Wer leidet unter Vitamin-D-Mangel?
wer leidet unter vitamin d mangel: 80% im Winter
Erfahren Sie, wer leidet unter vitamin d mangel und welche Risikogruppen besonders gefährdet sind. Lesen Sie hier alle Details zu den Ursachen und den Hintergründen der Unterversorgung in den verschiedenen Altersgruppen.
Wer leidet unter Vitamin-D-Mangel?
Gefährdet für einen Vitamin-D-Mangel sind Personen, die sich selten im Freien aufhalten beziehungsweise aufhalten können, etwa weil sie immobil sind, chronisch krank oder pflegebedürftig. Zu dieser Personengruppe zählen unter anderem sehr alte Menschen, insbesondere solche, die in Pflegeheimen wohnen. Ob eine vitamin d unterversorgung ältere menschen betrifft, kann von vielen individuellen Faktoren abhängen.
Rund 15 Prozent der Erwachsenen in Deutschland weisen einen medizinisch nachgewiesenen Vitamin-D-Mangel auf, bei dem die Serumkonzentration unter 30 nmol/l liegt. Schaut man sich die Wintermonate an, verschärft sich die Situation drastisch: Bis zu 80 Prozent der Bevölkerung erreichen in der kalten Jahreszeit nicht die wünschenswerten Blutwerte. Das [2] liegt vor allem an unserem Breitengrad. Zwischen Oktober und März steht die Sonne hierzulande so tief, dass die notwendige UVB-Strahlung die Haut kaum erreicht. Wer in dieser Zeit ungeschützt ins Freie geht, kann die körpereigene Synthese trotzdem nicht nennenswert ankurbeln.
Als ich vor einigen Jahren anfing, mich intensiver mit präventiver Mikronährstoffversorgung zu beschäftigen, hielt ich das Thema für übertrieben. Ein paar Minuten Tageslicht würden schon reichen, dachte ich. Ein fataler Irrtum, den die Realität schnell korrigierte. Nach einem langen Winter im Büro fühlte ich mich permanent erschöpft. Mein eigener Labortest zeigte schließlich einen erschreckend niedrigen Wert von 22 nmol/l. Diese Erfahrung lehrte mich, dass ein Mangel oft schleichend und ohne spezifische Warnsignale verläuft. Besonders im Alter oder bei reinem Indoor-Lebensstil reicht der gute Wille allein meist nicht aus.
Biologischer Hintergrund: Warum die Haut im Alter streikt
Viele Senioren wiegen sich in falscher Sicherheit, weil sie im Sommer regelmäßig im Garten sitzen. Doch das reicht oft nicht aus. Im Laufe des Lebens verändert sich die Struktur der Haut massiv. Die Konzentration von 7-Dehydrocholesterin – dem zentralen Ausgangsstoff für die Vitamin-D-Bildung – nimmt im Alter kontinuierlich ab. Bis zum 70. Lebensjahr sinkt die körpereigene Fähigkeit zur Vitamin-D-Synthese in der Haut um das Vierfache im Vergleich zu jungen Erwachsenen. Selbst bei identischer Sonnenexposition produziert ein älterer Körper also nur noch etwa 25 Prozent der ursprünglichen Vitamin-Menge.
Zusätzlich erschweren ursachen für vitamin d mangel im alter den Stoffwechsel des Vitamins. Gängige Arzneimittel wie Kortisonpräparate, Cholesterinsenker oder Magensäureblocker können die Aufnahme im Darm hemmen oder den Abbau in der Leber beschleunigen. Hinzu kommt eine verminderte Organfunktion. Damit aus dem in der Haut gebildeten Vorstufen-Hormon die aktive Form Calcitriol wird, müssen Leber und Nieren einwandfrei arbeiten. Lässt diese Leistung altersbedingt nach, nützt selbst die hellste Sommersonne nur noch wenig.
Die wichtigsten Risikogruppen im Überblick
Ein Vitamin-D-Defizit trifft nicht jeden Menschen gleich hart. Bestimmte Lebensumstände, Gewohnheiten und körperliche Merkmale erhöhen das Risiko für eine unzureichende Versorgung massiv. Aber woran liegt das genau? Aber hierzu später mehr im Detail.
Zu den am stärksten gefährdeten Gruppen gehören: Pflegebedürftige und immobile Menschen: Wer bettlägerig ist oder in seiner Mobilität eingeschränkt lebt, verbringt kaum noch Zeit im direkten Sonnenlicht. In Pflegeheimen weisen rund 40 Prozent der Bewohner einen manifesten Mangel auf. Für vitamin d mangel chronisch kranke ist das Risiko besonders hoch.
Menschen mit Störungen der Fettverdauung, Zöliakie oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen können das fettlösliche Vitamin D nur unzureichend über die Nahrung aufnehmen. Menschen mit dunklem Hauttyp: Ein hoher Melaninanteil in der Haut fungiert als natürlicher Sonnenschutz. Er blockiert die UVB-Strahlung und verringert die Eigensynthese um ein Vielfaches im Vergleich zu helleren Hauttypen. Personen mit starker Körperbedeckung: Wer aus religiösen oder kulturellen Gründen lange Kleidung oder Schleier trägt, lässt keine Sonne an die Haut. Damit fällt die wichtigste Quelle für die Vitaminbildung fast vollständig weg.
Hinweis: Wenn Sie unter chronischen Erkrankungen leiden, bettlägerig sind oder schwanger sind, sollten Sie Ihren Versorgungsstatus unbedingt vorab mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen.
Wege der Vitamin-D-Versorgung im Vergleich
Um den täglichen Bedarf an Vitamin D zu decken, stehen dem menschlichen Körper verschiedene Quellen zur Verfügung. Diese unterscheiden sich jedoch stark in ihrer Effizienz und Verfügbarkeit.Körpereigene Synthese durch Sonnenlicht
• In Mitteleuropa nur von März bis Oktober bei ausreichendem UV-Index möglich
• Liefert etwa 80 bis 90 Prozent des gesamten Vitamin-D-Bedarfs des Körpers
• Überdosierung unmöglich, aber zu langes Sonnenbaden erhöht das Hautkrebsrisiko
Aufnahme über die Nahrung
• Nennenswerte Mengen finden sich fast nur in fettem Seefisch, Innereien und Eigelb
• Trägt im Durchschnitt nur magere 10 bis 20 Prozent zur Versorgung bei
• Völlig risikofrei, für eine ausreichende Bedarfsdeckung im Winter jedoch ungeeignet
Gezielte Supplementierung mit Präparaten
• Sollte für gesunde Erwachsene eine tägliche Dosis von 20 Mikrogramm nicht überschreiten
• Sehr hoch, ermöglicht eine präzise Steuerung und das schnelle Auffüllen leerer Speicher
• Bei extremer Überdosierung drohen Hyperkalzämie, Nierenschäden und Übelkeit
Die Sonne bleibt die natürliche Hauptquelle für unser Vitamin D. Wer jedoch altersbedingt, durch Mobilitätsverlust oder im tiefen Winter keine ausreichende Sonnenexposition erfährt, kann den Bedarf über die normale Ernährung kaum decken. In diesen Fällen stellt eine kontrollierte Supplementierung die verlässlichste Option dar.Alltag im Pflegeheim: Wie Herr Schmidt den Mangel besiegte
Herr Schmidt, ein 78-jähriger pensionierter Lehrer aus Dresden, lebte seit einem Jahr in einer Pflegeeinrichtung. Durch seine zunehmende Immobilität verbrachte er fast den gesamten Tag in seinem Zimmer und klagte zunehmend über bleierne Müdigkeit sowie diffuse Muskelschwäche.
Sein erster Versuch bestand darin, täglich am geöffneten Fenster zu sitzen, um Licht zu tanken. Das brachte jedoch keine Besserung, da herkömmliches Fensterglas die für die Synthese zwingend erforderliche UVB-Strahlung vollständig blockiert.
Nach einem Gespräch mit einer Pflegefachkraft wurde ihm klar, dass seine Haut im Alter ohnehin weniger Vitamin produzieren kann. Ein daraufhin veranlasster Bluttest zeigte einen schweren Mangel mit einem Wert von nur 18 nmol/l.
Unter ärztlicher Aufsicht erhielt Herr Schmidt eine tägliche Supplementierung. Nach 6 Wochen stiegen seine Werte an, seine Müdigkeit wich spürbar und er konnte wieder ohne fremde Hilfe an den gemeinsamen Nachmittagsaktivitäten im Heimgarten teilnehmen.
Das sollten Sie mitnehmen
Das Alter halbiert die SynthesefähigkeitDie reifere Haut verliert mit den Jahren drastisch an Kapazität, sodass Senioren selbst bei regelmäßigen Aufenthalten im Freien ein hohes Risiko für eine Unterversorgung tragen.
Wintersonne ist in Mitteleuropa wirkungslosAufgrund des flachen Sonnengaswinkels ist zwischen Oktober und März keine Eigensynthese möglich, weshalb die Depots in dieser Phase bei fast allen Menschen stark schrumpfen.
Risikogruppen sollten den Status prüfen lassenPflegebedürftige, chronisch Kranke und Menschen, die sich selten im Freien aufhalten, sollten ihren Serumwert per Bluttest bestimmen lassen, um gezielt gegensteuern zu können.
Das sollten Sie noch wissen
Kann man den Vitamin-D-Bedarf rein über die normale Ernährung decken?
Nein, das ist für die meisten Menschen fast unmöglich. Da herkömmliche Lebensmittel mit Ausnahme von sehr fettem Fisch oder Leber kaum nennenswerte Mengen enthalten, steuert die Nahrung im Schnitt nur 10 bis 20 Prozent zur Versorgung bei. Der große Rest muss zwingend über das Sonnenlicht gebildet werden.
Warum reicht es im Winter nicht aus, mittags spazieren zu gehen?
In den Monaten von Oktober bis März steht die Sonne in Deutschland in einem zu flachen Winkel am Himmel. Die Atmosphäre filtert dadurch die notwendigen UVB-Strahlen fast vollständig heraus, sodass die Haut selbst an sonnigen Wintertagen kein Vitamin D produzieren kann.
Wie macht sich ein chronischer Vitamin-D-Mangel im Körper bemerkbar?
Die Symptome sind anfangs oft sehr unspezifisch und äußern sich in Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder Muskelschwäche. Langfristig drohen schwerwiegende Störungen des Knochenstoffwechsels, die bei Erwachsenen zu Knochenerweichungen und einem erhöhten Osteoporoserisiko führen können.
Diese Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keinesfalls eine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung durch einen qualifizierten Arzt. Individuelle gesundheitliche Voraussetzungen variieren stark. Stimmen Sie die Einnahme von Präparaten oder tiefgreifende Veränderungen Ihrer Ernährung immer persönlich mit Ihrem Mediziner ab.
Querverweise
- [2] Ndr - Schaut man sich die Wintermonate an, verschärft sich die Situation drastisch: Bis zu 80 Prozent der Bevölkerung erreichen in der kalten Jahreszeit nicht die wünschenswerten Blutwerte.
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