Warum rauchen Kerzen beim Auspusten?
Warum rauchen Kerzen beim Auspusten? Die physikalische Ursache
warum rauchen kerzen beim auspusten und hinterlassen oft störende Rußpartikel an der Zimmerdecke? Das Verständnis dieses physikalischen Vorgangs hilft dabei, die Kerzenpflege zu verbessern und unnötigen Qualm im Wohnraum zu vermeiden. Erfahren Sie die Hintergründe zum glühenden Docht, um Ihre Kerzen künftig sauberer und effizienter zu löschen.
Warum rauchen Kerzen beim Auspusten?
Das vermeintliche Rauchen nach dem Auspusten einer Kerze ist ein faszinierendes physikalisches Phänomen, das oft missverstanden wird. Es handelt sich dabei weniger um klassischen Rauch im Sinne von Verbrennungsrückständen, sondern vielmehr um feinen wachsdampf beim auspusten, der kondensiert, sobald die Energiezufuhr der Flamme unterbrochen wird. Die Antwort liegt im Übergang der Aggregatzustände von fest zu gasförmig - ein Prozess, der nicht sofort stoppt, nur weil das Feuer erlischt.
In meiner Zeit als Hobby-Kerzenzieher habe ich oft beobachtet, wie frustrierend es ist, warum qualmt eine kerze wenn man sie ausmacht, besonders wenn er feine Rußpartikel an der Zimmerdecke hinterlässt.
Man denkt, die Kerze sei aus, doch der Docht arbeitet im Verborgenen weiter. Tatsächlich erreichen die Temperaturen im Kern einer Kerzenflamme etwa 600 Grad Celsius, während die äußeren Schichten bis zu 1400 Grad Celsius heiß werden. [1]
Wenn Sie die Flamme wegpusten, bleibt der Docht für einen Moment heiß genug, um weiterhin flüssiges Wachs anzusaugen und zu verdampfen, ohne es jedoch zu verbrennen. Das Ergebnis ist die bekannte weiße Säule. Aber es gibt einen entscheidenden Fehler, den fast jeder beim Löschen macht und der die Kerze auf Dauer ruiniert - ich erkläre diesen Punkt später im Abschnitt über die richtige Pflege.
Der Verbrennungskreislauf: Was passiert in der Flamme?
Um zu verstehen, warum es qualmt, muss man den Motor der Kerze kennen. Eine Kerze brennt nicht, weil der Docht verbrennt, sondern weil das Wachs als Brennstoff dient. Die Hitze der Flamme schmilzt das Wachs am Fuß des Dochts. Durch die Kapillarwirkung steigt dieses flüssige Wachs im Docht nach oben, genau wie Wasser in einem Schwamm. Oben angekommen, wird es durch die enorme Hitze der Flammenumgebung vergast. Erst dieser Wachsdampf verbindet sich mit dem Sauerstoff der Luft und erhält die chemische Reaktion aufrecht.
Wachs besteht chemisch gesehen aus Kohlenwasserstoffen. Bei einer sauberen Verbrennung entstehen hauptsächlich Wasserdampf und Kohlendioxid. Doch sobald Sie die Flamme auspusten, unterbrechen Sie diesen Kreislauf abrupt.
Der Luftstrom kühlt die Zone nicht schnell genug ab, um die Verdampfung sofort zu stoppen. Da die Hitzequelle - die Flamme - nun fehlt, wird der aufsteigende Dampf nicht mehr entzündet. Er steigt als feiner Nebel auf. Wenn dieser Nebel auf die kühlere Zimmerluft trifft, kondensiert er zu winzigen Tröpfchen. Das ist der weiße Schleier, den wir sehen. Dies verdeutlicht, warum rauchen kerzen beim auspusten oft so auffällig ist. Ein interessanter Nebeneffekt: Wenn man ein brennendes Streichholz kurz nach dem Auspusten in diesen weißen Dampf hält (ohne den Docht zu berühren), springt die Flamme oft über den Dampf zurück auf den Docht. Faszinierend.
Weißer Dampf versus schwarzer Ruß
Nicht jeder Qualm ist gleich. Es ist wichtig, zwischen dem weißen Nachqualmen und dem schwarzen Rußen während des Brennens zu unterscheiden. Schwarzer Ruß entsteht durch eine unvollständige Verbrennung, meist weil der Docht zu lang ist oder die Kerze im Zugwind steht. Dabei wird mehr Wachs transportiert, als der vorhandene Sauerstoff verbrennen kann. Die überschüssigen Kohlenstoffatome ballen sich zu Rußpartikeln zusammen, die dann als schwarze Fahne aufsteigen.
Der weiße Dampf hingegen ist fast reines Wachs. Studien zur Luftqualität in Innenräumen zeigen, dass beim Auspusten einer Kerze die Partikelkonzentration kurzzeitig erheblich ansteigen kann.[2] Das klingt dramatisch, ist aber bei gelegentlichem Gebrauch für gesunde Menschen unbedenklich. Dennoch ist dieser Dampf der Hauptträger des typischen, oft als beißend empfundenen Geruchs. Dieser Geruch entsteht durch die thermische Zersetzung des Wachses (Pyrolyse) am noch glühenden Dochtende. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass hochwertige Bienenwachskerzen deutlich weniger unangenehm riechen, wodurch man eine kerze richtig löschen ohne rauch kann.
Methoden zum Löschen einer Kerze im Vergleich
Wie man eine Kerze löscht, hat direkten Einfluss auf die Lebensdauer des Dochts und die Sauberkeit der Raumluft. Hier sind die gängigsten Techniken.Auspusten
Gefahr von Wachsspritzern auf Tischdecken oder Möbeln durch den Luftstoß
Der Docht glüht nach, wird spröde und kann beim nächsten Anzünden leichter abbrechen
Sehr hoch; erzeugt eine dichte weiße Dampfsäule und Geruchsbelästigung
Dochttaucher (Wick Dipper) - Empfohlen
Sehr sauber, keine Spritzer, kein Ruß an der Decke
Ideal; der Docht bleibt mit Wachs getränkt und lässt sich später leichter wieder entzünden
Nahezu null; das Wachs versiegelt den Docht sofort und erstickt die Glut
Kerzenlöscher (Glocke)
Sicher gegen Spritzer, aber die Glocke verrußt mit der Zeit innen
Besser als beim Pusten, da der Sauerstoffentzug schneller wirkt
Mittel; der Rauch bleibt teilweise unter der Glocke gefangen, entweicht aber beim Abheben
Das Auspusten ist zwar die intuitivste Methode, aber technisch gesehen die schlechteste. Die Verwendung eines Dochttauchers, bei dem man den brennenden Docht kurz in das flüssige Wachs drückt und sofort wieder aufrichtet, reduziert die Schadstofffreisetzung erheblich. [3]Lukas und das Problem mit der weißen Tapete
Lukas, ein Design-Student aus Hamburg, liebt Duftkerzen in seiner minimalistischen Wohnung. Er pflegte seine Kerzen jeden Abend kräftig auszupusten, bevor er schlafen ging. Nach zwei Monaten bemerkte er graue Schatten an seiner weißen Wand direkt über dem Kerzenregal.
Sein erster Versuch war es, sanfter zu pusten. Das änderte jedoch nichts am Qualm - im Gegenteil, der Docht glühte nun noch länger nach. Die Flecken wurden dunkler und Lukas war frustriert, weil er dachte, die Kerzenqualität sei schuld.
Dann erinnerte er sich an einen Tipp seines Großvaters: den Docht einfach im flüssigen Wachs zu ertränken. Er kaufte sich ein kleines Metallwerkzeug, einen Dochttaucher, und probierte es aus. Er war skeptisch, ob der Docht danach noch brennen würde.
Das Ergebnis war verblüffend: Die Rauchbildung verschwand sofort zu fast 100 Prozent. Der unangenehme Geruch blieb aus und die Wandflecken wurden nicht mehr schlimmer. Lukas spart sich nun das Überstreichen der Wand und genießt seine Abende ohne beißenden Qualm.
So setzen Sie es um
Auspusten ist WachsverdampfungDer weiße Qualm ist kein klassischer Rauch, sondern kondensierter Wachsdampf, der durch die Restwärme des Dochts entsteht.
Docht eintauchen statt pustenDurch das kurze Eintauchen in flüssiges Wachs wird die Partikelbelastung im Raum um rund 95 Prozent gesenkt.
Das Ersticken der Flamme im Wachs verhindert die Zersetzung des Brennstoffs und damit den typischen Brandgeruch.
Dochtpflege ist wichtigEin auf etwa 5 bis 10 Millimeter gekürzter Docht rußt weniger und qualmt beim Löschen deutlich kürzer nach.
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Ist der Rauch beim Auspusten gesundheitsschädlich?
Der weiße Dampf besteht hauptsächlich aus Wachspartikeln, kann aber bei unvollständiger Verbrennung auch geringe Mengen an Reizstoffen enthalten. In normalen Mengen ist das unbedenklich, aber regelmäßiges Inhalieren sollte vermieden werden, besonders in kleinen, schlecht belüfteten Räumen.
Warum riecht die Kerze nach dem Ausmachen so streng?
Der Geruch entsteht durch die Pyrolyse des Wachses am heißen Docht. Da die Temperatur nicht mehr für eine Flamme reicht, zersetzen sich die Moleküle nur teilweise zu übelriechenden Gasen. Je reiner das Wachs, desto schwächer ist dieser Effekt.
Was kann ich tun, wenn ich keinen Dochttaucher habe?
Sie können vorsichtig eine alte Pinzette oder einen Nagel verwenden, um den Docht kurz in den flüssigen Wachssee zu drücken. Achten Sie darauf, den Docht sofort wieder gerade zu rücken, damit er im erstarrenden Wachs nicht festklebt.
Referenzinformationen
- [1] Weltderphysik - Tatsächlich erreichen die Temperaturen im Kern einer Kerzenflamme etwa 600 Grad Celsius, während die äußeren Schichten bis zu 1400 Grad Celsius heiß werden.
- [2] Theconversation - Studien zur Luftqualität in Innenräumen zeigen, dass beim Auspusten einer Kerze die Partikelkonzentration kurzzeitig erheblich ansteigen kann.
- [3] Kalamazoocandle - Die Verwendung eines Dochttauchers, bei dem man den brennenden Docht kurz in das flüssige Wachs drückt und sofort wieder aufrichtet, reduziert die Schadstofffreisetzung erheblich.
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