Was sagen erhöhte weiße Blutkörperchen aus?

5 Aufrufe
Ein erhöhter Leukozytenwert signalisiert nicht automatisch eine schwere Erkrankung. Neben Infektionen und Leukämie spielen diverse Faktoren eine Rolle: Stress, Schwangerschaft, Nikotinkonsum, körperliche Anstrengung oder Medikamenteneinnahme können die weißen Blutkörperchen ebenfalls ansteigen lassen. Eine ärztliche Abklärung ist daher unerlässlich.
Kommentar 0 Gefällt mir

Erhöhte weiße Blutkörperchen: Was steckt dahinter?

Ein erhöhter Leukozytenwert, also eine erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen im Blut, ist ein häufiges Befund in Blutuntersuchungen. Während er oft auf eine Infektion hinweist, ist dies bei Weitem nicht die einzige mögliche Ursache. Ein erhöhter Wert allein ist kein Diagnosemerkmal, sondern erfordert eine differenzierte Betrachtung durch einen Arzt. Die Aussage "erhöhte weiße Blutkörperchen" ist also viel zu unspezifisch, um daraus Rückschlüsse auf eine konkrete Erkrankung zu ziehen.

Was sind weiße Blutkörperchen und welche Rolle spielen sie?

Weiße Blutkörperchen, auch Leukozyten genannt, sind essentielle Bestandteile unseres Immunsystems. Sie bekämpfen Infektionen, indem sie Krankheitserreger wie Bakterien, Viren und Pilze erkennen und eliminieren. Es gibt verschiedene Arten von Leukozyten, jede mit spezifischen Aufgaben: Granulozyten (z.B. Neutrophile, Eosinophile, Basophile) agieren in der ersten Verteidigungslinie gegen Infektionen, Lymphozyten (T-Zellen, B-Zellen) spielen eine zentrale Rolle in der erworbenen Immunität und Monocyten entwickeln sich zu Makrophagen, die Krankheitserreger phagozytieren (aufnehmen und verdauen). Eine erhöhte Anzahl dieser Zellen kann daher verschiedene Ursachen haben.

Mögliche Ursachen für erhöhte Leukozytenwerte:

Ein erhöhter Leukozytenwert, auch Leukozytose genannt, kann verschiedene Ursachen haben, die grob in folgende Kategorien eingeteilt werden können:

  • Infektionen: Dies ist die häufigste Ursache. Bakterielle, virale, parasitäre oder Pilzinfektionen führen zu einer verstärkten Produktion weißer Blutkörperchen, um die Infektion zu bekämpfen. Die Art der betroffenen Leukozyten kann Hinweise auf die Art der Infektion geben. Zum Beispiel deuten erhöhte Neutrophile oft auf eine bakterielle Infektion hin.

  • Entzündungen: Auch chronische Entzündungen, wie Rheumatoide Arthritis oder Colitis ulcerosa, können zu einem erhöhten Leukozytenwert führen.

  • Blutkrankheiten: Leukämie, ein Krebs der blutbildenden Zellen, ist eine schwerwiegende Ursache für eine erhöhte Leukozytenzahl. Hierbei ist die Anzahl der weißen Blutkörperchen oft deutlich erhöht und es sind oft unreife, nicht funktionsfähige Zellen vorhanden.

  • Andere Erkrankungen: Auch Tumorerkrankungen anderer Organe, Autoimmunerkrankungen, sowie bestimmte Stoffwechselstörungen können zu einer Leukozytose beitragen.

  • Physiologische Faktoren: Neben Erkrankungen können auch verschiedene physiologische Faktoren einen erhöhten Leukozytenwert verursachen. Dazu gehören:

    • Stress: Psychischer oder physischer Stress kann die Leukozytenproduktion steigern.
    • Schwangerschaft: Eine erhöhte Leukozytenzahl ist in der Schwangerschaft physiologisch.
    • Körperliche Anstrengung: Intensives Training kann zu einem vorübergehenden Anstieg der weißen Blutkörperchen führen.
    • Medikamenteneinnahme: Einige Medikamente, wie z.B. Kortikosteroide, können die Leukozytenzahl beeinflussen.
    • Rauchen: Nikotinkonsum ist ebenfalls mit einem erhöhten Leukozytenwert assoziiert.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Ein isolierter erhöhter Leukozytenwert ist kein Grund zur Panik. Jedoch sollte jeder ungewöhnliche Befund in einem Blutbild ärztlich abgeklärt werden. Besonders wichtig ist dies, wenn der erhöhte Wert mit anderen Symptomen einhergeht, wie Fieber, Müdigkeit, Gewichtsverlust, Schwellungen der Lymphknoten oder Nachtschweiß. Der Arzt wird weitere Untersuchungen durchführen, um die Ursache für die Leukozytose zu identifizieren und eine entsprechende Therapie einzuleiten. Nur eine umfassende Anamnese und weitere diagnostische Schritte ermöglichen eine fundierte Beurteilung und die Entwicklung eines individuellen Behandlungsplans.