Was kann man gegen Herzrasen tun?

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Herzrasen kann beunruhigend sein. Bewusstes, tiefes Atmen und kurze Pausen helfen oft, den Herzschlag zu beruhigen. Auch eine sanfte Halsmassage oder das Auslösen des Vagusnervs durch Aufstoßen oder das kurzzeitige Anhalten der Luft können Linderung verschaffen. Langfristig ist der Verzicht auf Koffein, Nikotin und die Reduzierung von Stress wichtig.
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Herzrasen: Ursachen, Soforthilfe und langfristige Strategien

Herzrasen, medizinisch als Palpitationen bezeichnet, beschreibt das subjektive Gefühl eines zu schnellen, zu starken oder unregelmäßigen Herzschlags. Es kann beunruhigend und sogar beängstigend sein, doch die Ursachen sind vielfältig und reichen von harmlosen bis hin zu ernsthaften Erkrankungen. Wichtig ist, zwischen akuten Episoden und chronischem Herzrasen zu unterscheiden und dementsprechend zu reagieren.

Akutes Herzrasen: Soforthilfemaßnahmen

Bei plötzlich auftretendem, starkem Herzrasen sind folgende Maßnahmen hilfreich:

  • Beruhigung und kontrollierte Atmung: Stress verstärkt Herzrasen. Bewusstes, tiefes Atmen in den Bauch, idealerweise mit einer Atemtechnik wie der Bauchatmung (Diaphragmatisches Atmen), kann den Herzschlag verlangsamen. Zählen Sie Ihre Atemzüge, beispielsweise 4 Sekunden einatmen, 6 Sekunden ausatmen. Kurze Pausen und bewusste Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung können ebenfalls unterstützen.

  • Vagusnerv-Stimulation: Der Vagusnerv spielt eine wichtige Rolle bei der Herzfrequenzregulation. Seine Stimulation kann den Herzschlag verlangsamen. Dies kann durch folgende Methoden versucht werden:

    • Halsmassage: Sanfte Massage des Bereichs unterhalb des Kehlkopfes (Carotissinusmassage sollte aber nur von medizinischem Fachpersonal durchgeführt werden!).
    • Eiswasser im Gesicht: Ein kalter Waschlappen im Gesicht oder ein kurzes Eintauchen des Gesichts in kaltes Wasser kann den Vagusnerv stimulieren.
    • Hustenanfall: Ein kontrollierter Hustenanfall kann ebenfalls helfen.
    • Valsalva-Manöver (mit Vorsicht!): Kurzes, starkes Pressen gegen verschlossene Nase und Mund (Vorsicht: Dies kann bei bestimmten Herzerkrankungen kontraproduktiv sein!).
  • Körperliche Positionierung: Eine sitzende oder liegende Position, bei der die Beine leicht erhöht sind, kann den Blutdruck stabilisieren und das Herz entlasten.

Chronisches Herzrasen: Ursachen und langfristige Strategien

Dauert das Herzrasen an oder tritt es regelmäßig auf, ist ein Arztbesuch unerlässlich. Mögliche Ursachen sind:

  • Kardiovaskuläre Erkrankungen: Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien), Herzklappenfehler, Herzinsuffizienz.
  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): Ein erhöhter Stoffwechsel kann zu einem erhöhten Herzschlag führen.
  • Anämie (Blutarmut): Der Körper versucht, den Sauerstoffmangel durch eine erhöhte Herzfrequenz auszugleichen.
  • Medikamente: Bestimmte Medikamente können Herzrasen als Nebenwirkung haben.
  • Stress und Angststörungen: Psychische Belastungen können zu Herzrasen führen.
  • Koffein und Nikotin: Diese Substanzen stimulieren das Herz-Kreislauf-System.
  • Dehydrierung: Flüssigkeitsmangel kann den Herzschlag beschleunigen.

Langfristige Maßnahmen zur Vorbeugung:

  • Gesunde Lebensführung: Ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, ausreichender Schlaf.
  • Stressmanagement: Techniken wie Yoga, Meditation, progressive Muskelentspannung oder Atemübungen können helfen, Stress zu reduzieren.
  • Verzicht auf Nikotin und übermäßigen Koffeinkonsum: Reduzieren Sie den Konsum von Kaffee, Tee, Cola und Nikotinprodukten.
  • Regelmäßige ärztliche Kontrollen: Besonders bei Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sind regelmäßige Check-ups wichtig.

Wann zum Arzt?

Suchen Sie sofort einen Arzt auf, wenn das Herzrasen mit folgenden Symptomen einhergeht:

  • Atemnot
  • Schwindel oder Ohnmacht
  • Brustschmerzen
  • Übelkeit oder Erbrechen

Herzrasen kann verschiedene Ursachen haben. Die beschriebenen Maßnahmen dienen der kurzfristigen Linderung und sollten keine ärztliche Beratung ersetzen. Bei anhaltendem oder starkem Herzrasen ist eine gründliche Abklärung durch einen Arzt unbedingt notwendig.