Was verschreiben Ärzte bei Übergewicht?

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Übergewichtige Patient:innen in Deutschland können derzeit mit Orlistat und Liraglutid (3,0 mg) behandelt werden, die beide rezeptpflichtig sind. Eine weitere Option, Semaglutid (2,4 mg), hat die EU-Zulassung zur Adipositas-Behandlung bereits erhalten und wird voraussichtlich im Laufe des Jahres auf den deutschen Markt kommen, wodurch sich das Spektrum der medikamentösen Behandlungsansätze erweitert.
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Mehr als nur Diät und Sport: Medikamentöse Optionen bei Übergewicht in Deutschland

Übergewicht und Adipositas sind weit verbreitete Probleme mit erheblichen gesundheitlichen Folgen. Während eine gesunde Ernährungsumstellung und regelmäßige Bewegung die Eckpfeiler der Therapie darstellen, reicht dies bei vielen Betroffenen nicht aus, um ein nachhaltiges und gesundes Gewicht zu erreichen. Daher spielen medikamentöse Optionen eine zunehmend wichtige Rolle in der Behandlung von Übergewicht, wobei die Auswahl an zugelassenen Präparaten stetig wächst.

Derzeit stehen in Deutschland zwei Wirkstoffe zur medikamentösen Behandlung von Adipositas mit positivem Nutzen-Risiko-Profil zur Verfügung:

  • Orlistat: Dieser Wirkstoff wirkt im Darm und hemmt die Absorption von Fetten. Er reduziert somit die Kalorienaufnahme. Orlistat ist seit langem etabliert und wird oft als erster Schritt in einer medikamentösen Therapie eingesetzt. Nebenwirkungen wie Durchfall, Bauchschmerzen und Fettstuhl sind jedoch nicht selten und können die Compliance beeinträchtigen. Die Wirksamkeit ist im Vergleich zu neueren Wirkstoffen begrenzt.

  • Liraglutid (3,0 mg): Liraglutid gehört zur Gruppe der GLP-1-Rezeptoragonisten. Dieser Wirkstoff wirkt auf verschiedene Weise: Er steigert die Sättigung, reguliert den Appetit und beeinflusst die Insulinsekretion. Im Vergleich zu Orlistat zeigt Liraglutid eine deutlich höhere Gewichtsreduktion und verbessert zusätzlich Parameter des Glukosestoffwechsels. Nebenwirkungen können Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sein. Die Dosierung muss sorgfältig an den individuellen Bedarf angepasst werden.

Zukünftige Entwicklungen:

Die Zulassung von Semaglutid (2,4 mg) durch die EU zur Behandlung von Adipositas stellt einen wichtigen Fortschritt dar. Semaglutid, ebenfalls ein GLP-1-Rezeptoragonist, hat in Studien eine signifikante Gewichtsreduktion gezeigt. Die Markteinführung in Deutschland wird in Kürze erwartet und wird das therapeutische Spektrum für Ärzte und Patient:innen erweitern. Es ist zu erwarten, dass weitere GLP-1-Rezeptoragonisten und andere Wirkstoffe in Zukunft zugelassen werden, um die Behandlungsoptionen bei Übergewicht weiter zu optimieren.

Wichtiger Hinweis: Die Entscheidung für eine medikamentöse Therapie sollte immer im Rahmen einer umfassenden ärztlichen Beratung erfolgen. Die Auswahl des geeigneten Wirkstoffs hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Body-Mass-Index (BMI), vorliegenden Begleiterkrankungen und individuellen Risiken. Eine medikamentöse Behandlung sollte stets mit einer angepassten Ernährungsumstellung und regelmäßiger körperlicher Aktivität kombiniert werden. Dies bildet die Grundlage für einen langfristigen Erfolg bei der Gewichtsreduktion und der Verbesserung der Gesundheit. Eine alleinige medikamentöse Therapie ohne Lebensstiländerung ist in der Regel nicht ausreichend und wenig nachhaltig.