Welche sind die 10 schönsten Seen der Welt?
Die 10 schönsten Seen der Welt: Baikal, Crater, Tahoe
10 schönsten Seen der Welt bestechen durch einzigartige Naturschauspiele: tiefstes Blau, jahrhundertealte Klarheit und unberührte Wasserwelten. Wer diese Gewässer besucht, erlebt Farben und Weiten jenseits gewöhnlicher Reiseziele. Die Kenntnis ihrer besonderen Entstehung und Reinheit macht den Besuch unvergesslich und lässt die Kraft der Natur unmittelbar spüren.
Was macht die schoensten Seen der Welt so besonders?
Die Frage nach den schoensten Gewaessern der Erde laesst sich nicht mit einer einzigen Antwort klaren, da sie stark von der Perspektive und dem Kontext der Reise abhaengt.
Fuer den einen ist es die spiegelglatte Oberflaeche eines einsamen Bergsees, fuer den anderen die leuchtend rosa Farbe eines australischen Naturwunders. Eines haben sie jedoch gemeinsam: Sie ziehen uns magisch an und bieten Ausblicke, die fast zu schoen wirken, um wahr zu sein. Aber es gibt einen Haken - ein spezieller See auf dieser Liste sieht aus der Luft aus wie eine Pfuetze aus Erdbeermilch, und warum das so ist, erfahren Sie im Abschnitt ueber Australien.
Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Besuch an einem Gletschersee. Ich dachte wirklich, die Postkarten waeren mit Photoshop bearbeitet worden. Doch dann stand ich davor, die Luft war eiskalt, und das Wasser leuchtete so intensiv, dass es fast weh tat. Es sind diese Momente der Sprachlosigkeit, die diese Orte definieren. In diesem Artikel schauen wir uns zehn Ziele an, die in puncto Klarheit, Tiefe und Umgebung Massstaebe setzen.
1. Der Baikalsee: Das blaue Auge Sibiriens
Der Baikalsee ist ein Gigant der Superlative und gilt oft als das beeindruckendste Suesswasserreservoir unseres Planeten. Seine schiere Groesse und das Alter machen ihn zu einem lebendigen Museum der Evolutionsgeschichte.
Der Baikalsee ist mit einer Tiefe von 1.642 Metern der tiefste See der Erde und enthaelt etwa 20 Prozent des oberirdischen Suesswassers weltweit. [1]
Das ist eine unvorstellbare Menge - genug, um die gesamte Weltbevoelkerung fuer Jahrzehnte zu versorgen, waere er die einzige Quelle. Ich war damals skeptisch, ob das Wasser wirklich so sauber ist, wie alle behaupten. Doch im Winter, wenn das Eis meterdick gefriert, kann man bis zu 40 Meter tief blicken. Es ist ein unheimliches, aber wunderschoenes Gefuehl, ueber diesem schwarzen Abgrund zu stehen. Die Klarheit resultiert aus der extremen Kaelte und winzigen Krebsen, die das Wasser kontinuierlich filtern.
2. Crater Lake: Das tiefblaue Juwel in Oregon
In den USA gibt es kaum ein Gewaesser, das eine so intensive Farbe aufweist wie der Crater Lake. Er ist das Ergebnis einer gewaltigen vulkanaeren Explosion, die die Landschaft fuer immer veraenderte.
Der Crater Lake in Oregon liegt in einer Hoehe von etwa 1.882 Metern und ist mit 594 Metern der tiefste See der USA. Er entstand vor etwa 7.700 Jahren durch den Einsturz des Vulkans Mount Mazama.[3] Das Besondere: Es gibt keine Zu- oder Abfluesse. Der See speist sich ausschliesslich aus Regen und Schneeschmelze, was ihn zu einem der reinsten Gewaesser der Welt macht. Die Farbe ist so tiefblau, dass man fast meint, Tinte vor sich zu haben. Selten wirkt Natur so unberuehrt, doch der Aufstieg zum Kraterrand kann anstrengend sein - meine Lungen haben die duenne Hoehenluft definitiv gespuert.
3. Plitvicer Seen: Ein Maerchen aus Wasserfaellen
Kroatien beheimatet ein System aus 16 oberirdischen Seen, die durch unzaehlige Wasserfaelle miteinander verbunden sind. Es ist ein Ort, an dem man sich wie in einem Fantasy-Film fühlt.
Die Plitvicer Seen ziehen jaehrlich rund 1,5 Millionen Besucher an, was einen enormen Druck auf das fragile Oekosystem ausuebt. [4] Durch Kalkablagerungen bilden sich staendig neue Barrieren aus Travertin, wodurch sich die Form der Seen ueber Jahrzehnte hinweg leicht veraendert. Das Wasser schimmert je nach Mineralgehalt und Lichteinfall in Farben von Azurblau bis hin zu Smaragdgruen. Aber hier ist Vorsicht geboten: Die Wege koennen sehr schmal sein. Ich bin einmal fast in ein flaches Becken gerutscht, weil ich zu sehr auf meine Kamera und zu wenig auf meine Füße geachtet habe. Ein klassischer Anfaengerfehler.
4. Peyto Lake: Kanadas tuerkisfarbene Ikone
In den kanadischen Rocky Mountains findet man Seen, die so tuerkis leuchten, dass man es kaum glauben kann. Der Peyto Lake ist dabei oft der Favorit von Fotografen.
Seine markante Farbe erhaelt der See durch Gletschermehl - fein zerriebenes Gestein, das im Schmelzwasser schwebt und das Sonnenlicht reflektiert. In den Sommermonaten erreicht die Farbintensitaet ihren Hoehepunkt, weshalb sie als türkisfarbene Seen weltweit berühmt sind. Rund 4,5 Millionen Menschen besuchen den Banff-Nationalpark jaehrlich, und viele davon stauen sich am Aussichtspunkt des Peyto Lake. Es lohnt sich, ein paar Meter weiter zu wandern, um den Massen zu entkommen. Wenn man dort oben steht und auf das Wasser blickt, das die Form eines Wolfskopfes hat, vergisst man den Stress der Anreise sofort. Die Natur zeigt hier ihre dramatischste Seite.
5. Lake Hillier: Das Geheimnis der Farbe Pink
Erinnern Sie sich an die Erdbeermilch, die ich anfangs erwaehnt habe? Das ist der Lake Hillier in Australien. Seine Farbe ist kein optisches Phaenomen, sondern bleibt sogar erhalten, wenn man das Wasser in ein Glas fuellt.
Die ungewoehnliche Faerbung entsteht durch eine Kombination aus Algen und speziellen Bakterien, die in dem extrem salzhaltigen Milieu gedeihen. Der See ist nur etwa 600 Meter lang, wirkt aber durch den Kontrast zum dunkelblauen Ozean und dem weissen Sandstrand absolut surreal. Man kann ihn am besten aus der Luft bestaunen. Viele denken, es waere gefaehrlich, dort zu schwimmen - ist es nicht, aber es ist ohnehin fast unmoeglich, dorthin zu gelangen, da der See in einem geschuetzten Naturreservat liegt. Es bleibt also ein Privileg fuer diejenigen, die einen Rundflug buchen koennen.
6. Lake Tahoe: Klarheit zwischen zwei Staaten
An der Grenze zwischen Kalifornien und Nevada liegt ein See, der fuer seine unglaubliche Transparenz bekannt ist. Er ist ein Spielplatz fuer Outdoor-Begeisterte das ganze Jahr ueber.
Die Sichtweite im Lake Tahoe betraegt durchschnittlich etwa 21 Meter unter der Oberflaeche.[5] Das ist bemerkenswert fuer einen See dieser Groesse. In den letzten Jahrzehnten hat die Klarheit zwar leicht abgenommen, doch massive Schutzmassnahmen versuchen, diesen Zustand zu bewahren. Das Wasser ist auch im Sommer verdammt kalt - ich habe nur fuenf Minuten darin ausgehalten, bevor meine Beine taub wurden. Doch die Kombination aus schneebedeckten Gipfeln und glasklarem Wasser ist jede Gaensehaut wert.
7. Atitlan-See: Mystik unter Vulkanen
Guatemala beherbergt einen See, den der Schriftsteller Aldous Huxley einst als den schoensten der Welt bezeichnete. Umgeben von drei maechtigen Vulkanen bietet er eine spirituelle Atmosphaere.
Der Atitlan-See ist vulkanischen Ursprungs und erreicht Tiefen von ueber 340 Metern. Die Doerfer am Ufer sind oft nur per Boot erreichbar, was den Charme der Abgeschiedenheit bewahrt. Wenn Reisende überlegen, welche Seen muss man gesehen haben, steht dieser Ort oft ganz oben. Am Nachmittag weht oft der Xocomil, ein starker Wind, der das Wasser unruhig macht. Wer die Ruhe sucht, sollte also frueh morgens auf das Wasser gehen. Die Wolken, die an den Vulkankegeln hängen, erzeugen ein Lichtspiel, das sich minuetlich aendert. Ein Ort, an dem die Zeit scheinbar langsamer laeuft - oder zumindest sollte sie das.
8. Wakatipu-See: Neuseelands pulsierendes Herz
In der Naehe von Queenstown liegt ein See, der eine seltsame Besonderheit hat: Er atmet. Sein Wasserspiegel steigt und faellt alle paar Minuten um etwa 10 bis 20 Zentimeter.
Der Wakatipu-See in Neuseeland erstreckt sich ueber eine Laenge von 80 Kilometern und erreicht eine Tiefe von 380 Metern. [6] Das regelmaessige Steigen und Fallen ist ein physikalisches Phaenomen, eine sogenannte Seiche, die durch den Luftdruck und die Form des Sees entsteht. Fuer die Maori ist es jedoch der Herzschlag eines Riesen, der am Boden des Sees schlaeft. Die Bergkette der Remarkables spiegelt sich im Wasser und bietet eine Kulisse, die weltweit ihresgleichen sucht. Ich habe dort einen ganzen Nachmittag nur damit verbracht, die Kieselsteine am Ufer zu beobachten - unglaublich meditativ.
9. Moraine Lake: Das Tal der zehn Gipfel
Wenn man nach dem Inbegriff eines Bergsees sucht, landet man fast zwangslaeufig beim Moraine Lake, der zweifellos in jede spektakuläre Bergseen Liste gehört. Er ist so schoen, dass er frueher sogar die kanadische 20-Dollar-Note zierte.
Die zehn Gipfel, die den See umrahmen, bilden eine perfekte Symmetrie. In den letzten Jahren ist der See jedoch so beliebt geworden, dass die Zufahrtsstrasse fuer den Individualverkehr oft komplett gesperrt ist. Man muss Shuttle-Busse nutzen, was die Spontaneitaet etwas einschränkt. Doch sobald man am Ufer steht und das milchige Blau sieht, vergisst man die organisatorischen Huerden. Ein Tipp: Kommen Sie zum Sonnenaufgang, wenn die ersten Strahlen die Bergspitzen rot leuchten lassen. Das ist der Moment, fuer den man die Kaelte gerne in Kauf nimmt.
10. Gardasee: Mediterranes Flair am Alpenrand
Der Gardasee ist der groesste See Italiens und verbindet schroffe Alpengipfel im Norden mit sanften Weinbergen im Sueden. Er ist ein Klassiker, der niemals aus der Mode kommt.
Mit einer Oberflaeche von 370 Quadratkilometern bietet er Raum fuer fast jede Aktivitaet und verdient einen Platz in jedem schönste Seen Europa und Übersee Vergleich. Besonders im Norden, bei Riva del Garda, ist das Wasser oft kristallklar und ideal zum Windsurfen. Ich habe dort gelernt, dass man den Wind niemals unterschaetzen darf - nach einer Kenterung im kalten Wasser wusste ich das sehr genau. Doch die Belohnung nach dem Sport ist ein Espresso am Hafen, waehrend die Sonne hinter den Bergen verschwindet. Es ist die Kombination aus italienischer Lebensfreude und alpiner Natur, die diesen See so zeitlos macht.
Fazit: Welchen See sollten Sie zuerst besuchen?
Ob die eisige Klarheit des Baikalsees oder das mystische Blau des Crater Lake - jeder dieser Seen hat seinen eigenen Charakter. Es geht nicht nur um die Optik, sondern um das Gefuehl, das diese Orte in uns ausloesen. Planen Sie Ihre Reise sorgfaeltig, achten Sie auf die beste Reisezeit und - am wichtigsten - nehmen Sie sich Zeit, die Stille am Ufer wirklich zu geniessen. Die 10 schönsten Seen der Welt warten darauf, entdeckt zu werden.
Die Top-Seen im direkten Vergleich
Jeder See bietet ein unterschiedliches Erlebnis. Hier sehen Sie die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick.Baikalsee (Sibirien)
- Tiefster See der Welt und riesiger Suesswasserspeicher
- Extrem hoch, Sichtweiten bis zu 40 Meter
- Eiswandern im Winter und Naturbeobachtung
Crater Lake (USA)
- Vulkankrater ohne Zufluesse, extrem reines Wasser
- Sehr hoch, bekannt fuer tiefblaues Wasser
- Wandern am Kraterrand und Fotografie
Lake Louise (Kanada)
- Gletschersee mit leuchtend tuerkiser Farbe
- Geringer als Tahoe, dafuer intensive Farbe
- Kanu fahren und Bergwandern
Lukas' Suche nach der perfekten Spiegelung am Gardasee
Lukas, ein Hobbyfotograf aus Hamburg, wollte unbedingt das perfekte Foto vom Gardasee bei Sonnenaufgang machen. Er reiste im Juli an und war frustriert: Die Uferpromenaden waren ueberfuellt, und die Hitze erzeugte ein flimmerndes Licht, das jedes Foto unscharf wirken liess.
Sein erster Versuch, von Malcesine aus zu fotografieren, scheiterte an den vielen Touristenbooten, die das Wasser unruhig machten. Er war kurz davor, seine Ausruestung zu packen und nach Hause zu fahren, da die Realitaet nicht seinen Erwartungen entsprach.
Ein Einheimischer gab ihm den Tipp, es im Oktober erneut zu versuchen und in den Norden nach Torbole zu fahren. Lukas kehrte drei Monate spaeter zurueck und realisierte, dass das Licht im Herbst viel weicher ist und die Seeoberflaeche morgens wie Glas wirkte.
Das Ergebnis war beeindruckend: Er schoss sein bestes Bild bei Windstille um 6 Uhr morgens. Er lernte, dass Geduld und das Verstaendnis fuer die Jahreszeiten wichtiger sind als die teuerste Kameraausruestung.
Wichtige Begriffe
Tiefe ist nicht allesWaehrend der Baikalsee durch seine Tiefe beeindruckt, besticht der Crater Lake durch seine Reinheit und der Lake Hillier durch seine ungewoehnliche Farbe.
Timing ist entscheidendDie Sichtweite und Farbintensitaet haengen stark von der Jahreszeit und dem Lichteinfall ab - frueh morgens ist oft die beste Zeit.
Schutz der OekosystemeViele dieser Seen sind fragile Naturwunder. Ein respektvoller Umgang und das Einhalten von Regeln vor Ort sind fuer ihren Erhalt essenziell.
Nächste verwandte Infos
Welcher See ist der tiefste der Welt?
Der Baikalsee in Sibirien haelt mit einer Tiefe von 1.642 Metern den Rekord. Er ist zudem einer der aeltesten Seen der Erde und beherbergt eine einzigartige Flora und Fauna.
Welche Seen muss man gesehen haben, wenn man tuerkises Wasser liebt?
Hier sind die kanadischen Rockies unschlagbar. Besonders der Peyto Lake und der Moraine Lake bieten durch das Gletschermehl eine Farbintensitaet, die weltweit fast einmalig ist.
Warum ist der Lake Hillier in Australien rosa?
Die rosa Farbe resultiert aus Organismen wie Dunaliella salina Algen und Halobakterien. Diese gedeihen in dem extrem salzhaltigen Wasser und erzeugen die markante Faerbung.
Zitate
- [1] De - Der Baikalsee ist mit einer Tiefe von 1.642 Metern der tiefste See der Erde und enthaelt etwa 20 Prozent des unversiegelten Suesswassers weltweit.
- [3] De - Der Crater Lake entstand vor etwa 7.700 Jahren durch den Einsturz des Vulkans Mount Mazama.
- [4] Np-plitvicka-jezera - Die Plitvicer Seen ziehen jaehrlich rund 1,5 Millionen Besucher an, was einen enormen Druck auf das fragile Oekosystem ausuebt.
- [5] Rgj - Die Sichtweite im Lake Tahoe betraegt durchschnittlich etwa 21 Meter unter der Oberflaeche.
- [6] De - Der Wakatipu-See in Neuseeland erstreckt sich ueber eine Laenge von 80 Kilometern und erreicht eine Tiefe von 380 Metern.
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