Kann man ein Telefon unter Wasser mitnehmen?

21 Aufrufe
Wasserfeste Smartphones, wie iPhones und Samsung-Modelle mit IP68-Zertifizierung, sind für kurze Tauchgänge geeignet. Bis zu 1,5 Meter Tiefe und 30 Minuten können sie tauchen, ohne Schäden zu erleiden. Tiefer oder länger sollte vermieden werden.
Kommentar 0 Gefällt mir

Tauchgang fürs Smartphone? – Was Wasserfestigkeit wirklich bedeutet

Der Sommer lockt, der Strand ruft und natürlich soll das Smartphone mit. Doch was ist, wenn die Welle etwas höher als erwartet ist oder ein unglücklicher Sturz ins Wasser droht? Kann man sein Telefon bedenkenlos ins Nass nehmen? Die Antwort ist: Es kommt darauf an!

Die Bezeichnung "wasserfest" ist im Zusammenhang mit Smartphones oft irreführend. Ein vollständig wasserdichtes Gerät existiert praktisch nicht. Stattdessen verfügen viele moderne Modelle, insbesondere High-End-Smartphones von Apple (iPhone) und Samsung, über eine IP-Zertifizierung. Die oft zitierte IP68-Zertifizierung beispielsweise deutet auf einen Staubschutz (6) und Schutz vor Eintauchen in Wasser (8) hin. Doch diese Zertifizierung garantiert keinen uneingeschränkten Schutz vor Wasserschäden.

Die IP68-Spezifikation beschreibt lediglich, dass das Gerät unter definierten Bedingungen einem bestimmten Test standgehalten hat. Dies bedeutet in der Regel: Eintauchen in Süßwasser bis zu einer bestimmten Tiefe (meist 1,5 Meter) für eine festgelegte Zeit (üblicherweise 30 Minuten). Diese Angaben sind jedoch Laborbedingungen. Im realen Leben spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle, die die Wasserfestigkeit negativ beeinflussen können:

  • Druck: Je tiefer man taucht, desto höher der Wasserdruck. Die Dichtungen des Gerätes können bei höherem Druck versagen. Schwimmen im Meer ist riskanter als ein kurzer Sturz in einen Pool, da Salzwasser korrosiver wirkt und leichter in das Gerät eindringen kann.
  • Temperatur: Extreme Temperaturen (sowohl kalt als auch heiß) können die Dichtungen des Gerätes beeinträchtigen und die Wasserfestigkeit verringern.
  • Dauer des Eintauchens: Die angegebenen 30 Minuten sind ein Grenzwert. Längerer Kontakt mit Wasser erhöht das Risiko von Schäden.
  • Art des Wassers: Chlor im Schwimmbadwasser oder Salzwasser im Meer können die Dichtungen angreifen und die Langlebigkeit der Wasserfestigkeit reduzieren. Auch Sand und andere Partikel können die Dichtungen beschädigen.
  • Alter des Geräts: Die Dichtungen des Geräts verschleißen mit der Zeit. Ältere Geräte sind daher anfälliger für Wasserschäden, selbst wenn sie ursprünglich IP68-zertifiziert waren.

Fazit: Während Smartphones mit IP68-Zertifizierung kurze, kontrollierte Eintauchungen in Süßwasser überstehen können, sollte man sie nicht als uneingeschränkt wasserdicht betrachten. Ein Sturz ins Meer, längeres Eintauchen oder höhere Wassertiefen stellen ein erhebliches Risiko dar. Vorsicht ist besser als nachher teure Reparaturen oder der Verlust wertvoller Daten. Vermeiden Sie es besser, Ihr Smartphone in Situationen mitzunehmen, in denen ein Kontakt mit Wasser wahrscheinlich ist. Eine wasserdichte Schutzhülle bietet hier eine deutlich sicherere Alternative.