Wie kalt dürfen Tomaten stehen?

28 Aufrufe
Tomatenpflanzen, die ab Anfang Mai ins Freie gebracht werden, benötigen Temperaturen über 12°C. Abhärtung unter geschütztem, hellem Schatten an sonnigen Tagen ist ideal. Eine zu niedrige Temperatur kann das Wachstum beeinträchtigen.
Kommentar 0 Gefällt mir

Tomaten und die Temperatur: Ein kühler Kopf für warme Früchte

Tomaten, die Sonne auf der Haut und das Aroma von Sommer in sich tragend, sind für viele Gärtner das Highlight der Saison. Doch der Weg zur reifen, saftigen Frucht ist gepflastert mit einigen Temperatur-Hürden. Besonders die Frage, wie kalt Tomaten vertragen, stellt sich immer wieder, vor allem bei der Überführung der empfindlichen Pflänzchen aus dem geschützten Gewächshaus ins Freiland.

Die oft genannte Grenze von 12°C für Tomatenpflanzen im Freien bezieht sich dabei auf die Bodentemperatur. Liegt die Erdtemperatur unter diesem Wert, wird die Wurzelentwicklung stark beeinträchtigt. Die Pflanze kann zwar noch oberirdisch wachsen, aber der Nährstofftransport ist eingeschränkt, was zu kümmerlichem Wachstum und einer geringeren Ernte führt. Wichtig ist hier zu verstehen: Eine kurze Nacht mit leicht unter 12°C schadet der Pflanze in der Regel nicht, solange die Tage warm und sonnig sind und die Bodentemperatur tagsüber wieder ansteigt. Problematisch wird es hingegen bei anhaltenden, niedrigen Temperaturen.

Auch die Lufttemperatur spielt eine Rolle. Während junge Tomatenpflanzen empfindlicher auf Kälteschäden reagieren, vertragen ältere, bereits kräftig gewachsene Exemplare kurzzeitige Temperaturschwankungen besser. Jedoch sollten auch sie nicht dauerhaft Temperaturen unter 10°C ausgesetzt sein. Frost ist für Tomatenpflanzen in jedem Stadium absolut tödlich.

Die Abhärtung, bevor die Pflanzen ins Freiland kommen, ist daher essentiell. Eine schrittweise Gewöhnung an die Außentemperaturen, idealerweise unter geschütztem, hellem Schatten an sonnigen Tagen, schützt die Pflanzen vor Kälteschock. Dabei sollte man die Pflanzen zunächst nur für kurze Zeit ins Freie stellen und die Dauer langsam steigern. Besonders wichtig ist es, die Pflanzen vor nächtlichem Frost zu schützen, beispielsweise durch Abdecken mit Vlies.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die ideale Temperatur für Tomatenpflanzen liegt deutlich über 12°C, sowohl in der Erde als auch in der Luft. Kurze Phasen mit leicht niedrigeren Temperaturen sind tolerierbar, solange die Pflanzen gut abgehärtet sind und der Boden tagsüber wieder aufwärmt. Anhaltende Kälte unter 10°C hingegen hemmt das Wachstum und kann zu irreparablen Schäden führen. Achtsame Beobachtung und ein frühzeitiger Frostschutz sind daher die Schlüssel zum Erfolg bei der Tomatenzucht im Freien.