In welchem Land ist es den ganzen Tag dunkel?
in welchem land ist es den ganzen tag dunkel? Orte und Dauer
Die Frage in welchem land ist es den ganzen tag dunkel betrifft verschiedene Regionen nördlich des Polarkreises. Dieses Naturphänomen beeinflusst den menschlichen Biorhythmus und erfordert eine gezielte Anpassung des Alltags an die dauerhafte Finsternis. Erfahren Sie mehr über die betroffenen Gebiete und den Umgang der Menschen mit dem fehlenden Sonnenlicht.
Wo auf der Welt bleibt es den ganzen Tag dunkel?
Es gibt kein Land, in dem es auf dem gesamten Staatsgebiet das ganze Jahr über dunkel ist. Das Phänomen der 24-stündigen Dunkelheit, bekannt als Polarnacht, tritt jedoch in allen Ländern nördlich des Polarkreises und südlich des antarktischen Wendekreises während der jeweiligen Wintermonate auf. In Regionen wie Nordnorwegen, Schwedisch-Lappland oder auf der Inselgruppe Svalbard geht die Sonne für Wochen oder sogar Monate nicht über den Horizont.
Dieses Naturereignis hat faszinierende Auswirkungen auf Mensch und Tier. In Schweden wurde beobachtet, dass Rentiere im Sommer ihren 24-Stunden-Rhythmus fast vollständig verlieren, da die Mitternachtssonne die Zeitwahrnehmung ausschaltet. Ähnlich geht es Touristen, die oft zeitblind werden, wenn die Sonne in Lappland bis zu 56 Tage am Stück sichtbar bleibt - oder im Winter ebenso lange verschwindet. Aber Achtung: Ganzztägig dunkel bedeutet oft nicht totale Finsternis, sondern eher ein stundenlanges, magisches Dämmerlicht.
Die Länder der ewigen Nacht: Hier herrscht die Polarnacht
Die Polarnacht ist kein statischer Zustand, sondern variiert je nach Breitengrad. Je weiter man sich Richtung Nordpol bewegt, desto länger dauert die Dunkelheit an. Während es direkt am Polarkreis nur am Tag der Wintersonnenwende (21. Dezember) offiziell 24 Stunden dunkel bleibt, erstreckt sich dieser Zeitraum in arktischen Siedlungen über viele Wochen.
In Norwegen ist die Polarnacht besonders gut erlebbar. In der Stadt Tromsø zeigt sich die Sonne zwischen Ende November und Mitte Januar nicht. Noch extremer ist es auf Svalbard, wo die Sonne für etwa 84 Tage unter dem Horizont bleibt.[3] Ich erinnere mich an meinen ersten Besuch dort im Dezember - die psychologische Umstellung war härter als gedacht. Man verliert völlig das Gefühl dafür, ob es 10 Uhr morgens oder 22 Uhr abends ist. Ohne einen strengen Wecker und künstliches Tageslicht verfällt der Körper in einen seltsamen Standby-Modus.
Liste der betroffenen Regionen im Norden
Diese Länder und Gebiete erleben im Winter Phasen, in denen es den ganzen Tag dunkel bleibt: Norwegen: Besonders die Regionen Finnmark, Troms und die Inselgruppe Svalbard. Schweden: Kiruna und das schwedische Lappland nördlich des Polarkreises. Finnland: Die Region Lappland rund um Inari und Utsjoki. Russland: Großstädte wie Murmansk oder Norilsk. USA (Alaska): Die nördlichste Stadt Utqiagvik (früher Barrow). Grönland: Fast das gesamte Staatsgebiet nördlich von Sisimiut. Kanada: Territorien wie Nunavut und die Northwest Territories.
Warum wird es überhaupt monatelang nicht hell?
Der Grund für dieses Phänomen liegt in der Neigung der Erdachse von etwa 23,5 Grad. Während die Erde die Sonne umkreist, neigt sich die Nordhalbkugel im Winter von der Sonne weg. Ab einem Breitengrad von etwa 66,5 Grad Nord erreicht das Sonnenlicht den Boden nicht mehr direkt, da die Krümmung der Erde die Strahlen blockiert.
Interessant ist jedoch der Unterschied zwischen astronomischer und ziviler Polarnacht.
In Städten wie Tromsø beträgt die zivile Dämmerung oft noch 4 bis 5 Stunden pro Tag, selbst wenn die Sonne nicht aufgeht. Das liegt daran, dass das Licht in der Atmosphäre gestreut wird. Es herrscht dann ein tiefblaues oder violettes Licht, das Fotografen als die Blaue Stunde lieben. In Murmansk, der größten Stadt nördlich des Polarkreises mit über 260.000 Einwohnern, dauert die Polarnacht etwa 40 Tage. [2] Die Rückkehr der Sonne wird dort jedes Jahr im Januar als großes Volksfest gefeiert. Man merkt erst, wie sehr man Licht braucht, wenn es weg ist.
Das Leben in der Dunkelheit: Tipps gegen den Winterblues
In Regionen, in denen es den ganzen Tag dunkel ist, leiden Menschen oft unter SAD (Saisonal Abhängige Depression). Die Melatonin-Produktion läuft auf Hochtouren, während Serotonin fehlt. In Norwegen begegnet man dem mit dem Konzept Koselig - man macht es sich drinnen extrem gemütlich mit Kerzen und warmen Getränken.
Wissenschaftliche Daten zeigen, dass Lichttherapie mit speziellen Lampen, die eine Beleuchtungsstärke von mindestens 10.000 Lux bieten, die Symptome der Winterdepression in etwa 60 bis 80 Prozent der Fälle deutlich lindern kann. [1] In Kiruna, Schweden, nutzen viele Einwohner diese Lampen bereits beim Frühstück. Zudem ist die Supplementierung von Vitamin D3 fast obligatorisch, da die körpereigene Synthese über die Haut bei fehlender UV-Strahlung komplett zum Erliegen kommt. Ich habe früher gelacht, wenn Leute meinten, sie müssten im Winter Licht essen, aber nach zwei Wochen Dauerdunkelheit versteht man, dass das keine Metapher ist.
Dauer der Polarnacht im Vergleich
Die Länge der Zeit, in der die Sonne nicht über den Horizont steigt, hängt entscheidend davon ab, wie nah ein Ort am Nordpol liegt.Tromsø, Norwegen
- Ausgeprägte Dämmerungsphasen zur Mittagszeit
- Etwa 45 Tage (Ende Nov. bis Mitte Jan.)
- 69,6 Grad Nord
Longyearbyen, Svalbard ⭐
- Wochenlang fast vollständige Finsternis
- Etwa 84 Tage (Ende Okt. bis Mitte Feb.)
- 78,2 Grad Nord
Utqiagvik, Alaska
- Wenig Dämmerlicht durch flachen Winkel
- Etwa 65 Tage (Nov. bis Jan.)
- 71,3 Grad Nord
Lukas' erste Polarnacht in Tromsø
Lukas, ein 25-jähriger Austauschstudent aus München, zog im November nach Tromsø. Er freute sich auf die Polarlichter, unterschätzte aber die psychologische Wirkung der fehlenden Sonne. In der ersten Woche fühlte er sich ständig müde und antriebslos.
Er versuchte, seinen Schlafrhythmus durch langes Schlafen am Wochenende zu retten. Das war ein Fehler: Sein Körper gewöhnte sich gar nicht mehr an feste Zeiten, und er fühlte sich nach 10 Stunden Schlaf noch erschöpfter als vorher.
Nach einem Gespräch mit Einheimischen kaufte er sich eine Tageslichtlampe und begann, jeden Mittag einen 20-minütigen Spaziergang im Dämmerlicht zu machen. Er merkte, dass die Struktur des Tages wichtiger ist als die Menge an Schlaf.
Nach vier Wochen stabilisierte sich sein Befinden. Lukas berichtete, dass seine Konzentrationsfähigkeit durch das Lichtmanagement um gefühlte 40 Prozent stieg und er die magische blaue Stunde der Arktis nun endlich genießen konnte.
Zusammenfassung & Fazit
Lichttherapie ist essenziellDie Nutzung von 10.000 Lux Lampen hilft in 60-80 Prozent der Fälle gegen Winterdepression.
Svalbard bietet die längste NachtMit etwa 84 Tagen ohne Sonne ist Svalbard einer der dunkelsten bewohnten Orte der Welt.
Zivile Dämmerung sorgt oft für 4-5 Stunden restliches Licht, selbst wenn die Sonne unter dem Horizont bleibt.
Vitamin D supplementierenDa die körpereigene Produktion bei fehlendem UV-Licht ausbleibt, ist eine Ergänzung in der Arktis notwendig.
Weitere Referenzen
Ist es während der Polarnacht wirklich 24 Stunden stockfinster?
Nein, meistens nicht. In den meisten bewohnten Gebieten gibt es zur Mittagszeit einige Stunden Dämmerung, in denen der Himmel in Blau- oder Rottönen leuchtet. Nur in extrem nördlichen Regionen wie direkt am Nordpol herrscht absolute Dunkelheit.
Wann genau beginnt die Zeit, in der es den ganzen Tag dunkel ist?
Das hängt vom Ort ab. Am Nordpol beginnt sie im September, in Svalbard Ende Oktober und am Polarkreis erst im Dezember. Generell liegt der Höhepunkt zur Wintersonnenwende am 21. oder 22. Dezember.
Kann man in dieser Zeit Nordlichter sehen?
Ja, die Polarnacht ist die beste Zeit dafür. Da es den ganzen Tag dunkel oder dämmrig ist, können die Polarlichter theoretisch jederzeit erscheinen, sofern der Himmel wolkenfrei ist.
Zitierte Quellen
- [1] Apotheken-umschau - Wissenschaftliche Daten zeigen, dass Lichttherapie mit speziellen Lampen, die eine Beleuchtungsstärke von mindestens 10.000 Lux bieten, die Symptome der Winterdepression in etwa 60 bis 80 Prozent der Fälle deutlich lindern kann.
- [2] Visitmurmansk - In Murmansk, der größten Stadt nördlich des Polarkreises mit über 260.000 Einwohnern, dauert die Polarnacht etwa 40 Tage.
- [3] En - Noch extremer ist es auf Svalbard, wo die Sonne für etwa 84 Tage unter dem Horizont bleibt.
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