft. Die Ingenieure der Apollo-Ära haben mit Rechenschiebern und analoger Technik ein Meisterwerk geschaffen, dessen rohe Transportleistung uns heute noch ehrfürchtig staunen lässt.

Zukunftsvision und Testphase: Blue Origin New Glenn und SpaceX Starship

Die nächste Generation von Riesenraketen steht bereits in den Startlöchern und wird im Auftrag der NASA eine zentrale Rolle spielen. Allen voran das gigantische Starship-System von SpaceX, das mit seiner orbitalen Testphase und Satellitentransporten die Grenzen des Machbaren verschiebt. Mit einer potenziellen Nutzlast von über 150 Tonnen in den Erdorbit und einer geplanten Version als Mondlandefähre (HLS) ist das Starship der Schlüssel für zukünftige Artemis-Mondlandungen.

Parallel dazu entwickelt Blue Origin die New Glenn, eine schwere Trägerrakete mit 98 Metern Höhe, deren erste Stufe für mindestens 25 Flüge wiederverwendbar sein soll. Nach einigen Rückschlägen und Pad-Beschädigungen bei Triebwerkstests blickt die Fachwelt gespannt darauf, wann das System dauerhaft einsatzbereit ist. Diese privaten Megasysteme zeigen deutlich: Die NASA kauft heute lieber Transportkapazitäten ein, statt jede Rakete mühsam selbst zu entwickeln.

Vergleich der wichtigsten Trägersysteme im NASA-Kontext

Die Leistungsdaten von Raketen hängen stark davon ab, ob sie Fracht in die Erdumlaufbahn (LEO) oder auf den direkten Weg zum Mond (TLI) befördern müssen. Hier zeigt sich der Unterschied zwischen historischer Leistung, heutiger Praxis und Zukunftskonzepten.

Saturn V (Historisches Denkmal)

  • Vollständig im Meer entsorgt (100% Einweg-System)
  • Rekordwert von bis zu 48.600 kg bei den späten Apollo-Missionen
  • ca. 140.000 kg Transportkapazität inklusive der betankten Drittstufe
  • Seit 1973 im Ruhestand nach insgesamt 13 fehlerfreien Flügen

⭐ Space Launch System / SLS (Aktuelles NASA-Flaggschiff)

  • Komplett verbrauchbare Stufen trotz recycelter Shuttle-Triebwerke
  • ca. 27.000 kg (reicht für die Orion-Kapsel mit Astronauten)
  • ca. 95.000 kg in der gegenwärtig genutzten Block-1-Konfiguration
  • Aktiv im Einsatz; bildet das Fundament des Artemis-Programms

SpaceX Starship (Zukunftssystem im NASA-Auftrag)

  • Zu 100% vollständig wiederverwendbar (Oberstufe und Booster)
  • Erfordert orbitales Nachtanken; finale Mond-Nutzlast noch in Erprobung
  • 150.000+ kg im voll wiederverwendbaren Modus
  • In der operativen Testphase; erste orbitale Satellitenstarts absolviert
Das Space Launch System ist aktuell unverzichtbar, um Astronauten sicher in die Mondumlaufbahn zu bringen. Langfristig hängen die ehrgeizigen Artemis-Landungen jedoch von der erfolgreichen Etablierung des Starships ab, da das SLS nicht genug Nutzlast für eine eigene schwere Landefähre besitzt und auf die privaten Systeme als Fähren angewiesen ist.

Der Meilenstein von Artemis I: Roberts schlaflose Nacht im Kontrollzentrum

Robert, ein 42-jähriger Systemingenieur in Houston, verbrachte die Jahre vor 2022 mit endlosen Simulationen für das neue SLS-Triebwerkssystem. Das Team stand unter enormem Druck, da das Projekt jahrelange Verzögerungen und massive Budgetüberschreitungen angehäuft hatte.

Beim ersten echten Startversuch im Spätsommer machte ein hartnäckiges Wasserstoffleck in der kryogenen Hauptstufe alle Pläne zunichte. Zwei Wochen frustrierender Fehlersuche folgten, bei denen Robert und seine Kollegen kaum schliefen und Dichtungen unter Hochdruck austauschten.

Der Durchbruch gelang mitten in der Nacht: Anstatt die Verbindung starr festzuziehen, passten sie die Kühlprozedur beim Betanken an, um dem Material mehr Zeit zur thermischen Schrumpfung zu geben. Am 16. November 2022 hob die Rakete schließlich fehlerfrei ab.

Das SLS lieferte die geplanten 39 Meganewton Schub, schickte die Orion-Kapsel auf eine 25,5 Tage lange Reise um den Mond und bewies, dass die alte Shuttle-Technik im neuen Gewand absolut zuverlässig funktioniert.

Die wichtigsten Dinge

Das SLS sichert den bemannten Zugang zum tiefen Raum

Mit 39 Meganewton Startschub ist das Space Launch System das Rückgrat der NASA, um die Orion-Kapsel samt Crew auf den Weg zum Mond zu bringen.

Kommerzielle Verträge ersetzen Eigenentwicklungen im Erdorbit

Für ISS-Versorgungen und Satellitenstarts setzt die NASA fast vollständig auf verlässliche, private Systeme wie die Falcon 9 von SpaceX.

Die Saturn V bleibt historisch ungeschlagen bei der Mond-Nutzlast

Obwohl das moderne SLS beim Start mehr Schub entwickelt, konnte die legendäre Saturn V fast die doppelte Masse an Nutzlast Richtung Mond schicken.

Weiterführende Lektüre

Warum fliegt die NASA nicht einfach mit SpaceX-Raketen zum Mond?

Die Falcon-Heavy-Rakete besitzt nicht die nötige Energie, um die schwere bemannte Orion-Kapsel direkt in den Mondorbit zu befördern. Das SpaceX Starship hingegen befindet sich noch in der Testphase für Langstreckenflüge. Solange diese privaten Systeme nicht vollständig für menschliche Crews im tiefen Weltraum zertifiziert sind, bleibt das NASA-eigene SLS die einzige einsatzbereite Option.

Wie viel kostet ein einzelner Start der aktuellen SLS-Rakete?

Ein einzelner Start des Space Launch System schlägt Schätzungen zufolge mit etwa 2,2 bis 4,1 Milliarden US-Dollar zu Buche. Dieser extrem hohe Preis resultiert vor allem daraus, dass alle Stufen der Rakete nach nur einem Flug im Ozean versinken und für jede Mission komplett neu gebaut werden müssen.

Möchten Sie mehr erfahren? Lesen Sie hier, Wie heißen die Raketen der NASA?.

Welche Rakete bringt die Astronauten zur Raumstation ISS?

Für den Transport von Besatzungsmitgliedern zur ISS nutzt die NASA die Falcon-9-Rakete des privaten Partners SpaceX im Rahmen des Commercial Crew Programs. Diese Rakete ist durch ihre wiederverwendbare erste Stufe extrem kosteneffizient und fliegt mehrmals pro Monat.