Welches Hormon fehlt bei nächtlichem Schwitzen?
Schweißgebadet im Bett: Mehr als nur Östrogenmangel?
Nächtliche Schweißausbrüche sind ein häufiges Symptom der Wechseljahre, das viele Frauen plagt. Oft wird der Östrogenabfall als Hauptursache genannt. Doch tatsächlich spielen verschiedene Hormone eine Rolle bei der nächtlichen Temperaturregulation.
Östrogen – der Klassiker:
Es stimmt, dass der Östrogenspiegel während der Wechseljahre sinkt. Östrogen beeinflusst den Hypothalamus im Gehirn, der die Körpertemperatur reguliert. Ein Östrogenmangel kann den Hypothalamus empfindlicher auf Temperaturschwankungen reagieren lassen, was zu plötzlichen Hitzewallungen und nächtlichen Schweißausbrüchen führt.
Progesteron im Schatten:
Weniger bekannt ist, dass auch ein Ungleichgewicht des Hormons Progesteron zu nächtlichem Schwitzen beitragen kann. Progesteron wirkt beruhigend und schlaffördernd. Ein niedriger Progesteronspiegel, der häufig die Wechseljahre begleitet, kann Schlafstörungen und damit verbunden vermehrtes Schwitzen begünstigen.
Schilddrüsenhormone – unterschätzte Einflussfaktoren:
Die Schilddrüse produziert Hormone, die den Stoffwechsel und die Wärmeproduktion im Körper steuern. Eine Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) kann den Stoffwechsel beschleunigen und zu Hitzewallungen, auch nachts, führen.
Weitere Hormone im Blick:
Neben den genannten Hormonen können auch Schwankungen des Stresshormons Cortisol oder des "Schlafhormons" Melatonin nächtliche Schweißausbrüche beeinflussen.
Fazit:
Nächtliches Schwitzen bei Frauen in den Wechseljahren ist ein komplexes Thema, bei dem nicht nur der Östrogenspiegel eine Rolle spielt. Auch Progesteron, Schilddrüsenhormone und andere Faktoren können beteiligt sein. Um die genaue Ursache abzuklären und eine individuelle Behandlung zu finden, ist ein Gespräch mit dem Arzt ratsam.
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