Geht die Sonne immer genau im Osten auf?

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Die Sonne erscheint im Osten am Horizont, erreicht ihren höchsten Stand im Süden und sinkt im Westen wieder hinab. Im Norden ist sie niemals zu sehen, da die Erdkugel rund ist und sich dreht.
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Die Aussage, die Sonne gehe immer genau im Osten auf, ist nicht ganz korrekt. Während sie zu bestimmten Zeiten des Jahres tatsächlich ziemlich genau im Osten aufgeht, verschiebt sich der Punkt des Sonnenaufgangs im Laufe des Jahres. Nur an zwei Tagen im Jahr, nämlich zu den Tagundnachtgleichen im Frühling und Herbst (circa 20./21. März und 22./23. September), geht die Sonne exakt im Osten auf und im Westen unter.

Der Grund für diese Verschiebung liegt in der Neigung der Erdachse von etwa 23,5 Grad relativ zur Bahnebene um die Sonne. Diese Neigung bewirkt, dass die Sonne im Laufe eines Jahres scheinbar unterschiedlich hoch am Himmel steht. Im Sommer, wenn die Nordhalbkugel der Sonne zugewandt ist, erreicht die Sonne einen höheren Stand, und der Sonnenaufgangspunkt verschiebt sich in Richtung Nordosten. Im Winter, wenn die Nordhalbkugel von der Sonne abgewandt ist, steht die Sonne tiefer, und der Sonnenaufgangspunkt verschiebt sich in Richtung Südosten.

Auf der Südhalbkugel verhält es sich genau umgekehrt. Im Sommer der Südhalbkugel (Winter der Nordhalbkugel) geht die Sonne im Nordosten auf, und im Winter der Südhalbkugel (Sommer der Nordhalbkugel) im Südosten.

Die Aussage, die Sonne sei im Norden niemals zu sehen, stimmt ebenfalls nur bedingt. Nördlich des Polarkreises gibt es im Sommer die Mitternachtssonne, wo die Sonne 24 Stunden am Tag über dem Horizont bleibt. Umgekehrt herrscht im Winter die Polarnacht, in der die Sonne für einen bestimmten Zeitraum überhaupt nicht aufgeht.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die genaue Position des Sonnenaufgangs von der Jahreszeit und dem geografischen Standort abhängt. Nur zu den Tagundnachtgleichen geht die Sonne exakt im Osten auf. Die Neigung der Erdachse spielt dabei die entscheidende Rolle.