Wie bekomme ich Ohrendruck weg?

73 Aufrufe
Ein leichtes Knacken im Ohr signalisiert Druckausgleich. Dies lässt sich durch Gähnen, Kaubewegungen oder Schlucken erreichen. Auch Kaugummikauen, besonders bei Flugreisen, fördert den Druckausgleich und lindert so unangenehmes Druckgefühl im Ohr. Probieren Sie es aus!
Kommentar 0 Gefällt mir

Ohrendruck ade: So befreien Sie Ihre Ohren vom Druckgefühl

Ein unangenehmes Druckgefühl im Ohr, bekannt als Ohrendruck oder Otalgie, kennen viele von uns – sei es nach einem Flug, beim Tauchen, beim schnellen Höhenunterschied im Aufzug oder einfach so. Dieses Gefühl entsteht durch einen Druckunterschied zwischen dem Mittelohr und der Umgebung. Normalerweise gleicht sich dieser Druck durch die Eustachische Röhre, die das Mittelohr mit dem Rachen verbindet, automatisch aus. Manchmal funktioniert dieser natürliche Ausgleichsprozess jedoch nicht optimal, was zu einem unangenehmen, manchmal sogar schmerzhaften Druck führt.

Glücklicherweise gibt es verschiedene Methoden, um den Ohrendruck effektiv zu lindern. Beginnen Sie mit einfachen, selbst anzuwendenden Techniken:

1. Die Valsalva-Methode (mit Vorsicht!): Diese Methode basiert auf dem gezielten Erzeugen von Überdruck im Rachen. Verschließen Sie dazu Nase und Mund, halten Sie den Atem an und versuchen Sie sanft auszuatmen. Sie sollten ein leichtes Knacken im Ohr spüren, das den Druckausgleich signalisiert. Wichtig: Diese Methode sollte mit Vorsicht angewendet werden, da zu starker Druck im Mittelohr zu Verletzungen führen kann. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder nach einer Mittelohroperation ist sie kontraindiziert.

2. Gähnen, Kauen, Schlucken: Diese natürlichen Handlungen fördern den Druckausgleich auf ganz natürliche Weise. Gähnen Sie bewusst, kauen Sie Kaugummi (besonders hilfreich während Flugreisen) oder schlucken Sie wiederholt. Die Bewegungen des Kiefers und der Rachenmuskulatur unterstützen die Öffnung der Eustachischen Röhre.

3. Politzer-Manöver (mit Hilfe): Diese Methode erfordert die Unterstützung einer zweiten Person. Die Person bläst sanft in Ihr offenes Ohr hinein, während Sie gleichzeitig die Nase zuhalten und versuchen, die Luft in den Rachen zu drücken. Dies ist eine weniger verbreitete Methode und sollte nur von erfahrenen Personen durchgeführt werden.

4. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr hält die Schleimhäute feucht und kann den Druckausgleich erleichtern. Trinken Sie ausreichend Wasser, besonders während Flugreisen oder bei Aktivitäten, die zu Ohrendruck führen können.

5. Nasenspray (mit Vorsicht!): Ein abschwellendes Nasenspray kann bei verengten Nasengängen helfen, den Druckausgleich zu verbessern. Allerdings sollte es nur kurzzeitig und nach Rücksprache mit einem Arzt angewendet werden, da es zu Abhängigkeit und anderen Nebenwirkungen führen kann.

Wann zum Arzt:

Hält der Ohrendruck länger als ein paar Tage an, wird er von starken Schmerzen begleitet, oder treten weitere Symptome wie Hörverlust, Ohrenschmerzen, Schwindel oder Fieber auf, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Die Ursachen für anhaltenden Ohrendruck können vielfältiger sein, und eine ärztliche Abklärung ist unerlässlich.

Dieser Artikel dient lediglich der Information und ersetzt nicht den Besuch beim Arzt. Bei anhaltenden Beschwerden oder Unsicherheiten suchen Sie bitte ärztlichen Rat.