Wie merke ich eine Verätzung im Auge?

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Augenverletzungen durch Chemikalien äußern sich oft in heftigen Schmerzen, Rötung und starkem Brennen. Tränenfluss und verschwommene Sicht sind weitere Anzeichen. Schwere Fälle können mit Blutungen, Hornhautdefekten und bleibenden Sehschäden einhergehen. Sofortige ärztliche Hilfe ist unerlässlich.
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Augenverätzung: Erkennen und richtig reagieren

Eine Augenverätzung ist ein ernstzunehmender Notfall, der sofortige medizinische Hilfe erfordert. Die Folgen reichen von vorübergehenden Beschwerden bis hin zu bleibenden Sehschäden oder sogar Erblindung. Deshalb ist es entscheidend, die Symptome einer Augenverätzung schnell und sicher zu erkennen und die richtigen Maßnahmen einzuleiten.

Im Gegensatz zu leichten Reizungen, die beispielsweise durch Staub oder Rauch entstehen, äußert sich eine Verätzung durch Chemikalien meist deutlich heftiger. Die Intensität der Symptome hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Art der Chemikalie, die Konzentration und die Einwirkungszeit. Zu den typischen Anzeichen gehören:

Unmittelbare Symptome:

  • Starke, stechende Schmerzen: Dies ist oft das erste und deutlichste Symptom. Der Schmerz kann unerträglich sein und sich im gesamten Auge ausbreiten.
  • Intensives Brennen: Ein brennendes Gefühl im Auge ist ein weiteres charakteristisches Zeichen einer Verätzung.
  • Rötung (Hyperämie): Die Bindehaut und die Lederhaut des Auges verfärben sich deutlich rot und erscheinen entzündet.
  • Tränenfluss (Epiphora): Das Auge produziert vermehrt Tränen als natürliche Abwehrreaktion. Dieser Tränenfluss ist jedoch oft nicht ausreichend, um die schädlichen Substanzen zu entfernen.
  • Verschwommene Sicht: Die Sicht kann von leicht getrübt bis zu komplett verschwommen reichen, abhängig vom Ausmaß der Verletzung.
  • Lichtscheue (Photophobie): Das betroffene Auge reagiert überempfindlich auf Licht.

Spätere Symptome (können Stunden oder Tage später auftreten):

  • Lidödem: Die Augenlider schwellen an und können sich stark verengen.
  • Hornhauttrübung (Keratitis): Die transparente Hornhaut kann trüb werden, was die Sicht deutlich beeinträchtigt.
  • Hornhautgeschwür (Ulcus corneae): In schweren Fällen kann sich ein Geschwür auf der Hornhaut bilden.
  • Blutungen (Hämorrhagie): Blutungen in der Bindehaut oder der Augenkammer sind möglich.
  • Sekundärinfektionen: Eine Verätzung erhöht das Risiko für Infektionen.

Wichtig: Die hier beschriebenen Symptome sind nicht vollständig und können je nach Verätzungsmittel und Schweregrad variieren. Bei jedem Verdacht auf eine Augenverätzung ist unverzüglich ein Augenarzt oder eine Notaufnahme aufzusuchen! Selbst scheinbar leichte Reizungen können zu schwerwiegenden Schäden führen, wenn sie nicht professionell behandelt werden. Versuchen Sie nicht, die Verätzung selbst zu behandeln.

Erste Hilfemaßnahmen (vor dem Arztbesuch):

  • Sofortige Spülung des Auges: Das Auge sollte für mindestens 15-20 Minuten unter fließendem, lauwarmem Wasser gründlich gespült werden. Dabei die Augenlider vorsichtig offen halten und das Wasser über die Augenlider hinweg fließen lassen. NICHT reiben!
  • Kontaktlinsen entfernen (falls vorhanden): Entfernen Sie die Kontaktlinsen, bevor Sie mit der Spülung beginnen.
  • Keine Hausmittel verwenden: Vermeiden Sie die Anwendung von Salben, Cremes oder anderen Hausmitteln.
  • Auge abdecken: Legen Sie nach der Spülung eine sterile Kompresse auf das Auge, um es vor weiterer Reizung zu schützen.
  • Transport zur Notaufnahme: Suchen Sie umgehend einen Arzt auf oder lassen Sie sich in eine Notaufnahme bringen.

Eine Augenverätzung ist ein Notfall, der schnelles Handeln erfordert. Je schneller die medizinische Hilfe erfolgt, desto geringer ist das Risiko für bleibende Schäden. Vertrauen Sie auf das medizinische Fachpersonal und befolgen Sie deren Anweisungen.