Kann man trotz Legionellen Duschen?

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Um das Risiko einer Legionelleninfektion zu minimieren, empfiehlt es sich, vor dem Duschen das Wasser auf die höchste Temperatur zu stellen. Da Legionellen bei Temperaturen über 70 Grad Celsius rasch absterben, sollte man das Wasser einige Minuten laufen lassen, bevor man den Raum betritt. So können potenziell gefährliche Bakterien effektiv abgetötet werden.
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Duschen trotz Legionellen – Ja, aber sicher!

Die Angst vor Legionellen ist verständlich. Diese Bakterien können eine gefährliche Lungenentzündung, die Legionärskrankheit, verursachen. Doch bedeutet das, dass man komplett auf das Duschen verzichten sollte? Nein! Mit einigen einfachen Vorkehrungen lässt sich das Risiko einer Infektion deutlich minimieren. Die entscheidende Frage ist nicht ob man duschen kann, sondern wie man duscht.

Der Schlüssel liegt in der Temperatur des Wassers. Legionellen gedeihen in lauwarmem Wasser – bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius. Über 70 Grad Celsius hingegen sterben sie schnell ab. Daher ist die wichtigste Maßnahme, vor dem Duschen das Warmwasser einige Minuten lang – mindestens drei bis fünf Minuten – auf maximaler Temperatur laufen zu lassen. Dies "spült" sozusagen die Leitungen durch und tötet die möglicherweise vorhandenen Legionellen ab.

Aber Vorsicht: Direkt unter die heiße Dusche zu springen, ist nicht empfehlenswert. Verbrühungen sind zu vermeiden! Beginnen Sie mit einer etwas niedrigeren Temperatur und steigern Sie diese langsam. Der heiße Wasserstrahl dient primär der Desinfektion der Leitungen, nicht der unmittelbaren Körperreinigung.

Zusätzliche Maßnahmen zur Risikominimierung:

  • Regelmäßige Wartung der Duschköpfe und Armaturen: Ablagerungen in den Leitungen bieten Legionellen einen idealen Nährboden. Eine regelmäßige Reinigung und gegebenenfalls der Austausch von veralteten Komponenten sind wichtig.
  • Kontrolle des Warmwasserbehälters: Achten Sie auf eine ausreichende Temperatur im Warmwasserboiler (mindestens 60 Grad Celsius). Eine regelmäßige Wartung durch einen Fachmann ist ratsam.
  • Gute Belüftung des Badezimmers: Feuchtigkeit begünstigt das Wachstum von Bakterien. Sorgfältiges Lüften nach dem Duschen reduziert die Feuchtigkeit und somit das Risiko.
  • Stagnation vermeiden: Wenn das Warmwasser längere Zeit nicht genutzt wird (z.B. in Ferienwohnungen), empfiehlt es sich, vor der Nutzung die Leitungen gründlich durchzuspülen.

Wann sollte man einen Fachmann hinzuziehen?

Sollten Sie Symptome wie hohes Fieber, Husten, Atemnot und Muskelschmerzen bemerken, suchen Sie umgehend einen Arzt auf. Auch bei Verdacht auf eine Legionellen-Kontamination im Haus (z.B. bei mehreren Fällen von Legionärskrankheit in der Nachbarschaft) sollten Sie sich an einen Sanitärfachmann wenden. Dieser kann die Wasserleitungen untersuchen und gegebenenfalls eine Desinfektion durchführen.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Duschen trotz Legionellen ist möglich und sogar ratsam, vorausgesetzt, man beachtet die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen. Eine kurze, aber effektive Vorspülung mit heißem Wasser minimiert das Risiko erheblich und trägt zu einem sicheren Duschvergnügen bei.