Was entzieht Alkohol dem Körper?

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Beim Alkoholabbau entzieht der Körper Flüssigkeit. Etwa 90 % des Alkohols werden in der Leber zu Wasser und Kohlendioxid zersetzt, während kleine Mengen über Atemluft, Haut und Urin ausgeschieden werden.

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Der heimliche Dieb: Was Alkohol dem Körper tatsächlich entzieht

Alkohol – ein gesellschaftlich akzeptiertes Genussmittel, das jedoch einen hohen Preis fordert. Die scheinbar harmlose Wirkung täuscht über die komplexen und teilweise schädlichen Prozesse hinweg, die im Körper ablaufen, wenn wir Alkohol konsumieren. Es ist nicht nur die unmittelbare Beeinträchtigung der kognitiven Funktionen, die uns Sorgen bereiten sollte. Alkohol entzieht dem Körper auf vielfältige Weise wichtige Ressourcen und beeinträchtigt seine Funktionalität auf lange Sicht. Dabei geht es weit über den bekannten Kater hinaus.

Der im Eingangstext erwähnte Flüssigkeitsentzug ist nur die Spitze des Eisbergs. Die Leber, unser wichtigstes Entgiftungsorgan, arbeitet beim Alkoholabbau auf Hochtouren. Die Zersetzung von Alkohol zu Wasser und Kohlendioxid, wie beschrieben, ist zwar der Hauptprozess, verbraucht jedoch erhebliche Mengen an Energie und essentiellen Nährstoffen. Dieser Prozess beansprucht Enzyme und Kofaktoren, die für andere wichtige Stoffwechselprozesse benötigt werden. Ein Mangel an diesen Stoffen kann zu Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und langfristig zu schwerwiegenderen gesundheitlichen Problemen führen.

Doch der Flüssigkeitsverlust geht tiefer als nur die Ausschwemmung von Wasser über Urin, Atemluft und Schweiß. Alkohol wirkt als Diuretikum, das heißt, er fördert die Wasserausscheidung. Dieser Effekt verstärkt den Flüssigkeitsverlust und führt zu Dehydrierung, die sich in Kopfschmerzen, Übelkeit und allgemeinem Unwohlsein äußert. Zusätzlich werden wichtige Elektrolyte wie Natrium, Kalium und Magnesium ausgeschwemmt, was zu Muskelkrämpfen, Herzrhythmusstörungen und weiteren Komplikationen führen kann.

Darüber hinaus entzieht Alkohol dem Körper auch wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Vor allem die B-Vitamine (B1, B6 und B12) werden beim Alkoholabbau verbraucht und bei chronischem Alkoholkonsum oft in einem Mangel resultierend. Dies kann zu Nervenschäden (Polyneuropathie), Muskelschwäche und psychischen Störungen führen. Auch der Mangel an Vitamin C und anderen Mikronährstoffen ist eine häufige Folge von übermäßigem Alkoholkonsum.

Zusätzlich zur direkten Entziehung von Substanzen leistet Alkohol indirekt einen negativen Beitrag zur Gesundheit. Er kann die Aufnahme von Nährstoffen aus der Nahrung beeinträchtigen und die Darmflora negativ beeinflussen, was wiederum die Nährstoffverwertung reduziert.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Alkohol dem Körper nicht nur Flüssigkeit, sondern auch wertvolle Energie, Enzyme, Kofaktoren, Vitamine und Mineralstoffe entzieht. Dieser Raubbau an den Ressourcen des Körpers kann kurzfristig zu einem unangenehmen Kater führen, langfristig jedoch zu ernsthaften gesundheitlichen Schäden beitragen. Moderation im Alkoholkonsum ist daher unerlässlich, um die negativen Auswirkungen auf den Körper zu minimieren.