Was gibt es alles für Wassersorten?

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Welche Wassersorten gibt es? In Deutschland existieren über 500 verschiedene Mineralwässer und rund 35 Heilwässer mit weltweit einzigartiger Vielfalt. Trinkwasser erfüllt durch regelmäßige Prüfungen auf über 30 Parameter zu über 99 Prozent die strengen Grenzwerte der Trinkwasserverordnung. Tafelwasser besteht im Gegensatz zu Mineralwasser oft aus aufbereitetem Leitungswasser und kann theoretisch mehr Calcium oder Magnesium enthalten als preiswerte Mineralwässer.
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Welche Wassersorten gibt es? Über 500 Mineralwässer

Welche Wassersorten gibt es? Das Verständnis der verschiedenen Wasserarten schützt Verbraucher vor unnötigen Ausgaben und Fehlkäufen im Supermarkt. Viele Bezeichnungen klingen zwar exklusiv, verbergen jedoch oft einfache Aufbereitungsprozesse hinter kostspieligem Marketing. Wer die rechtlichen Unterschiede genau kennt, trifft informierte Entscheidungen für die eigene Gesundheit und den Geldbeutel.

Was gibt es alles für Wassersorten? Ein Überblick über die deutsche Wasserlandschaft

Wer in Deutschland vor dem Getränkeregal steht, hat die Qual der Wahl zwischen Hunderten von Etiketten, die alle eines versprechen: pure Erfrischung. Doch hinter Begriffen wie Mineralwasser, Tafelwasser oder Quellwasser verbergen sich rechtlich streng getrennte Welten mit völlig unterschiedlichen Anforderungen an Reinheit und Inhaltsstoffe. Es kann durchaus verwirrend sein - und das sage ich aus eigener Erfahrung, da ich jahrelang glaubte, jedes Flaschenwasser sei automatisch Mineralwasser.

In Deutschland gibt es über 500 verschiedene Mineralwässer und rund 35 Heilwässer, was eine weltweit einzigartige Vielfalt darstellt.[1] Jede Sorte unterliegt spezifischen Verordnungen, die von der Gewinnung bis zur Abfüllung alles regeln. Aber es gibt ein wichtiges Detail: Eine dieser Bezeichnungen ist oft kaum mehr als aufbereitetes Leitungswasser, das unter einem schicken Namen teuer verkauft wird - welchen Marketing-Trick Sie unbedingt kennen sollten, verrate ich Ihnen später im Abschnitt über das Tafelwasser.

Natürliches Mineralwasser: Das einzige amtlich anerkannte Lebensmittel

Natürliches Mineralwasser ist in Deutschland das am strengsten kontrollierte Wasser und das einzige Lebensmittel, das eine offizielle amtliche Anerkennung benötigt. Es muss aus unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen stammen und direkt am Quellort abgefüllt werden, um seine ursprüngliche Reinheit zu bewahren.

Die Anforderungen are hoch: Deutschland verfügt über mehr als 500 verschiedene Mineralwässer, die jeweils eine charakteristische Zusammensetzung aus Mineralstoffen und Spurenelementen aufweisen. Diese Zusammensetzung darf - abgesehen von jahreszeitlich bedingten Schwankungen - kaum variieren. Ich erinnere mich noch gut an meine erste Recherche zu diesem Thema. Ich war schockiert zu erfahren, dass man Mineralwasser fast gar nicht behandeln darf. Lediglich der Entzug von Eisen oder Schwefel sowie der Zusatz oder Entzug von Kohlensäure sind erlaubt. Alles andere würde den Status als natürliches Mineralwasser sofort zunichtemachen.

Einfach nur Wasser? Von wegen. Die strengen Kontrollen sorgen dafür, dass über 200 verschiedene Analysen durchgeführt werden, bevor eine Quelle überhaupt die Zulassung erhält. Das macht es zu einem der sichersten Produkte für den täglichen Konsum.

Heilwasser, Quellwasser und Tafelwasser: Wo liegen die Unterschiede?

Neben dem klassischen Mineralwasser gibt es weitere Kategorien, die oft im selben Regal stehen, aber rechtlich völlig anders bewertet werden. Während Heilwasser als Arzneimittel gilt, ist Tafelwasser ein rein industrielles Mischprodukt, das theoretisch überall hergestellt werden kann.

Heilwasser: Wasser mit medizinischer Wirkung

Heilwasser ist die älteste Form des Funktionswassers und unterliegt in Deutschland dem Arzneimittelgesetz. Es muss eine nachgewiesene vorbeugende oder heilende Wirkung haben, die durch klinische Studien oder wissenschaftliche Daten belegt ist. Aufgrund des oft sehr hohen Mineralstoffgehalts schmeckt es meist deutlich markanter als normales Wasser.

Quellwasser und das Geheimnis des Tafelwassers

Quellwasser stammt zwar wie Mineralwasser aus unterirdischen Vorkommen, benötigt aber keine amtliche Anerkennung. Die chemischen Anforderungen an die Reinheit sind hier etwas niedriger angesetzt. Und nun zum Tafelwasser - hier wird es interessant. Seien wir ehrlich: Viele von uns greifen im Restaurant zu teurem Wasser, ohne zu wissen, dass Tafelwasser oft nur aufbereitetes Leitungswasser ist, dem Mineralstoffe oder Kohlensäure zugesetzt wurden.

Hier ist der eingangs erwähnte Trick: Tafelwasser darf im Gegensatz zu Mineral- oder Quellwasser auch aus Meerwasser oder Trinkwasser gemischt werden. Es gibt keine Bindung an eine bestimmte Quelle. In meiner Zeit als Student habe ich Unmengen für Tafelwasser ausgegeben, bis ich begriff, dass ich für denselben Preis Tausende Liter aus dem Hahn bekommen hätte. Es ist ein klassisches Beispiel dafür, wie gutes Design und Branding den Wert eines Basisprodukts künstlich aufblähen können.

Leitungswasser: Die unterschätzte Alternative

In Deutschland ist Leitungswasser - oft auch als Trinkwasser bezeichnet - das am besten überwachte Lebensmittel überhaupt. Es wird lokal aus Grundwasser, Oberflächenwasser oder Quellwasser gewonnen und so aufbereitet, dass es bedenkenlos direkt aus dem Hahn getrunken werden kann.

Trinkwasser wird auf über 30 verschiedene Parameter hinweg regelmäßig geprüft, um Grenzwerte für Schadstoffe und Bakterien einzuhalten.[3] Statistiken zeigen, dass die Wasserqualität in Deutschland zu fast 100 Prozent (genauer gesagt über 99 Prozent) den strengen Anforderungen der Trinkwasserverordnung entspricht. Das ist ein Spitzenwert. Trotzdem hält sich hartnäckig das Gerücht, Flaschenwasser sei gesünder. Fakt ist jedoch: Oft enthält Leitungswasser sogar mehr Calcium oder Magnesium als manche Billig-Mineralwässer aus dem Discounter. Wer also Geld sparen und die Umwelt schonen will, liegt hier goldrichtig.

Kurz und knapp: Ein echter Geheimtipp.

Spezielle Wasserarten: Von basisch bis destilliert

Abseits der Massenware finden sich immer mehr Trend-Wässer in den Läden. Dazu gehört zum Beispiel basisches Wasser, das einen pH-Wert von über 8 aufweist und angeblich der Übersäuerung des Körpers entgegenwirken soll. Wissenschaftlich ist der Nutzen beim gesunden Menschen jedoch umstritten, da unser Magen ohnehigen extrem sauer ist und den pH-Wert sofort neutralisiert.

Destilliertes Wasser wiederum ist fast vollständig von allen Mineralien befreit. Entgegen dem alten Mythos ist es nicht sofort tödlich, es zu trinken, aber als Durstlöscher ist es ungeeignet, da dem Körper keine Elektrolyte zugeführt werden. In extremen Mengen kann es durch Osmose sogar Zellen schädigen - aber wer trinkt schon freiwillig literweise Bügelwasser?

Vergleich der gängigsten Wasserarten in Deutschland

Die Wahl des richtigen Wassers hängt oft von persönlichen Vorlieben, dem Geldbeutel und gesundheitlichen Aspekten ab. Hier sehen Sie die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick.

Natürliches Mineralwasser

  • Unterirdisches, geschütztes Vorkommen; muss amtlich anerkannt sein
  • Ideal als täglicher Durstlöscher mit natürlichen Mineralstoffen
  • Moderat bis hoch, je nach Marke und Transportweg
  • Fast keine Behandlung erlaubt; ursprüngliche Reinheit steht im Fokus

Leitungswasser (Trinkwasser)

  • Lokal gewonnen aus Grund- oder Oberflächenwasser
  • Praktisch, umweltfreundlich und von exzellenter Qualität
  • Extrem günstig (ca. 0,2 Cent pro Liter)
  • Umfangreiche Filterung und Reinigung gemäß Trinkwasserverordnung

Tafelwasser

  • Keine feste Quelle; Mischung aus verschiedenen Wasserarten möglich
  • Häufig in der Gastronomie oder als Basis für Schorlen genutzt
  • Oft unverhältnismäßig teuer im Vergleich zur Herstellung
  • Beliebige Zusätze wie Meerwasser, Salze oder CO2 erlaubt
Für den Alltag ist Leitungswasser die preiswerteste und ökologischste Wahl. Wer Wert auf spezifische, natürliche Mineralisierungen legt, greift zum Mineralwasser. Tafelwasser hingegen bietet meist keinen qualitativen Mehrwert gegenüber gutem Leitungswasser.

Lukas' Umstieg: Vom Kistenschleppen zum Wassersprudler

Lukas, ein 34-jähriger Architekt aus Hamburg, schleppte jede Woche schwere Kisten mit teurem Glasflaschen-Mineralwasser in den vierten Stock. Er war überzeugt, dass nur dieses Wasser die nötige Qualität für seine Gesundheit bot, fühlte sich aber zunehmend erschöpft von der Logistik.

Er kaufte sich einen modernen Wassersprudler und probierte Leitungswasser. Doch der Geschmack enttäuschte ihn sofort - das Wasser schmeckte ihm zu flach und irgendwie chlorig. Er wollte das Gerät schon frustriert zurückgeben.

Lukas informierte sich und stellte fest, dass die alten Leitungen in seinem Haus das Problem sein könnten. Er ließ einen einfachen Wasserfilter installieren und analysierte die Wasserwerte seines Bezirks. Er stellte fest, dass sein Leitungswasser sogar mehr Magnesium enthielt als sein altes Flaschenwasser.

Heute spart Lukas etwa 400 Euro pro Jahr und hat deutlich weniger Rückenschmerzen. Die Wasserqualität ist durch den Filter konstant hoch, und er nutzt die gesparte Zeit für längere Läufe an der Alster statt im Getränkemarkt.

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Für Babys sollte Wasser mit der Aufschrift -geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung- verwendet werden. Dieses Wasser ist besonders streng auf Nitrat (unter 10 Milligramm pro Liter) und Natrium (unter 20 Milligramm pro Liter) geprüft, um die empfindlichen Nieren der Säuglinge zu schonen.

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Kann Leitungswasser schlecht werden?

In der Leitung selbst kann Wasser stagnieren, wenn es länger als 4 Stunden steht. Dann können sich Keime vermehren oder Stoffe aus den Rohren lösen. Es empfiehlt sich, das Wasser so lange laufen zu lassen, bis es spürbar kühler aus dem Hahn kommt, bevor man es trinkt.

Warum schmeckt Mineralwasser von Marke zu Marke so unterschiedlich?

Der Geschmack wird maßgeblich durch die gelösten Mineralien bestimmt. Viel Natrium und Chlorid sorgen für eine salzige Note, während viel Calcium einen eher trockenen oder herben Geschmack erzeugt. Magnesium kann dem Wasser eine leicht bittere oder süßliche Nuance verleihen.

Lernziele

Mineralwasser ist ein Naturprodukt

Es darf kaum behandelt werden und muss direkt an der Quelle abgefüllt werden, was seine ursprüngliche Reinheit garantiert.

Leitungswasser spart bares Geld

Bei einem Preis von nur 0,2 Cent pro Liter ist es die günstigste Möglichkeit, den täglichen Flüssigkeitsbedarf von ca. 2 Litern zu decken.

Falls Sie sich für die globale Perspektive interessieren, erfahren Sie hier mehr: Welche Arten von Wasser gibt es auf der Erde?.
Achtung bei Tafelwasser

Lassen Sie sich nicht vom Namen täuschen - es handelt sich oft nur um aufbereitetes Leitungswasser mit Zusätzen, kein Naturprodukt.

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Querverweise

  • [1] Vdm-bonn - In Deutschland gibt es über 500 verschiedene Mineralwässer und rund 35 Heilwässer, was eine weltweit einzigartige Vielfalt darstellt.
  • [3] Umweltbundesamt - Trinkwasser wird auf über 30 verschiedene Parameter hinweg regelmäßig geprüft, um Grenzwerte für Schadstoffe und Bakterien einzuhalten.