Was sollte man bei Tomatenpflanzen abschneiden?

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Beim Anbau von Tomaten gehören vor allem die überflüssigen Seitentriebe, die sogenannten Geiztriebe, zu den wichtigsten Teilen, die entfernt werden müssen. Zudem sollten im Laufe der Saison welkende oder untere Blätter abgeschnitten werden, um die Luftzirkulation zu verbessern und Krankheiten vorzubeugen.
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Was sollte man bei Tomatenpflanzen abschneiden?

Beim Anbau von Tomaten ist die richtige Pflege entscheidend für eine gesunde Ernte und kräftige Pflanzen. Erfahren Sie, was sollte man bei tomatenpflanzen abschneiden, um Krankheiten vorzubeugen und das Wachstum optimal zu unterstützen.

Was sollte man bei Tomatenpflanzen abschneiden?

Für eine reiche Ernte sollten Sie bei Tomatenpflanzen regelmäßig die Geiztriebe in den Blattachseln, alle bodennahen Blätter unterhalb von 30 Zentimetern sowie krankes oder gelbes Laub abschneiden. Im Spätsommer kappen Sie zudem die Pflanzenspitze des Haupttriebs. Das richtige Entfernen dieser Pflanzenteile lenkt die Energie gezielt in die Fruchtbildung und schützt Ihre Pflanzen effektiv vor gefährlichen Pilzerkrankungen wie der Kraut- und Braunfäule.

Wer das erste Mal vor einer saftig grünen Tomatenpflanze steht, spürt oft eine gewisse Unsicherheit. Welche Triebe bringen Früchte und welche rauben nur Kraft? Keine Sorge, das geht fast jedem Hobbygärtner am Anfang so. Tomaten ausgeizen anleitung und Schneiden ist kein Hexenwerk - man muss nur wissen, wo man die Schere ansetzt.

Geiztriebe bei Tomaten richtig entfernen (Ausgeizen)

Geiztriebe sind die kleinen Seitentriebe, die in den Blattachseln direkt zwischen dem Hauptstamm und den großen Seitenzweigen herauswachsen. Diese triebe bei tomaten abschneiden sollten Sie konsequent tun, solange sie noch weich und kürzer als 10 Zentimeter sind. Bei den meisten Stabtomaten wachsen fast täglich neue Geiztriebe nach, weshalb eine wöchentliche Kontrolle ratsam ist.

Untersuchungen zeigen, dass das Ausgeizen den Fruchtertrag bei Stabtomaten um rund 20-30% steigern kann. Ich war anfangs selbst skeptisch und habe in meinem zweiten Gartenjahr eine Pflanze einfach wild wuchern lassen - ein fataler Fehler. Das Ergebnis war ein undurchdringlicher grüner Dschungel mit winzigen, halbreifen Früchten, die kaum Sonne bekamen. Die Pflanze steckt ohne Schnitt zu viel Energie in das reine Blattwachstum statt in saftige Tomaten. Zudem trocknet ein zu buschiges Laub nach Regengüssen extrem langsam ab. Das erhöht das Risiko für Pilzinfektionen massiv.

Knipsen Sie die Triebe einfach mit den Fingern nach links oder rechts ab - oder nutzen Sie eine scharfe Klinge. Aber Vorsicht bei der Sortenwahl: Bestimmte Varianten wie Buschtomaten, Balkontomaten oder Wildtomaten müssen überhaupt nicht ausgegeizt werden, da sie von Natur aus buschig wachsen sollen.

Bodennahe Blätter abschneiden schützt vor Krankheiten

Alle Blätter, die den Erdboden berühren oder sich in den untersten 20 bis 30 Zentimetern der Pflanze befinden, gehören rigoros abgeschnitten. Dieser bodennahe Schnitt erfolgt schrittweise, sobald die Tomatenpflanze kräftig genug gewachsen ist und die ersten Fruchtansätze bildet.

Das Entfernen der unteren Blätter reduziert das Risiko einer Infektion mit der gefürchteten Kraut- und Braunfäule dramatisch. Der verantwortliche Pilzerreger Phytophthora infestans lebt im Boden und gelangt beim Gießen oder durch Regenspritzer auf das Laub. Etwa 80% aller Infektionen im Freiland beginnen an den untersten Blättern der Pflanze. Wenn Sie wissen, welche blätter bei tomaten entfernen sinnvoll sind, schneiden Sie diese Gefahrenzone daher frühzeitig mit einer sauberen, desinfizierten Gartenschere direkt am Stamm ab.

Gelbe, alte und kranke Blätter regelmäßig entfernen

Im Laufe des Sommers verfärben sich die ältesten Blätter im unteren und mittleren Bereich der Tomate oft gelblich oder zeigen braune Flecken. Diese Blätter photosynthetisieren kaum noch und belasten die Pflanze nur unnötig. Kontrollieren Sie Ihr Gemüsebeet daher alle paar Tage auf verändertes Laub.

Krankes Laub fungiert als Brandherd im Beet und infiziert innerhalb weniger Tage die gesamte Pflanze. Entsorgen Sie betroffene Pflanzenteile niemals auf dem heimischen Kompost, da die Pilzsporen dort mühelos überwintern können. Schmeißen Sie infizierte Blätter stattdessen direkt in den Restmüll. Ein kleiner Trost für geplagte Gärtner: Es ist völlig normal, dass eine Tomatenpflanze im Spätsommer von unten nach oben kahl wird, solange die oberen Blätter gesund glänzen.

Die Tomaten-Spitze abschneiden (Kappen im Spätsommer)

Mitte bis Ende August sollten Sie den Haupttrieb der Tomatenpflanze über dem obersten Blütenansatz abschneiden. Lassen Sie über den Blüten unbedingt noch ein bis zwei Blätter stehen. Das hält den Saftstrom der Pflanze aufrecht und schützt die Früchte vor intensivem Sonnenbrand.

Nach Mitte August neu gebildete Blüten benötigen im Schnitt 60 bis 80 Tage, um zu reifen Früchten heranzuwachsen. In unseren Breitengraden reicht die herbstliche Restwärme dafür schlichtweg nicht aus, weshalb diese späten Früchte vor dem ersten Frost unweigerlich erfrieren würden. Eine Maßnahme wie tomaten spitze abschneiden späte saison stoppt das Höhenwachstum abrupt. Die gesamte Energie fließt nun ausschließlich in die bereits vorhandenen, grünen Tomaten, damit diese vor dem Saisonende vollständig ausreifen.

Glauben Sie mir, dieser Schritt tut im August erst einmal weh. Man schneidet gesunde, blühende Spitzen ab - das fühlt sich falsch an. Doch wer im Oktober nicht auf bergeweisen grünen Tomaten sitzen bleiben will, muss hier mutig sein.

Schnittregeln nach Tomatentypen im Vergleich

Nicht jede Tomate verträgt die Schere gleich gut. Je nach Wuchsform müssen Sie Ihre Schnittstrategie radikal anpassen, um Ernteausfälle zu vermeiden.

Stabtomaten (Standard)

Ja, Mitte bis Ende August die Spitze abschneiden, um Fruchtreife zu beschleunigen

Absolut notwendig; konsequent alle Geiztriebe in den Achseln wöchentlich entfernen

Konzentration auf einen starken Hauptstamm mit 5-7 großen Fruchtständen

Busch- und Balkontomaten

Nein; die Pflanzen haben ein genetisch begrenztes Höhenwachstum und stoppen von allein

Striktes Verbot; die Seitentriebe bilden die Basis für den buschigen Wuchs und spätere Früchte

Viele kleine Früchte an zahlreichen kurzen Seitenzweigen

Wildtomaten

Nein; die Pflanzen sind sehr robust und tragen bis weit in den kühlen Herbst hinein

Nicht nötig; wachsen extrem vital und vertragen einen komplett ungestörten Wuchs

Massenhaft winzige, hocharomatische Früchte bei minimalem Pflegeaufwand

Für klassische Stabtomaten im Gewächshaus oder auf dem Fleckgut ist der regelmäßige Schnitt Pflicht. Bei platzsparenden Busch- oder robusten Wildtomaten schadet die Schere hingegen mehr, als sie nützt.

Thomas und das Tomaten-Chaos im Kleingarten

Thomas, ein leidenschaftlicher Hobbygärtner aus Leipzig, zog im Mai stolz zwölf Stabtomaten auf seinem sonnigen Balkon auf. Er goß fleißig, düngte regelmäßig, scheute sich jedoch aus Angst vor Verletzungen der Pflanze davor, die Schere anzusetzen.

Mitte Juli glich sein Balkon einem unpassierbaren Urwald aus Blättern. Erste Versuche, die Triebe mit den Fingern wegzuknipsen, endeten frustrierend - die Geiztriebe waren bereits daumendick und rissen tiefe Wunden in die Stammrinde.

Nach einem heftigen Sommerregen kam der Schock: Die dichten Blätter trockneten tagelang nicht ab, und die ersten braunen Flecken der Krautfäule fraßen sich durch das Laub. Thomas verstand, dass ein radikaler Befreiungsschlag nötig war.

Er desinfizierte seine Schere, schnitt alle bodennahen Blätter bis auf 30 Zentimeter Höhe ab und lichtete das Innere der Pflanzen konsequent aus. Die Pflanzen überlebten, die restlichen Tomaten bekamen endlich Sonne und reiften im August erfolgreich rot aus.

Wichtige Erkenntnisse

Regelmäßig ausgizen spart Pflanzenenergie

Kontrollieren Sie Stabtomaten einmal pro Woche und entfernen Sie junge Geiztriebe in den Blattachseln, solange sie klein und weich sind.

Bodennahes Laub konsequent entfernen

Schneiden Sie alle Blätter in den untersten 20-30 Zentimetern ab, um Spritzwasserinfektionen mit Kraut- und Braunfäule zu verhindern.

Sauberes Werkzeug schützt vor Infektionen

Nutzen Sie für jeden Schnitt an Tomatenpflanzen eine scharfe, desinfizierte Schere, um saubere Wundränder zu hinterlassen.

Im Spätsommer mutig die Spitze kappen

Schneiden Sie den Haupttrieb Ende August ab, damit die verbleibende Sonnenenergie komplett in die Reifung der bestehenden Früchte wandert.

Weitere Aspekte

Kann man zu viele Blätter bei Tomaten abschneiden?

Ja, ein zu radikaler Kahlschlag schadet der Pflanze massiv. Die Blätter sind die Kraftwerke der Tomate und lebensnotwendig für die Photosynthese sowie den Geschmack der Früchte. Entfernen Sie pro Woche und Pflanze niemals mehr als drei bis vier große Blätter, um einen Wachstumsschock zu vermeiden.

Was passiert, wenn ich das Ausgeizen komplett vergesse?

Die Tomatenpflanze steckt dann wertvolle Energie in unzählige neue Seitentriebe und Blätter statt in die Früchte. Der Ertrag sinkt deutlich, die Tomaten bleiben kleiner und reifen viel langsamer. Zudem steigt das Krankheitsrisiko durch den dichten, feuchten Wuchs dramatisch an.

Darf man dicke Geiztriebe noch mit der Schere abschneiden?

Wenn ein Geiztrieb bereits dick und verholzt ist, sollten Sie ihn vorsichtig mit einer scharfen, sauberen Schere dicht am Stamm abschneiden. Knipsen Sie verholzte Triebe nicht mehr mit den Fingern ab, da dabei oft lange Streifen der Stammrinde abreißen, was gefährliche Eintrittspforten für Bakterien öffnet.