Wann darf man seine Augen nicht Lasern lassen?
Wann ist eine Augenlaserbehandlung keine Option? – Risiken und Alternativen im Überblick
Die Laserbehandlung der Augen, insbesondere die LASIK, erfreut sich großer Beliebtheit. Doch nicht jeder ist für diesen Eingriff geeignet. Eine sorgfältige Voruntersuchung ist unerlässlich, um potenzielle Risiken zu minimieren und die bestmögliche Behandlungsmethode zu wählen. Es gibt verschiedene Gründe, warum eine Augenlaserbehandlung kontraindiziert sein kann – einige sind offensichtlich, andere erfordern eine detaillierte Analyse durch den Augenarzt.
Instabile Sehwerte: Die Grundlage einer erfolgreichen Laserbehandlung ist die Stabilität der Fehlsichtigkeit. Schwanken die Dioptrinwerte über einen längeren Zeitraum (in der Regel mehrere Monate bis Jahre) stark, ist eine Laserbehandlung nicht ratsam. Der Grund: Die Laserkorrektur richtet sich nach dem aktuellen Wert. Ändern sich die Werte danach erneut, kann die erzielte Korrektur ungenau und unzureichend sein. Junge Erwachsene, deren Sehstärke sich noch im Wandel befindet, sollten daher abwarten, bis sich diese stabilisiert hat.
Gravierende Augenerkrankungen: Bei bestimmten Augenerkrankungen ist eine Laserbehandlung ausgeschlossen. Dazu gehören:
- Keratokonus: Diese Erkrankung führt zu einer Verformung der Hornhaut, die sich kegelförmig ausdünnt. Eine Laserbehandlung würde die Hornhaut weiter schwächen und die Sehkraft möglicherweise irreparabel schädigen.
- Glaukom: Dieser Augendruckschaden kann durch eine Laserbehandlung verschlimmert werden.
- Diabetische Retinopathie: Die durch Diabetes verursachten Schädigungen der Netzhaut können durch den Eingriff negativ beeinflusst werden.
- Autoimmunerkrankungen: Diese können die Heilung beeinträchtigen und das Risiko von Komplikationen erhöhen.
- Kollagen- oder Bindegewebserkrankungen: Diese Erkrankungen beeinflussen die Festigkeit der Hornhaut und können die Heilung negativ beeinflussen.
- Schwangerschaft und Stillzeit: In diesen Phasen kann sich der Hormonhaushalt auf die Hornhaut auswirken und die Ergebnisse einer Laserbehandlung negativ beeinflussen.
Dünne Hornhaut und extreme Fehlsichtigkeit: Eine zu dünne Hornhaut bietet nicht genügend Gewebe für den Laser-Eingriff. Auch bei extrem hohen Dioptrinwerten (starke Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit) kann das Risiko von Komplikationen wie einer ungenügenden Korrektur oder einer Hornhautverflachung erhöht sein. In solchen Fällen müssen alternative Methoden in Betracht gezogen werden.
Weitere Kontraindikationen:
- Unbehandelte Infektionen der Augen: Eine aktive Infektion erhöht das Risiko von Komplikationen und sollte vor einer Laserbehandlung vollständig ausgeheilt sein.
- Medikamenteneinnahme: Gewisse Medikamente können die Heilung beeinträchtigen. Der Augenarzt muss über alle eingenommenen Medikamente informiert werden.
- Unrealistische Erwartungen: Die Laserbehandlung korrigiert die Fehlsichtigkeit, beseitigt aber nicht unbedingt alle Sehprobleme. Ein realistisches Bild der möglichen Ergebnisse ist unerlässlich.
Alternativen zur Augenlaserbehandlung:
Wenn eine Laserbehandlung nicht in Frage kommt, gibt es glücklicherweise alternative Verfahren zur Sehkorrektur, wie z.B. ICL-Implantation (phake intraokulare Linsen), die Einsetzen einer multifokalen Linse oder Kontaktlinsen. Die Wahl der optimalen Methode hängt von den individuellen Gegebenheiten des Patienten ab und sollte in enger Absprache mit dem Augenarzt getroffen werden.
Fazit:
Eine Augenlaserbehandlung ist ein effektives Verfahren zur Sehkorrektur, aber nicht für jeden geeignet. Eine umfassende Voruntersuchung durch einen erfahrenen Augenarzt ist entscheidend, um die Risiken zu minimieren und die beste Behandlungsstrategie zu wählen. Alternativen stehen zur Verfügung, die eine dauerhafte Verbesserung der Sehkraft ermöglichen. Informieren Sie sich gründlich und sprechen Sie offen mit Ihrem Augenarzt, bevor Sie sich für eine Behandlung entscheiden.
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