Welcher Erreger steht auf der Who-Liste der 12 gefährlichsten Bakterienfamilien?

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Die WHO hat eine Liste mit 12 besonders gefährlichen Bakterienfamilien veröffentlicht. Zu den kritischsten gehören Acinetobacter baumannii, Pseudomonas aeruginosa und Enterobakterien, die oft Resistenzen gegen mehrere Antibiotika entwickeln.
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Die "Dirty Dozen" der Bakterien: WHO-Liste der gefährlichsten Erreger und ihre Bedrohung für die globale Gesundheit

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine Liste von 12 Bakterienfamilien veröffentlicht, die als die gefährlichsten für die menschliche Gesundheit gelten. Diese Liste, oft als die "Dirty Dozen" der Bakterien bezeichnet, ist keine erschöpfende Aufzählung aller Bedrohungen, sondern vielmehr ein Aufruf zum Handeln, um die Forschung und Entwicklung neuer Antibiotika anzukurbeln und bestehende antimikrobielle Resistenz (AMR) zu bekämpfen. Diese Bakterien zeichnen sich durch ihre zunehmende Resistenz gegen gängige Antibiotika aus, was die Behandlung von Infektionen erheblich erschwert und die Sterblichkeit erhöht.

Die Liste ist in drei Prioritätsstufen unterteilt: kritisch, hoch und mittel, basierend auf der Dringlichkeit der Notwendigkeit neuer Antibiotika zur Bekämpfung dieser Erreger. Die kritische Prioritätsgruppe umfasst Bakterien, die eine unmittelbare Gefahr darstellen und für die es nur sehr begrenzte Behandlungsoptionen gibt. Diese Gruppe umfasst:

  • Acinetobacter baumannii (Carbapenem-resistent): Dieser opportunistiche Erreger ist besonders in Krankenhäusern gefürchtet, wo er Wundinfektionen, Lungenentzündungen und Blutvergiftungen verursacht. Seine Carbapenem-Resistenz macht ihn äußerst schwer zu behandeln.

  • Pseudomonas aeruginosa (Carbapenem-resistent): Wie Acinetobacter baumannii ist auch Pseudomonas aeruginosa ein opportunistischer Erreger, der häufig in Krankenhäusern anzutreffen ist. Er verursacht ähnliche Infektionen und zeigt ebenfalls eine zunehmende Resistenz gegen Carbapeneme, eine Klasse von "Reserve"-Antibiotika.

  • Enterobacterales (Carbapenem-resistent, ESBL-produzierend): Diese Familie umfasst Bakterien wie Escherichia coli (E. coli) und Klebsiella pneumoniae. Ihre Resistenz gegen Carbapeneme und die Produktion von Extended-Spectrum Beta-Lactamases (ESBL) machen sie zu einer großen Herausforderung für Ärzte, da diese Bakterien Resistenzen gegen viele gängige Antibiotika entwickelt haben.

Die hohe Prioritätsgruppe umfasst Bakterien, die zwar noch behandelbar sind, aber bereits erhebliche Resistenzen entwickelt haben und bei denen die Behandlungsoptionen begrenzt werden:

  • Enterococcus faecium (Vancomycin-resistent)
  • Staphylococcus aureus (Methicillin-resistent, Vancomycin-intermediär und -resistent)
  • Helicobacter pylori (Clarithromycin-resistent)
  • Campylobacter spp. (Fluorchinolon-resistent)
  • Salmonella spp. (Fluorchinolon-resistent)
  • Neisseria gonorrhoeae (Cephalosporin-resistent, Fluorchinolon-resistent)

Die mittlere Prioritätsgruppe umfasst Bakterien, die zwar auch eine Bedrohung darstellen, aber noch mit vorhandenen Antibiotika behandelt werden können. Trotzdem ist es wichtig, die Entwicklung von Resistenzen genau zu überwachen und neue Behandlungsmöglichkeiten zu erforschen:

  • Streptococcus pneumoniae (Penicillin-nichtempfindlich)
  • Haemophilus influenzae (Ampicillin-resistent)
  • Shigella spp. (Fluorchinolon-resistent)

Warum ist diese Liste so wichtig?

Die Veröffentlichung dieser Liste durch die WHO unterstreicht die Notwendigkeit einer globalen Zusammenarbeit zur Bekämpfung der antimikrobiellen Resistenz. Die zunehmende Resistenz dieser Bakterien gegen Antibiotika führt zu:

  • Längeren Krankenhausaufenthalten: Infektionen mit resistenten Bakterien erfordern oft längere und teurere Behandlungen.
  • Erhöhten Behandlungskosten: Die Verwendung teurerer und weniger wirksamer Antibiotika treibt die Behandlungskosten in die Höhe.
  • Erhöhte Sterblichkeit: Infektionen mit resistenten Bakterien können tödlich sein, insbesondere für Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

Was kann getan werden?

Die Bekämpfung der antimikrobiellen Resistenz erfordert einen umfassenden Ansatz, der folgende Punkte umfasst:

  • Verbesserte Hygiene: Die Einhaltung von Hygienemaßnahmen, wie regelmäßiges Händewaschen, kann die Ausbreitung von Bakterien reduzieren.
  • Rationaler Antibiotikaeinsatz: Antibiotika sollten nur dann eingesetzt werden, wenn sie wirklich notwendig sind und nicht bei viralen Infektionen wie Erkältungen oder Grippe.
  • Entwicklung neuer Antibiotika: Die Forschung und Entwicklung neuer Antibiotika muss gefördert werden, um gegen resistente Bakterien vorgehen zu können.
  • Überwachung der AMR: Die Überwachung der antimikrobiellen Resistenz ist entscheidend, um Trends zu erkennen und gezielte Maßnahmen zu ergreifen.
  • Internationale Zusammenarbeit: Die Bekämpfung der AMR erfordert eine globale Zusammenarbeit, um Informationen auszutauschen und gemeinsame Strategien zu entwickeln.

Die "Dirty Dozen" der Bakterien erinnern uns daran, dass die antimikrobielle Resistenz eine globale Gesundheitskrise ist, die dringendes Handeln erfordert. Nur durch koordinierte Anstrengungen können wir die Wirksamkeit von Antibiotika erhalten und die Bedrohung durch resistente Bakterien für zukünftige Generationen minimieren.