Wann soll ich zur Notaufnahme?
Wann soll ich zur Notaufnahme? Jeder zweite Patient unnötig
Wann soll ich zur Notaufnahme? Diese Frage beschäftigt viele, da eine falsche Entscheidung unnötige Wartezeiten oder verzögerte Behandlung verursacht. Die Wahl der richtigen medizinischen Einrichtung ist entscheidend, um Notaufnahmen zu entlasten und eine optimale Versorgung zu gewährleisten. Erfahren Sie hier, welche Kriterien Ihnen bei der Entscheidung helfen.
Wann Sie sofort die 112 wählen müssen (Lebensgefahr)
Bei potenziell lebensbedrohlichen Zuständen zählt jede Sekunde. Zögern Sie hier nicht, den Rettungsdienst (112) zu rufen, statt selbst in die Notaufnahme zu fahren.
Viele Menschen haben Angst, den Notruf „unnötig“ zu blockieren. Hand aufs Herz: Diese Sorge ist verständlich, aber im Zweifel gefährlich. Die Leitstelle ist geschult, die Lage am Telefon einzuschätzen. Lieber einmal zu viel anrufen als zu spät.
Kritische Warnsignale (Sofort 112)
Rufen Sie sofort den Notarzt bei: Brustschmerzen: Starker Druck, Engegefühl oder Brennen im Brustkorb (Verdacht auf Herzinfarkt). Atemnot: Plötzliche, schwere Luftnot, oft in Ruhe oder bei geringer Belastung. Schlaganfall-Anzeichen: Plötzliche Sprachstörungen, Lähmungen (einseitig), herabhängender Mundwinkel oder Sehstörungen. Bewusstlosigkeit: Wenn eine Person nicht ansprechbar ist. Starke Blutungen: Die sich nicht durch einfachen Druck stillen lassen. Anaphylaktischer Schock: Schwere allergische Reaktion mit Atemnot oder Schwellung im Hals. Es ist essenziell zu wissen, wann 112 wählen statt 116117 die einzig richtige Wahl ist.
Ein häufiger Irrtum bei der Frage „Wann soll ich zur Notaufnahme?“ ist: „Ich fahre lieber selbst, das geht schneller.“ Falsch. Der Rettungswagon bringt nicht nur das medizinische Equipment zu Ihnen, sondern kündigt Sie auch in der Klinik an. Wenn Sie selbst fahren und im Stau stehen oder im Wartebereich kollabieren, verlieren Sie kritische Zeit.
Der Ärztliche Bereitschaftsdienst (116 117): Die oft vergessene Alternative
Wann 112 wählen statt 116117? Wenn Sie krank sind, die Praxen geschlossen haben (nachts, am Wochenende), aber nicht in Lebensgefahr schweben, ist die 116 117 Ihre Nummer.
Statistiken zeigen ein klares Bild: Im Jahr 2024 wurden in deutschen Notaufnahmen rund 13 Millionen Fälle behandelt – ein neuer Rekord. Doch Experten schätzen, dass mehr als jeder zweite Patient dort eigentlich ein Fall für den niedergelassenen Arzt oder den Bereitschaftsdienst gewesen wäre.
Warum ist das wichtig für Sie? Wer mit einer „Männergrippe“ oder Rückenschmerzen in die Notaufnahme geht, wartet oft 4 bis 6 Stunden, da echte Notfälle vorgezogen werden. Der Bereitschaftsdienst kann Sie telefonisch beraten, Sie in eine Bereitschaftspraxis schicken oder sogar einen Arzt zu Ihnen nach Hause schicken.
Wann die 116 117 wählen?
Nutzen Sie diesen Dienst bei Beschwerden, mit denen Sie normalerweise zum Hausarzt gehen würden, wenn er offen hätte: Hohes Fieber (ohne Atemnot) Magen-Darm-Infekte (starker Durchfall/Erbrechen) Starke Ohren- oder Halsschmerzen Akute Rückenschmerzen (Hexenschuss) Harnwegsinfekte
Selbst in die Notaufnahme fahren: Der Mittelweg
Wann muss man in die Notaufnahme? Es gibt Situationen, die dringend sind, aber keinen Rettungswagen erfordern. Hier können Sie sich von Angehörigen in die Notaufnahme fahren lassen oder ein Taxi nehmen.
Beispiele hierfür sind: Knochenbrüche (sofern gehfähig oder Transport möglich) Tiefe Schnittwunden, die genäht werden müssen Plötzliche, starke Bauchschmerzen (die nicht nachlassen) Kopfverletzungen mit Übelkeit/Erbrechen (Verdacht auf Gehirnerschütterung)
Hinweis: Fahren Sie niemals selbst Auto, wenn Sie unter Schock stehen, starke Schmerzen haben oder Ihnen schwindelig ist. Sie gefährden sich und andere. Rufen Sie im Zweifel ein Taxi oder bitten Sie Nachbarn um Hilfe.
Entscheidungshilfe: Wohin im Notfall?
Diese Übersicht hilft Ihnen, in Stresssituationen die richtige Anlaufstelle zu finden.Rettungsdienst (112) ⭐
Lebensgefahr, Bewusstlosigkeit, Herzbeschwerden, schwere Atemnot
Wird bei medizinischer Notwendigkeit voll von der Kasse übernommen
Sofort, zu jeder Tages- und Nachtzeit
Rettungswagen (RTW) oder Notarztwagen (NAW)
Notaufnahme (Klinik)
Schwere Verletzungen, Brüche, starke Schmerzen, aber stabil
Kassenleistung, ggf. Zuzahlung für Transport
Jederzeit (24/7), aber lange Wartezeiten bei leichten Fällen
Eigene Anreise (Angehörige, Taxi) - NICHT selbst fahren bei Schwindel
Ärztlicher Bereitschaftsdienst (116 117)
Dringend, aber nicht lebensbedrohlich (Grippe, Brechdurchfall, Fieber)
Vermeidet stundenlanges Warten in der Notaufnahme
Wenn Hausarztpraxen zu sind (Nachts, Wochenende, Feiertage)
Telefonberatung, Verweis an Bereitschaftspraxis oder Hausbesuch
Die Faustregel ist simpel: Lebensgefahr = 112. Starke Schmerzen/Verletzung = Notaufnahme. „Krank wie beim Hausarzt“ aber Praxis zu = 116 117.Warum Zögern bei Brustschmerzen fatal sein kann
Manfred, 58 Jahre alt aus Köln, spürte am Samstagabend ein brennendes Druckgefühl in der Brust. Er dachte an Sodbrennen vom schweren Abendessen und wollte niemanden stören. „Das geht schon weg“, sagte er zu seiner Frau.
Zwei Stunden später strahlte der Schmerz in den linken Arm aus, und Manfred wurde kaltschweißig. Er wollte immer noch nicht die 112 wählen – aus Angst vor einem Fehlalarm. Seine Frau ignorierte seinen Protest und rief den Notarzt.
Das EKG bestätigte einen Hinterwandinfarkt. Hätte Manfred noch eine Stunde gewartet, wäre der Herzmuskel irreversibel geschädigt gewesen. Im Krankenhaus wurde ihm sofort ein Stent gesetzt.
Sein Kardiologe erklärte später: „Bei Herzinfarkten sterben jede Minute tausende Herzzellen ab. Lieber zehnmal umsonst anrufen als einmal zu spät.“ Manfreds Zögern hätte ihn fast das Leben gekostet.
Der Unterschied zwischen Notaufnahme und 116 117
Lisa, eine junge Mutter aus München, stand vor einem Dilemma: Ihr 3-jähriger Sohn bekam am Sonntag plötzlich 39,5 Grad Fieber und Ohrenschmerzen. Panisch fuhr sie in die nächste Notaufnahme.
Dort saßen sie 5 Stunden im überfüllten Wartezimmer zwischen Patienten mit offenen Wunden und Verdachtsfällen auf Herzinfarkt. Ihr Sohn weinte, war erschöpft und fing sich im Wartezimmer fast noch einen Magen-Darm-Infekt ein.
Beim nächsten Mal wählte sie die 116 117. Ein Arzt am Telefon beruhigte sie, gab Tipps zur Fiebersenkung und nannte ihr die Adresse einer kinderärztlichen Bereitschaftspraxis in der Nähe, die kaum Wartezeit hatte.
Das Ergebnis: Statt 6 Stunden Stress nur 45 Minuten Aufwand und eine kompetente Behandlung ohne das Chaos einer Notaufnahme.
Schlüsselpunkte
Lebensgefahr bedeutet 112Bei Herzinfarkt-Verdacht, Schlaganfall-Symptomen oder schwerer Atemnot zählt jede Minute – wählen Sie sofort den Notruf.
Nutzen Sie die 116 117 klugBei Erkrankungen, mit denen Sie normalerweise zum Hausarzt gehen würden (Fieber, Infekte), ist der Bereitschaftsdienst die bessere Wahl als die Notaufnahme.
Nicht selbst fahren bei InstabilitätFahren Sie niemals selbst ins Krankenhaus, wenn Sie Schwindel, starke Schmerzen oder Kreislaufprobleme haben – die Unfallgefahr ist zu hoch.
Wissen erweitern
Muss ich den Krankenwagen selbst bezahlen, wenn es kein Notfall war?
In der Regel übernimmt die Krankenkasse die Kosten, wenn der Anruf medizinisch vertretbar war – also wenn Sie subjektiv von einem Notfall ausgehen mussten. Böswillige Fehlalarme oder Scherzanrufe können jedoch in Rechnung gestellt werden.
Darf mich die Notaufnahme wieder wegschicken?
Ja, nach einer Ersteinschätzung (Triage). Wenn festgestellt wird, dass kein Notfall vorliegt, kann das Personal Sie an den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst oder Ihren Hausarzt verweisen, um Kapazitäten für echte Notfälle freizuhalten.
Was mache ich, wenn ich die 116 117 nicht erreiche?
Bei Überlastung der Hotline kann es zu Wartezeiten kommen. Wenn sich der Zustand des Patienten verschlechtert oder Sie unsicher sind, ob es doch lebensbedrohlich wird, wählen Sie im Zweifel die 112.
Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Rufen Sie bei einem medizinischen Notfall sofort die 112 an. Warten Sie nicht auf eine Online-Diagnose.
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