Kann man Bruteier zu oft wenden?
Kann man Bruteier zu oft wenden? Fakten zur Brut
Die korrekte Handhabung von Bruteiern bestimmt den Erfolg der Brut. Erfahren Sie, wie häufig kann man bruteier zu oft wenden und wann das Drehen einzustellen ist, um optimale Schlupfergebnisse zu erzielen.
Kann man Bruteier zu oft wenden?
Ja, während der Lagerung vor der Brut können Eier theoretisch zu oft oder zu stark gedreht werden. Dies schadet der inneren Struktur. Im Inkubator hingegen gilt: Eine automatische und sehr häufige Wendung ist optimal und schadet nie, solange sie ab dem 18. Tag komplett eingestellt wird.
Viele Anfänger in der Hühnerzucht sind unsicher, wenn es um das richtige Wenden geht. In der Natur wendet eine Glucke ihre Eier an manchen Tagen bis zu 96 Mal. Das imitiert ein moderner Inkubator durch stündliche Drehungen. Diese häufige Bewegung im Inkubator erhöht die Schlupfrate um 15 bis 20 Prozent, da sie verhindert, dass der Embryo an der Schalenmembran festklebt.
Die kritische Phase der Lagerung vor der Brut
Bevor die Eier überhaupt in die Maschine kommen, müssen sie richtig gelagert werden. Hier passieren die meisten Fehler. Ehrlich gesagt habe ich bei meiner ersten Brut die Eier fast stündlich von Hand gedreht, weil ich dachte, das sei besser. Das war ein riesiger Fehler.
Die Gefahr für die Hagelschnüre
Im Inneren des Eis wird der Dotter von zwei feinen Fäden - den sogenannten Hagelschnüren - in der Mitte gehalten. Zu wildes oder ständiges Drehen während der Lagerung bei 12 bis 15 Grad Celsius kann diese empfindlichen Strukturen reißen lassen. Die Folge ist fatal.
Reißt eine Hagelschnur, sinkt der Dotter ab. Das Ei ist dann für die Brut wertlos. Ein Wenden von zwei bis drei Mal täglich reicht in dieser Vorbereitungsphase völlig aus. Ganz einfach.
Während der Kunstbrut im Inkubator
Sobald die Kunstbrut startet, ändern sich die Regeln komplett. Viele Züchter haben Angst, dass die automatische Wendung dem Embryo schadet. Das ist ein Irrglaube. In der Realität braucht der wachsende Embryo diese ständige Bewegung, um sich gesund zu entwickeln und Nährstoffe aus dem Eiklar optimal aufzunehmen.
Häufiges Wenden ist ausdrücklich erwünscht
Automatische Wendungen - etwa alle ein bis zwei Stunden - sind ideal. Sie zentrieren den Dotter und sorgen für eine gleichmäßige Temperaturverteilung im Ei. In den allerersten Tagen, oft Tag 1 bis 3, lassen manche Züchter die Eier beim Einlegen noch in Ruhe, bevor die reguläre bruteier in der brutmaschine wenden beginnt. Danach arbeitet die Maschine ununterbrochen.
Wenn Sie keine Automatik haben und manuell wenden müssen, zielen Sie auf mindestens drei bis fünf Wendungen pro Tag ab. Es ist anstrengend. Ich habe Wochenenden damit verbracht, alle vier Stunden zum Inkubator zu rennen. Eine Automatik ist hier jeden Cent wert.
Die Schlupfphase: Der absolute Endspurt
Ab dem 18. Tag bei Hühnern tritt die wichtigste Regel in Kraft: Es darf auf keinen Fall mehr gewendet werden. Die bruteier wenden ab welchem tag einstellen erfolgt durch komplettes Abschalten oder indem die Eier auf eine flache Schlupfhorde gelegt werden.
Warum dieser plötzliche Stopp? Das Küken beginnt nun, sich im Ei auszurichten. Es muss seinen Schnabel in Richtung der Luftblase am stumpfen Ende des Eis positionieren. Jede weitere Bewegung durch den Inkubator - und sei sie noch so sanft - stört diesen überlebenswichtigen Prozess.
Ich sehe oft, dass Züchter kurz vor dem Schlupf noch mal schnell kontrollieren wollen. Tun Sie das nicht. Lassen Sie die Maschine zu. Das Mikroklima aus hoher Luftfeuchtigkeit und konstanter Temperatur darf jetzt nicht mehr gestört werden.
Die Wende-Regeln in den drei Brutphasen
Jede Phase der Brutei-Behandlung erfordert eine völlig andere Herangehensweise an die Häufigkeit der Wendung.Lagerung (Vor der Brut)
2 bis 3 Mal täglich
Hagelschnüre können reißen, Dotter sinkt ab
Sanftes, manuelles Kippen um etwa 45 Grad
Inkubator-Phase (Tag 1 bis 17)
Alle 1 bis 2 Stunden
Keines, solange die Bewegung sanft und fließend ist
Automatische Wendeeinrichtung der Brutmaschine
Schlupfphase (Ab Tag 18)
0 Mal - absoluter Stopp
Küken kann sich nicht zur Luftblase ausrichten und erstickt
Wendung ausschalten, Eier flach auflegen
Der Wechsel von sanfter manueller Schonung zur ständigen Automatik ist für viele Anfänger verwirrend, aber absolut logisch, wenn man die biologischen Bedürfnisse des Eis in der jeweiligen Entwicklungsstufe versteht.Der teure Fehler bei der Lagerung
Lisa, eine Hobbyzüchterin aus Bayern, kaufte 20 teure Marans-Bruteier. Aus purer Sorge, dass sie kaputtgehen oder festkleben, drehte sie die Eier während der 10-tägigen Lagerung im Keller alle zwei Stunden von Hand um 180 Grad.
Als sie die Eier in den Inkubator legte, freute sie sich auf den Schlupf. Doch beim ersten Schieren am 7. Tag der Schock - in 14 von 20 Eiern schwamm der Dotter völlig frei umher. Sie entwickelten sich nicht weiter.
Sie kontaktierte einen erfahrenen Züchter und erfuhr die harte Wahrheit. Ihr ständiges, hartes Drehen hatte die inneren Hagelschnüre abgerissen. Die Lösung für die Zukunft war schmerzhaft einfach: Bei der nächsten Brut wendete sie die gelagerten Eier nur noch morgens und abends ganz sanft.
Das Ergebnis der zweiten Brut sprach für sich. Die Schlupfrate stieg sofort auf 85 Prozent. Lisa lernte auf die harte Tour, dass gut gemeint in der Lagerungsphase oft das Gegenteil von gut gemacht ist.
Nützliche Tipps
Lagerung erfordert VorsichtVor dem Einlegen in die Maschine dürfen die Eier maximal 2 bis 3 Mal täglich sanft bewegt werden, um die Hagelschnüre zu schützen.
Automatik im Inkubator ist optimalStündliches Wenden in der Brutmaschine verhindert ein Festkleben des Embryos und erhöht die Schlupfchancen signifikant.
Strikter Stopp ab Tag 18Die absolute Ruhephase vor dem Schlupf ist unverhandelbar, damit sich das Küken richtig zur Luftblase ausrichten kann.
Weitere Vorschläge
Kann man Bruteier zu oft wenden?
Vor der Brut ja, im Inkubator nein. Während der Lagerung reicht ein sanftes Wenden 2-3 Mal täglich. Im Inkubator hingegen ist eine stündliche Wendung ideal und schadet dem Embryo nicht.
Ab welchem Tag muss ich das Wenden einstellen?
Bei Hühnereiern schalten Sie die automatische Wendung exakt am 18. Tag ab. Die Eier werden dann auf eine flache Horde gelegt und der Inkubator bleibt bis zum Schlupf geschlossen.
Darf ich die Eier in der Brutmaschine von Hand wenden?
Ja, wenn Ihre Maschine keine Automatik hat. Sie sollten dann mindestens drei bis fünf Mal am Tag manuell wenden. Achten Sie dabei unbedingt auf saubere, gewaschene Hände.
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