Welche Arten von Fieber gibt es?
Fieber: Mehr als nur eine erhöhte Temperatur – Ein Blick auf die verschiedenen Verlaufsformen
Fieber ist ein Symptom, keine Krankheit. Es signalisiert, dass der Körper Abwehrmechanismen gegen Krankheitserreger aktiviert hat. Die normale Körpertemperatur liegt bei etwa 36,5°C bis 37,5°C. Von Fieber spricht man in der Regel ab einer Temperatur von 38°C (rektal gemessen). Doch Fieber ist nicht gleich Fieber. Neben der Höhe der Temperatur ist auch der zeitliche Verlauf des Fiebers von Bedeutung, da er Hinweise auf die zugrunde liegende Ursache geben kann.
Während viele Menschen Fieber als eine einfache Erhöhung der Körpertemperatur wahrnehmen, existieren verschiedene Muster oder Verlaufsformen, die Ärzten helfen, eine Diagnose zu stellen und die Behandlung zu planen. Diese Verlaufsformen unterscheiden sich in der Art und Weise, wie die Temperatur im Laufe der Zeit variiert.
Die wichtigsten Fieberverlaufsformen im Überblick:
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Kontinuierliches Fieber (Febris continua): Bei dieser Form bleibt die Körpertemperatur über einen längeren Zeitraum konstant erhöht. Die Schwankungen im Tagesverlauf sind minimal und überschreiten in der Regel nicht 1°C. Kontinuierliches Fieber kann beispielsweise bei Typhus, Lobärpneumonie (Lungenentzündung eines ganzen Lungenlappens) oder einigen Formen der Brucellose auftreten.
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Remittierendes Fieber (Febris remittens): Charakteristisch für das remittierende Fieber sind deutliche Temperaturschwankungen im Tagesverlauf. Die Temperatur sinkt zwar, erreicht aber niemals den Normalwert. Das heißt, der Patient hat auch während der "kälteren" Phasen noch erhöhte Temperatur. Remittierendes Fieber kann beispielsweise bei bakteriellen Infektionen wie einer Bronchitis oder einer Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung) auftreten.
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Intermittierendes Fieber (Febris intermittens): Im Gegensatz zum remittierenden Fieber wechseln sich beim intermittierenden Fieber Phasen mit Fieber (oftmals hohem Fieber) mit fieberfreien Phasen ab. Die Temperatur sinkt also zwischenzeitlich wieder auf normale Werte ab. Diese Form des Fiebers kann beispielsweise bei Malaria, Sepsis (Blutvergiftung) oder Abszessen auftreten. Ein typisches Beispiel ist das so genannte "Septische Fieber", das durch Bakterien im Blutkreislauf verursacht wird und oft mit Schüttelfrost einhergeht.
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Undulierendes Fieber (Febris undulans): Das undulierende Fieber zeichnet sich durch wellenförmige Temperaturschwankungen aus. Die Temperatur steigt langsam an, bleibt einige Tage erhöht und sinkt dann allmählich wieder ab, bevor der Zyklus von neuem beginnt. Diese wellenartigen Schwankungen können sich über Wochen oder sogar Monate erstrecken. Eine typische Erkrankung, bei der undulierendes Fieber auftritt, ist die Brucellose, auch bekannt als Maltafieber.
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Rezidivierendes Fieber (Febris recurrens): Beim rezidivierenden Fieber treten mehrere Fieberphasen in bestimmten Abständen auf. Zwischen den Fieberschüben liegen fieberfreie Perioden von unterschiedlicher Dauer. Diese Form des Fiebers ist charakteristisch für bestimmte Infektionskrankheiten wie das Rückfallfieber (Borreliose).
Wichtig: Die genannten Beispiele für Erkrankungen, die mit den verschiedenen Fieberverlaufsformen einhergehen können, sind nicht erschöpfend und dienen lediglich der Illustration. Die genaue Diagnose kann nur ein Arzt stellen.
Fazit:
Die verschiedenen Verlaufsformen des Fiebers bieten wertvolle Hinweise für die Diagnose und die Wahl der geeigneten Behandlung. Die Beobachtung des Fieberverlaufs und die Beschreibung der Symptome gegenüber dem Arzt sind daher wichtige Bestandteile der Anamnese. Bei anhaltendem oder ungewöhnlichem Fieber ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache abzuklären und eine angemessene Behandlung zu erhalten.
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