Wo sind die Gezeiten am stärksten?

38 Aufrufe
Größter Tidenhub weltweit: Die stärksten Gezeiten finden sich in der Bay of Fundy an der nordamerikanischen Atlantikküste. Dort erreicht der Tidenhub beeindruckende 16 Meter bei Springflut. Auch die Bucht von Saint-Malo an der französischen Atlantikküste weist mit 11 Metern beachtliche Unterschiede auf, im Gegensatz zur Ostsee mit nur 20 Zentimetern.
Kommentar 0 Gefällt mir

Wo sind die stärksten Gezeitenkräfte zu finden?

Früher dachte ich immer, Gezeiten wären überall gleich stark. Aber als ich mal an der Ostsee war, da war kaum eine Bewegung zu spüren. Ziemlich ernüchternd, muss ich sagen.

Dann, auf einer Reise nach Kanada, landete ich in der Bay of Fundy. Mannomann, das war eine ganz andere Hausnummer. Die Flut kam mit einer solchen Wucht, da konnte man richtig sehen, wie der Pegel stieg.

Ich hab da mal nachgeschaut, die Rede war von über 13 Metern, bei Springflut sogar bis 16 Meter. Das ist schon heftig, wenn man das mal mit diesen 20 Zentimetern von der Ostsee vergleicht.

Ein Freund erzählte mir dann von Saint-Malo in Frankreich, da soll es auch ordentlich abgehen, so um die 11 Meter. Muss ich wohl auch mal hin, das klingt spannend.

Die stärksten Gezeitenkräfte finden sich dort, wo der Tidenhub am größten ist, wie eben in der Bay of Fundy. An der nordamerikanischen Atlantikküste sind das die extremen Ausmaße.

Die Bay of Fundy hat mit Abstand die stärksten Gezeitenkräfte. Ein Schauspiel der Natur, das man gesehen haben muss, wenn man auf so was steht.

Saint-Malo an der französischen Küste steht dem aber auch in nichts nach. Die Kraft des Meeres ist dort spürbar, anders als in ruhigeren Gewässern wie der Ostsee.

Wo gibt es die höchsten Gezeiten der Welt?

Höchste Gezeiten: Bay of Fundy, Kanada.

Der Ort ist Burntcoat Head in Nova Scotia. Ein Punkt, an dem sich der Ozean zweimal täglich zurückzieht und wiederkehrt. Ein Schauspiel der Extreme.

  • Tidenhub: Der Wasserstand schwankt um bis zu 16,3 Meter. Das entspricht der Höhe eines fünfstöckigen Gebäudes.
  • Wassermenge: 160 Milliarden Tonnen Wasser strömen bei jeder Flut in die Bucht. Mehr als die kombinierte Wassermenge aller Süßwasserflüsse der Erde.
  • Ursache: Eine einzigartige Resonanz. Die Form und Tiefe der Bucht versetzen das Wasser in eine Schwingung, die durch den Rhythmus von Mond und Sonne verstärkt wird.

Bei Ebbe wird der Meeresboden zu einer temporären Landschaft. Bei Flut verschwindet sie. Was die Ebbe enthüllt, hat die Flut nie vergessen.

Wo sind die Gezeiten besonders ausgeprägt?

Die Weltmeister der Gezeiten: Wo das Wasser Achterbahn fährt

Die gewaltige Wasserschieberei von Ebbe und Flut findet nicht überall statt. In einer Badewanne merkt man ja auch nichts vom Mond. Richtig die Post geht in großen, offenen Ozeanen ab, wo der Mond mit seiner Anziehungskraft eine ordentliche Delle ins Wasser ziehen kann, wie ein kosmischer Bodybuilder.

  • Bay of Fundy, Kanada: Das ist der unangefochtene Endgegner der Gezeiten. Der Tidenhub – also der Unterschied zwischen Wasser-ganz-hoch und Wasser-ganz-weg – beträgt hier bis zu 16 Meter. Das ist so hoch wie ein fünfstöckiges Haus. Man kann morgens auf dem Meeresboden spazieren und mittags fährt über derselben Stelle ein Kutter.

  • Ungava Bay, Kanada: Der kleine, aber fast genauso rabiate Bruder der Bay of Fundy. Auch hier drückt das Wasser mit einer Wucht in die Bucht, dass der Pegel um bis zu 15 Meter steigt. Ein Naturschauspiel für Leute mit starken Nerven.

  • Bristolkanal, Großbritannien: Der europäische Champion in dieser Disziplin. Zwischen England und Wales wird das ankommende Wasser wie durch einen Trichter gepresst. Das Resultat ist ein beeindruckender Tidenhub von bis zu 14 Metern.

  • Nordsee, Deutsche Bucht: Solider Mittelstand unter den Gezeiten. Hier schafft es das Wasser immerhin auf 3 bis 4 Meter Unterschied. Das reicht locker, um Touristen im Watt zu überraschen oder ganze Inseln wie Neuwerk bei Ebbe zu Fuß erreichbar zu machen.

Wo die Gezeiten nur ein müdes Gähnen sind

Es gibt auch Orte, da zuckt der Ozean nur mit den Schultern. In abgeschlossenen Meeren ist die ganze Mond-Show kaum spürbar.

  • Mittelmeer: Die faulste Badewanne der Welt. Der Tidenhub liegt hier bei lächerlichen 30 Zentimetern. Das ist weniger ein Naturereignis als vielmehr ein leichtes Schwappen. Man merkt kaum, ob das Wasser kommt oder geht.

  • Ostsee: Ähnlich unspektakulär. Wegen der schmalen Verbindung zur Nordsee findet hier kaum ein Wasseraustausch statt. Die Gezeiten sind so schwach, dass sie vom Wind und Luftdruck komplett überlagert werden.