Wie macht man Meerwasser zu Trinkwasser?

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Das Ziel meerwasser zu trinkwasser machen erreichen moderne Entsalzungsanlagen überwiegend durch das Verfahren der Umkehrosmose mit speziellen Filtermembranen. Fast 70 Prozent der weltweiten täglichen Süßwassergewinnung von über 100 Millionen Kubikmetern stammen aus diesen effizienten Anlagen. Die Umkehrosmose benötigt lediglich 3 bis 4 Kilowattstunden Strom pro 1.000 Liter und verbraucht damit dreimal weniger Energie als thermische Destillationsverfahren.
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meerwasser zu trinkwasser machen: Effiziente Entsalzung

Das Vorhaben meerwasser zu trinkwasser machen erfordert angesichts der globalen Wasserknappheit den Einsatz fortschrittlicher Technologien zur Entsalzung. Dieser Prozess sichert die Lebensgrundlage für Millionen Menschen und schützt wertvolle Süßwasserressourcen vor der Erschöpfung. Das Verständnis der effizienten Gewinnung von Trinkwasser hilft bei der Identifizierung und Umsetzung nachhaltiger Lösungen für die Wasserversorgung der Zukunft.

Wie macht man Meerwasser zu Trinkwasser?

Meerwasser wird primär durch zwei Methoden zu Trinkwasser gemacht: Destillation (Verdampfen und Kondensieren) und Umkehrosmose (Filtern unter extremem Druck). Abkochen allein reicht absolut nicht aus, da das schädliche Salz im Wasser zurückbleibt.

Weltweit werden täglich über 100 Millionen Kubikmeter Süßwasser aus dem Meer gewonnen. Fast 70 Prozent dieser Menge stammen aus modernen Umkehrosmose-Anlagen. [1] Das ist entscheidend, weil die klassische thermische Destillation enorm viel Energie verschlingt - oft bis zu dreimal mehr als moderne Membranverfahren.

Viele Survival-Ratgeber empfehlen den Bau einer einfachen Solar-Destille am Strand. Aber dabei wird ein oft tödlicher Fehler gemacht, der das gewonnene Wasser hochgradig giftig machen kann - ich erkläre diesen Fehler im Abschnitt über Notfall-Methoden weiter unten.

Warum reines Abkochen gefährlich ist

Ich dachte früher, sprudelnd kochendes Wasser löst alle Probleme. Selten habe ich mich so geirrt. Als ich bei einem Campingausflug an der Küste versuchte, Nudeln in abgekochtem Meerwasser zuzubereiten, war das Ergebnis ungenießbar.

Das Salz bleibt beim Kochen vollständig im Topf. Trinkt man dieses extrem salzige Wasser, reagiert der Körper drastisch. Um das viele Salz über die Nieren auszuscheiden, benötigt der Organismus deutlich mehr Wasser, als man gerade getrunken hat.

Ein fataler Kreislauf.

Die Destillation: Das Prinzip der Natur kopieren

Die Destillation ahmt den natürlichen Wasserkreislauf unserer Erde nach. Das Meerwasser wird erhitzt, bis es vollständig verdampft. Das Salz und andere Verunreinigungen bleiben am Boden zurück. Der reine Wasserdampf kondensiert dann an einer kühleren Oberfläche und tropft als sauberes Trinkwasser ab.

In großem Maßstab ist dies extrem energieintensiv. Für Länder mit sehr viel billiger Energie war dies lange der absolute Standard in der Wasserversorgung.

Umkehrosmose: Die moderne Filtertechnik

Hier kommt echte Hightech ins Spiel. Anstatt Wasser mühsam zu erhitzen, presst man es mit enormem Druck (bis zu 80 bar) durch eine halbdurchlässige Membran.

Moderne Anlagen arbeiten heute erstaunlich effizient. Sie benötigen etwa 3 bis 4 Kilowattstunden Strom, um 1.000 Liter reines Trinkwasser zu erzeugen. [2] Das hat die Kosten in den letzten zwei Jahrzehnten dramatisch gesenkt.

Ziemlich beeindruckend.

Die empfindlichen Membranen - und das überrascht viele Laien oft - müssen allerdings sehr regelmäßig chemisch gereinigt werden, da sie sonst durch das viele Salz komplett verstopfen.

Survival: Die Solar-Destille in der Not

Im Notfall ohne technische Geräte bleibt oft nur die Kraft der Sonne. Eine Solar-Destille lässt sich mit etwas Folie, einem Gefäß und einem gegrabenen Loch am Strand bauen.

Hier ist der Fehler, den ich anfangs erwähnt habe: die Wahl der falschen Folie. Verwendet man eine chemisch behandelte Plane oder eine alte, UV-geschädigte Plastiktüte, lösen sich durch die Hitze giftige Weichmacher und tropfen direkt in das mühsam gewonnene Trinkwasser.

Seien wir ehrlich - in einer echten Notsituation hat man nicht immer die perfekte Wahl. Man sollte sich dieses massiven Risikos aber bewusst sein und nach Möglichkeit klare, lebensmittelechte Materialien suchen.

Verfahren zur Meerwasserentsalzung im Vergleich

Die Wahl der passenden Methode hängt stark vom Maßstab, dem Budget und den verfügbaren Ressourcen ab. Hier ist der direkte Vergleich der wichtigsten Technologien.

Thermische Destillation

- Extrem rein, fast wie destilliertes Wasser

- Verdampfung durch starke Hitze und anschließende Kondensation des Dampfes

- Sehr hoch, erfordert große Mengen an Wärmeenergie

- Kombination mit Kraftwerken, die ohnehin viel ungenutzte Abwärme produzieren

⭐ Umkehrosmose (Empfohlen)

- Sehr gut, ausgewählte Mineralien können teilweise erhalten bleiben

- Filtration unter Hochdruck durch extrem feine, semipermeable Membranen

- Mittel bis niedrig, benötigt etwa 3 bis 4 Kilowattstunden pro Kubikmeter

- Moderne städtische Versorgung und tragbare Notfallsysteme für Segelboote

Ausfrierverfahren

- Gut, erfordert aber oft mehrfache Waschvorgänge des Eises

- Gezieltes Gefrieren von Salzwasser, wobei das Eis kaum noch Salz enthält

- Sehr hoch durch den enormen Kühlaufwand

- Eher experimentell, wird großtechnisch kaum rentabel eingesetzt

Für die moderne Versorgung ist die Umkehrosmose heute fast immer die erste Wahl, da sie am effizientesten ist. Die Destillation lohnt sich wirtschaftlich nur noch dort, wo ohnehin große Mengen an Abwärme aus der Industrie zur Verfügung stehen.

Notfall auf hoher See: Lukas und der Hand-Entsalzer

Lukas, ein 34-jähriger Segler aus Hamburg, war auf einem langen Törn im Mittelmeer unterwegs. In der zweiten Woche riss ein Schlauch und sein gesamter Hauptwassertank lief leer. Er hatte zwar einen manuellen Hand-Entsalzer für den Notfall an Bord, hatte dieses Gerät aber noch nie vorher in der Praxis getestet.

Der erste Versuch war enorm frustrierend. Er pumpte sich bei starkem Wellengang eine halbe Stunde lang die Arme ab, nur um festzustellen, dass das gewonnene Wasser extrem salzig und ungenießbar schmeckte. Er dachte, das teure Gerät sei komplett defekt.

Nach einer genauen Inspektion und viel Fluchen bemerkte er seinen Fehler: Er hatte das Druckablassventil nicht richtig verschlossen, sodass das unfiltrierte Meerwasser direkt am Membranfilter vorbeiströmte. Er reinigte das kleine System, schloss das Ventil fest und begann erneut zu pumpen.

Der Prozess war körperlich extrem anstrengend, aber diesmal funktionierte es wirklich. Er konnte knapp 4 Liter reines Trinkwasser pro Stunde produzieren. Es rettete ihm den Törn und lehrte ihn brutal, lebenswichtige Ausrüstung immer vor der Abfahrt zu testen.

Wichtige Hinweise

Umkehrosmose dominiert

Nahezu 70 Prozent des weltweiten entsalzten Wassers wird heute durch energieeffiziente Membranverfahren gewonnen. [3]

Abkochen ist keine Lösung

Kochen tötet zwar Bakterien ab, entfernt aber niemals das Salz aus dem Meerwasser.

Vorsicht bei improvisierten Destillen

Hitze kann aus falschen Plastikfolien giftige Weichmacher direkt in Ihr gesammeltes Trinkwasser lösen.

Allgemeine Fragen

Kann man Meerwasser einfach abkochen und trinken?

Nein, auf keinen Fall. Beim Abkochen verdampft nur das reine Wasser, während das gesamte Salz im Topf zurückbleibt. Wenn Sie das verbleibende, abgekochte Wasser trinken, beschleunigen Sie die lebensgefährliche Dehydrierung Ihres Körpers massiv.

Falls Sie noch tiefer in das Thema eintauchen möchten, erfahren Sie hier, wie man Salzwasser zu Trinkwasser machen kann.

Wie funktioniert eine simple Solar-Destille am Strand?

Man gräbt ein Loch in den Sand, füllt etwas Meerwasser hinein und stellt einen sauberen Becher in die Mitte. Eine darüber dicht gespannte Plastikfolie lässt das durch die Sonne verdunstete Wasser kondensieren, welches dann langsam in den Becher tropft.

Ist komplett entsalztes Wasser auf Dauer gesundheitsschädlich?

Reines destilliertes Wasser enthält keinerlei Mineralien mehr. Bei langfristigem Konsum als einzige Trinkquelle müssen dem Wasser zwingend wieder lebenswichtige Elektrolyte und Mineralien wie Calcium hinzugefügt werden, um Mangelerscheinungen zu vermeiden.

Zitierte Quellen

  • [1] Cdm - Fast 70 Prozent dieser Menge stammen aus modernen Umkehrosmose-Anlagen.
  • [2] Moruiwater - Sie benötigen etwa 3 bis 4 Kilowattstunden Strom, um 1.000 Liter reines Trinkwasser zu erzeugen.
  • [3] Cdm - Nahezu 70 Prozent des weltweiten entsalzten Wassers wird heute durch energieeffiziente Membranverfahren gewonnen.