Kann man B12 unbedenklich nehmen?

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Vitamin B12, wasserlöslich, wird überschüssig ausgeschieden. Ältere Studien sahen keine Risiken bei Überdosierung. Neuere Forschung (2017/2018) deutet jedoch auf ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko bei täglichen Dosen über 55 µg hin. Vorsicht ist daher geboten, besonders bei hohen Dosierungen.
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Vitamin B12: Unbedenklich oder Risiko? Ein Blick auf die aktuelle Forschung

Vitamin B12, auch Cobalamin genannt, ist ein essentielles Vitamin, das unser Körper für zahlreiche Funktionen benötigt. Dazu gehören die Bildung roter Blutkörperchen, die Funktion des Nervensystems und die DNA-Synthese. Da der Körper Vitamin B12 nicht selbst herstellen kann, müssen wir es über die Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel aufnehmen.

Lange Zeit galt Vitamin B12 aufgrund seiner Wasserlöslichkeit als weitgehend unbedenklich. Der Überschuss, so die Annahme, wird einfach über den Urin ausgeschieden. Daher gab es in älteren Studien kaum Hinweise auf Risiken bei einer Überdosierung. Viele Menschen nahmen und nehmen daher Vitamin B12 in oft hohen Dosen ein, sei es zur Prävention oder zur Behandlung eines Mangels.

Doch die Forschung entwickelt sich ständig weiter. Neuere Studien, insbesondere aus den Jahren 2017 und 2018, werfen nun ein neues Licht auf die potenziellen Risiken einer übermäßigen B12-Einnahme.

Was die neuen Studien zeigen:

Einige dieser Studien deuten auf einen Zusammenhang zwischen hohen Vitamin B12-Dosierungen und einem erhöhten Risiko für Lungenkrebs hin. Eine Studie, veröffentlicht in dem Fachjournal Journal of Clinical Oncology, kam zu dem Ergebnis, dass Männer, die täglich mehr als 55 µg Vitamin B12 einnahmen, ein höheres Risiko hatten, an Lungenkrebs zu erkranken, insbesondere wenn sie Raucher waren.

Es ist wichtig zu betonen, dass es sich hierbei um Assoziationsstudien handelt. Das bedeutet, dass ein Zusammenhang festgestellt wurde, aber nicht unbedingt ein direkter kausaler Zusammenhang bewiesen ist. Weitere Forschung ist notwendig, um die genauen Mechanismen hinter diesem potenziellen Risiko zu verstehen.

Was bedeutet das für die Einnahme von Vitamin B12?

Diese neuen Erkenntnisse mahnen zur Vorsicht, insbesondere bei der Einnahme hoher Dosierungen von Vitamin B12. Hier sind einige wichtige Punkte, die man beachten sollte:

  • Bedarf prüfen: Bevor man zu Nahrungsergänzungsmitteln greift, sollte man seinen Vitamin B12-Spiegel beim Arzt überprüfen lassen. Ein Mangel sollte ärztlich diagnostiziert und behandelt werden.
  • Ernährung optimieren: Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichenden Mengen an tierischen Produkten (Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte) kann oft bereits den Bedarf decken.
  • Niedrigere Dosierungen bevorzugen: Wenn Nahrungsergänzungsmittel notwendig sind, sollte man niedrigere Dosierungen bevorzugen und die empfohlene Tagesdosis nicht ohne ärztlichen Rat überschreiten.
  • Ärztliche Beratung: Bei Unsicherheiten oder Vorerkrankungen sollte man sich unbedingt von einem Arzt oder Apotheker beraten lassen.
  • Risikogruppen beachten: Raucher und Personen mit einer familiären Vorbelastung für Lungenkrebs sollten besonders vorsichtig sein und die Einnahme von Vitamin B12-Präparaten mit ihrem Arzt besprechen.

Fazit:

Vitamin B12 ist ein lebensnotwendiges Vitamin, und ein Mangel kann schwerwiegende Folgen haben. Allerdings deuten neuere Studien darauf hin, dass eine übermäßige Einnahme, insbesondere in hohen Dosierungen, möglicherweise nicht so unbedenklich ist, wie bisher angenommen. Ein bewusster Umgang mit Vitamin B12, die Berücksichtigung des individuellen Bedarfs und die Rücksprache mit einem Arzt sind ratsam, um von den Vorteilen zu profitieren und potenzielle Risiken zu minimieren. Die Devise sollte lauten: So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich.

Disclaimer: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar. Konsultieren Sie immer einen Arzt oder Apotheker, bevor Sie mit der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln beginnen oder Ihre bestehende Behandlung ändern.