Wie merkt man zu viel Testosteron?

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Überschüssiges Testosteron bei Frauen äußert sich oft durch eine zunehmende Körperbehaarung, Akne, tiefere Stimme und Veränderungen des Menstruationszyklus. Diese Virilisierung kann auch mit verstärkter Muskelmasse und reduzierter Fettverteilung einhergehen. Ein Arztbesuch klärt den Hormonhaushalt auf.
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Zu viel Testosteron: Wann ein Arztbesuch nötig ist

Testosteron, das klassische "Männerhormon", ist auch bei Frauen vorhanden, wenn auch in deutlich geringeren Mengen. Ein Überschuss an Testosteron, medizinisch als Hyperandrogenämie bezeichnet, kann jedoch erhebliche Auswirkungen auf den Körper und die Gesundheit haben. Die Symptome sind vielfältig und können leicht übersehen werden, weshalb eine frühzeitige Diagnose wichtig ist. Doch wie erkennt man, ob der Testosteronspiegel zu hoch ist?

Im Gegensatz zu einem Mangel, der oft subtilere Symptome zeigt, ist ein Überschuss an Testosteron bei Frauen meist durch deutliche körperliche Veränderungen erkennbar. Die sogenannte Virilisierung, die Entwicklung männlicher Sekundärmerkmale, ist das charakteristischste Anzeichen. Hierzu gehören:

  • Hirsutismus: Eine verstärkte Körperbehaarung an typisch männlichen Stellen wie Oberlippe, Kinn, Brust und Rücken. Dies geht oft über das normale Maß hinaus und kann sich mit der Zeit verstärken. Wichtig ist hier die Abgrenzung zu genetisch bedingtem Haarwuchs.

  • Akne: Eine ausgeprägte Akne, die sich oft an Rücken, Brust und Gesicht zeigt, kann ein Hinweis auf erhöhte Testosteronwerte sein. Die Akne kann hartnäckig und schwer behandelbar sein.

  • Veränderungen der Stimme: Eine tiefere, raue Stimme kann ein deutliches Zeichen für einen Testosteronüberschuss sein. Dies ist oft ein späteres Symptom und deutet auf eine längere andauernde Hyperandrogenämie hin.

  • Menstruationsstörungen: Unregelmäßige oder ausbleibende Menstruationen (Amenorrhoe) sind häufig. Die Zykluslänge kann sich verändern, die Blutungen können stärker oder schwächer ausfallen.

  • Veränderte Körperzusammensetzung: Ein erhöhter Testosteronspiegel kann zu einer Zunahme der Muskelmasse und einer gleichzeitigen Abnahme des subkutanen Fettgewebes (Fett unter der Haut) führen. Dies führt oft zu einer veränderten Körperform mit breiteren Schultern und schmalerer Hüfte.

  • Kopfhaarausfall: Androgenetische Alopezie, also Haarausfall nach männlichem Muster, kann ebenfalls auftreten.

Wichtig: Nicht alle genannten Symptome müssen gleichzeitig vorhanden sein. Ein einzelnes Symptom kann bereits ein Hinweis auf eine mögliche Hyperandrogenämie sein. Eine Selbstdiagnose ist jedoch nicht möglich und gefährlich.

Wann zum Arzt?

Wenn Sie einige der oben genannten Symptome bei sich beobachten, ist ein Arztbesuch dringend empfohlen. Nur ein Arzt kann durch entsprechende Bluttests den Testosteronspiegel und den Hormonhaushalt genau bestimmen und die Ursache für einen möglichen Überschuss feststellen. Mögliche Ursachen reichen von gutartigen Ovarialzysten über Nebennierentumore bis hin zu genetischen Störungen.

Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind wichtig, um mögliche langfristige gesundheitliche Folgen zu vermeiden und die Lebensqualität zu verbessern. Der Arzt wird die geeignete Therapie, je nach Ursache und Schweregrad, festlegen. Diese kann von medikamentösen Behandlungen bis hin zu operativen Eingriffen reichen. Vertrauen Sie auf die Expertise Ihres Arztes und scheuen Sie sich nicht, Ihre Sorgen zu besprechen.