Wie hoch ist die Chance, eine Thrombose zu bekommen?

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Ein bis zwei von tausend Menschen in Deutschland erleiden jährlich eine Thrombose. Doch diese Erkrankung ist oft vermeidbar. Gesunde Lebensführung und frühzeitige Vorsorge, insbesondere bei erblicher Vorbelastung, reduzieren das Risiko deutlich und schützen die Gefäße.
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Die heimliche Gefahr: Wie hoch ist mein Thrombose-Risiko wirklich?

Jedes Jahr erleiden in Deutschland ein bis zwei von tausend Menschen eine Thrombose – eine Erkrankung, die oft unbemerkt beginnt und im schlimmsten Fall tödlich enden kann. Diese Zahl mag gering erscheinen, doch die weitreichenden Folgen einer tiefen Venenthrombose (TVT) oder Lungenembolie (LE), der gefürchteten Komplikation einer Thrombose, verdeutlichen die Bedeutung präventiver Maßnahmen. Die Frage „Wie hoch ist mein persönliches Risiko?“ lässt sich nicht mit einer einfachen Zahl beantworten, da zahlreiche Faktoren eine Rolle spielen.

Die Risikofaktoren – ein komplexes Puzzle:

Das Risiko, an einer Thrombose zu erkranken, ist nicht gleichmäßig verteilt. Vielmehr hängt es von einem komplexen Zusammenspiel verschiedener Faktoren ab. Diese lassen sich grob in modifizierbare und nicht modifizierbare Risikofaktoren einteilen:

Nicht modifizierbare Risikofaktoren (weniger beeinflussbar):

  • Alter: Das Risiko steigt mit dem Alter deutlich an. Ältere Menschen sind aufgrund physiologischer Veränderungen anfälliger für Thrombosen.
  • Genetische Veranlagung: Eine familiäre Vorbelastung mit Thrombosen erhöht das individuelle Risiko signifikant. Genetische Defekte im Gerinnungssystem können die Blutgerinnung verstärken.
  • Geschlecht: Frauen haben ein leicht erhöhtes Risiko, insbesondere während der Schwangerschaft und nach der Geburt. Die Einnahme der Antibabypille kann das Risiko ebenfalls erhöhen.

Modifizierbare Risikofaktoren (beeinflussbar durch Lebensstil und Maßnahmen):

  • Bewegungsmangel: Lange Phasen der Immobilisierung, wie z.B. nach Operationen, lange Flugreisen oder Bettlägerigkeit, fördern die Thrombosebildung.
  • Übergewicht und Adipositas: Übergewicht belastet das Kreislaufsystem und erhöht das Risiko für zahlreiche Erkrankungen, darunter auch Thrombosen.
  • Rauchen: Rauchen schädigt die Gefäßwände und fördert die Blutgerinnung.
  • Schwangerschaft und Geburt: Die hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft und die erhöhte Blutgerinnung in der postpartalen Phase erhöhen das Risiko für Thrombosen.
  • Krebs und Chemotherapie: Krebs und dessen Behandlung können das Risiko für Thrombosen deutlich steigern.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Herzerkrankungen, Vorhofflimmern und andere Herz-Kreislauf-Probleme erhöhen das Thromboserisiko.
  • Entzündliche Erkrankungen: Entzündungen im Körper können ebenfalls das Risiko für Thrombosen erhöhen.

Prävention – der Schlüssel zur Vermeidung:

Die gute Nachricht ist: Viele Risikofaktoren sind beeinflussbar. Eine gesunde Lebensführung mit regelmäßiger Bewegung, ausgewogener Ernährung, Gewichtskontrolle und dem Verzicht auf Rauchen senkt das Risiko deutlich. Ausreichend Flüssigkeit zu trinken ist ebenfalls wichtig. Bei längeren Reisen sollten Kompressionsstrümpfe getragen und regelmäßig Bewegungsphasen eingelegt werden.

Wann ist ein Arztbesuch notwendig?

Bei Verdacht auf eine Thrombose – Schwellungen, Schmerzen, Rötungen, Überwärmung in den Beinen – sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um schwere Komplikationen zu vermeiden. Besonders bei Vorliegen von Risikofaktoren sollte regelmäßig mit dem Arzt über präventive Maßnahmen gesprochen werden. Eine individuelle Risikobewertung ermöglicht die Entwicklung eines maßgeschneiderten Präventionsplans.

Fazit:

Obwohl die statistische Wahrscheinlichkeit einer Thrombose relativ gering erscheint, sollte das Risiko nicht unterschätzt werden. Durch eine gesunde Lebensweise und die Berücksichtigung individueller Risikofaktoren lässt sich die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung deutlich reduzieren und die Gesundheit der Gefäße langfristig schützen. Vorsorge ist hier der beste Schutz.