Was passiert, wenn der Mann zu viel Testosteron hat?

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Zu hoher Testosteronspiegel kann zu Wassereinlagerungen und Schwellungen führen. Androgene, wie Testosteron, können das Wachstum bösartiger Prostatatumoren fördern. Langfristige Einnahme birgt Risiken.
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Zu viel Testosteron: Mehr als nur Muskeln und Männlichkeit

Testosteron, das männliche Geschlechtshormon, spielt eine entscheidende Rolle für die Entwicklung männlicher Geschlechtsmerkmale, den Muskelaufbau und die Libido. Ein gesunder Testosteronspiegel ist essentiell für das allgemeine Wohlbefinden. Doch was passiert, wenn der Körper zu viel davon produziert oder durch externe Zufuhr, etwa durch Medikamente oder Doping, ein Überschuss entsteht? Die Folgen können weitreichend und gesundheitsschädlich sein.

Während ein erhöhter Testosteronspiegel oft mit gesteigerter Muskelmasse und Vitalität in Verbindung gebracht wird, birgt ein Überschuss erhebliche Risiken. Wie bereits angedeutet, kann es zu Wassereinlagerungen und Schwellungen kommen. Dies äußert sich beispielsweise in geschwollenen Knöcheln, Beinen oder im Gesicht und kann ein Hinweis auf eine gestörte Nierenfunktion sein.

Ein besonders gravierendes Risiko ist der Einfluss von Testosteron auf die Prostata. Androgene, zu denen auch Testosteron gehört, können das Wachstum bereits vorhandener bösartiger Prostatatumoren fördern und deren Aggressivität steigern. Daher ist bei Männern mit Prostatakrebs oder einem erhöhten Risiko dafür besondere Vorsicht geboten. Eine regelmäßige Kontrolle des PSA-Wertes (Prostata-spezifisches Antigen) ist unerlässlich.

Die langfristige Einnahme von Testosteronpräparaten ohne medizinische Indikation birgt weitere Gefahren. Neben den bereits genannten Risiken können auch folgende Nebenwirkungen auftreten:

  • Akne und fettige Haut: Durch die erhöhte Talgproduktion kann es zu verstärkter Akne und Hautunreinheiten kommen.
  • Haarausfall: Paradoxerweise kann ein Überschuss an Testosteron, obwohl es für das Haarwachstum wichtig ist, zu Haarausfall führen, insbesondere im Bereich der Schläfen und des Scheitels.
  • Veränderungen der Stimmung und des Verhaltens: Aggressivität, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen und sogar Depressionen können die Folge sein.
  • Schlafapnoe: Die Atmung kann im Schlaf kurzzeitig aussetzen, was zu Tagesmüdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten führen kann.
  • Verkleinerung der Hoden: Die körpereigene Testosteronproduktion kann durch die Zufuhr von außen gehemmt werden, was zu einer Schrumpfung der Hoden führen kann.
  • Unfruchtbarkeit: Die Spermienproduktion kann beeinträchtigt werden, was zu Unfruchtbarkeit führen kann.
  • Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Ein zu hoher Testosteronspiegel kann das Risiko für Blutgerinnsel, Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen.

Es ist wichtig zu betonen, dass ein gesunder Testosteronspiegel individuell unterschiedlich ist. Ein Verdacht auf einen Überschuss sollte immer ärztlich abgeklärt werden. Eine Selbstmedikation mit Testosteronpräparaten ist gefährlich und kann schwerwiegende Folgen haben. Nur ein Arzt kann die Notwendigkeit einer Hormontherapie feststellen und die richtige Dosierung bestimmen. Die Einnahme von Testosteron sollte niemals ohne ärztliche Aufsicht erfolgen.