Wann fängt es an, dunkler zu werden?
Die zunehmende Dunkelheit: Ein Phänomen aus astronomischer Sicht
Die Frage, wann es anfängt, dunkler zu werden, ist keine Frage mit einer einfachen, pauschalen Antwort. Sie hängt von mehreren Faktoren ab: dem geografischen Breitengrad, dem Datum und der Definition von "dunkel". Während man im Hochsommer in Norddeutschland erst spät abends eine merkliche Dämmerung verspürt, beginnt die Dämmerung im November bereits deutlich früher. Die subjektive Wahrnehmung von Dunkelheit ist zudem individuell unterschiedlich.
Der beschriebene Zeitraum Mitte November bis Ende Januar, in dem die Nächte besonders lang sind, trifft zwar auf mitteleuropäische Breitengrade zu, verallgemeinert aber die Situation zu stark. Die Aussage, die Nacht beginne um 19:00 Uhr und ende um 06:00 Uhr, ist eine Vereinfachung und hängt stark von der Definition der „Nacht“ ab. Astronomisch beginnt die Nacht mit dem Sonnenuntergang und endet mit dem Sonnenaufgang. Die zivilen Dämmerungszeiten, also die Zeitspanne, in der die Sonne unter dem Horizont steht, aber noch genügend Licht für Aktivitäten im Freien liefert, verschieben sich jedoch täglich.
Betrachtet man die astronomischen Gegebenheiten, so beginnt die zunehmende Dunkelheit bereits im September, wenn die Tage merklich kürzer werden. Dieser Prozess beschleunigt sich im Oktober und wird im November besonders deutlich. Der Höhepunkt der Dunkelheit, die Wintersonnenwende, fällt zwar auf den 21. oder 22. Dezember, doch der subjektive Eindruck einer längeren und dunkleren Nacht setzt bereits deutlich früher ein. Die tatsächliche Dauer der Dunkelheit in der Nacht variiert dabei je nach geographischer Lage. Je weiter nördlich man sich befindet, desto länger sind die Nächte im Winter.
Um die Frage präziser zu beantworten, benötigt man daher konkretere Angaben: Welchen Breitengrad betrachten wir? Welche Definition von "Dunkelheit" wird verwendet (z.B. astronomische Nacht, bürgerliche Dämmerung, nautische Dämmerung)? Erst dann kann man eine aussagekräftigere Antwort auf die Frage geben, wann es anfängt, dunkler zu werden.
Statt von festen Uhrzeiten sollte man eher von Trends sprechen: Die Dämmerungszeiten verschieben sich stetig, und der Übergang von Helligkeit zu Dunkelheit ist ein gradueller Prozess. Mit Hilfe von Online-Rechnern für Sonnenauf- und -untergangszeiten lassen sich für jeden beliebigen Ort und Zeitpunkt die exakten Zeiten ermitteln und somit die subjektive Wahrnehmung der zunehmenden Dunkelheit präzisieren.
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