Was fressen frisch geschlüpfte Fische?

45 Aufrufe
Frisch geschlüpfte Fische benötigen ein spezielles Aufzuchtfutter, da ihr Maul noch zu klein für Flockenfutter ist. Dieses Futter ist entweder flüssig oder als Staubfutter erhältlich.
Kommentar 0 Gefällt mir

Die ersten Bissen: Was frisch geschlüpfte Fische wirklich brauchen

Die Aufzucht von frisch geschlüpften Fischen ist eine faszinierende, aber auch anspruchsvolle Aufgabe. Während das Schlüpfen selbst ein erfreuliches Ereignis ist, beginnt nun die eigentliche Herausforderung: die korrekte Ernährung der winzigen Lebewesen. Denn was viele Aquarianer unterschätzen, ist, dass das Futter für adulte Fische für die frisch Geschlüpften völlig ungeeignet ist. Die richtige Nahrung ist entscheidend für ihr Überleben und eine gesunde Entwicklung.

Warum herkömmliches Fischfutter nicht funktioniert

Das Problem liegt in der schieren Größe der Jungfische. Ihr Maul ist noch winzig, und sie sind nicht in der Lage, größere Futterpartikel wie Flockenfutter zu bewältigen. Versuche, Flockenfutter zu zerkleinern, sind meist ineffektiv, da die entstehenden Partikel immer noch zu groß sein können oder sich schnell zersetzen und das Wasser belasten.

Spezialfutter für die ersten Lebenstage

Für die ersten Lebenstage benötigen die frisch geschlüpften Fische daher spezielles Aufzuchtfutter. Dieses ist in der Regel in zwei Formen erhältlich:

  • Flüssigfutter: Flüssiges Aufzuchtfutter enthält feinste Partikel und Nährstoffe in gelöster Form. Es ist besonders leicht verdaulich und kann direkt von den Jungfischen aufgenommen werden. Allerdings ist es wichtig, die Dosierung genau zu beachten, da eine Überfütterung schnell zu einer Belastung des Wassers führen kann.

  • Staubfutter: Staubfutter besteht aus extrem feinen Pulverpartikeln. Es ist in der Regel etwas günstiger als Flüssigfutter und kann auch über einen längeren Zeitraum gelagert werden. Die Partikel schweben im Wasser und bieten den Jungfischen die Möglichkeit, nach Bedarf zu fressen.

Was steckt drin? Die Inhaltsstoffe des Aufzuchtfutters

Gutes Aufzuchtfutter sollte eine ausgewogene Mischung aus Proteinen, Fetten und Kohlenhydraten enthalten, um das Wachstum und die Entwicklung der Jungfische optimal zu unterstützen. Viele Produkte sind mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.

Lebendfutter als natürliche Alternative

Neben den kommerziell erhältlichen Aufzuchtfuttern gibt es auch natürliche Alternativen in Form von Lebendfutter. Dieses ist oft die beste Wahl, da es den natürlichen Fressgewohnheiten der Fische entspricht und eine hohe Nährwertdichte aufweist. Beliebte Optionen sind:

  • Infusorien: Diese mikroskopisch kleinen Lebewesen sind ideal für die allerersten Lebenstage der Jungfische. Sie können leicht selbst gezüchtet werden und stellen eine natürliche und nahrhafte Nahrungsquelle dar.

  • Pantoffeltierchen: Pantoffeltierchen sind etwas größer als Infusorien und eignen sich für Jungfische, die bereits etwas gewachsen sind. Auch sie lassen sich relativ einfach in Kultur halten.

  • Rädertierchen: Rädertierchen sind ebenfalls eine gute Option, besonders für Meerwasserfische.

  • Mikrowürmchen: Diese winzigen Würmer sind sehr nahrhaft und können leicht gezüchtet werden. Sie sind besonders gut geeignet für Jungfische, die bereits etwas größer sind.

  • frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien: Artemia-Nauplien sind zwar etwas größer, können aber vielen Jungfischen schon kurz nach dem Schlüpfen angeboten werden. Sie sind reich an Proteinen und essentiellen Fettsäuren und fördern das Wachstum.

Die richtige Fütterungstechnik

Unabhängig davon, welches Futter Sie wählen, ist die richtige Fütterungstechnik entscheidend. Hier einige Tipps:

  • Häufige, kleine Portionen: Füttern Sie die Jungfische mehrmals täglich (3-5 Mal) in kleinen Portionen. So stellen Sie sicher, dass sie immer Zugang zu Nahrung haben, ohne das Wasser zu belasten.

  • Beobachten Sie das Fressverhalten: Achten Sie genau darauf, wie die Jungfische auf das Futter reagieren. Nehmen sie es gut an? Schwimmen sie aktiv umher, um nach Nahrung zu suchen? Passen Sie die Futtermenge entsprechend an.

  • Regelmäßige Wasserwechsel: Futterreste und Ausscheidungen der Jungfische können das Wasser schnell belasten. Führen Sie daher regelmäßige Wasserwechsel durch, um die Wasserqualität aufrechtzuerhalten.

Fazit

Die Ernährung frisch geschlüpfter Fische ist eine Wissenschaft für sich. Mit dem richtigen Futter, der passenden Fütterungstechnik und regelmäßigen Wasserwechseln können Sie jedoch die besten Voraussetzungen für ein gesundes und erfolgreiches Aufwachsen Ihrer Jungfische schaffen. Experimentieren Sie ruhig mit verschiedenen Futterarten und beobachten Sie genau, was Ihren kleinen Schützlingen am besten bekommt. Denn am Ende ist jede Fischart und sogar jeder Wurf ein wenig anders und benötigt möglicherweise individuelle Anpassungen.