Wann darf Cortison nicht angewendet werden?
Cortison: Wann ist die Anwendung kontraindiziert?
Cortison, ein synthetisches Glukokortikoid, ist ein potentes Medikament mit vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten. Seine entzündungshemmende und immunsuppressive Wirkung macht es in der Behandlung verschiedener Erkrankungen unentbehrlich. Gleichzeitig birgt der Einsatz von Cortison jedoch auch Risiken und Kontraindikationen. Eine unsachgemäße Anwendung kann schwerwiegende Folgen haben. Daher ist es entscheidend, die Situationen zu kennen, in denen Cortison nicht eingesetzt werden darf.
Die Entscheidung über die Anwendung von Cortison muss stets individuell und durch einen Arzt getroffen werden. Eine Selbstmedikation ist strikt abzulehnen. Dieser Artikel dient lediglich der Information und ersetzt keinesfalls den Besuch beim Arzt.
Absolute Kontraindikationen: In folgenden Fällen ist die Anwendung von Cortison generell verboten oder nur unter strengsten Vorsichtsmaßnahmen und engmaschiger Überwachung möglich:
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Systemische Pilzinfektionen: Cortison kann das Wachstum von Pilzen fördern und eine bereits bestehende Infektion verschlimmern. Eine Behandlung der Pilzinfektion muss vor der Cortisontherapie erfolgen.
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Unbehandelte bakterielle oder virale Infektionen: Ähnlich wie bei Pilzinfektionen kann Cortison die Immunabwehr herabsetzen und den Verlauf einer bakteriellen oder viralen Infektion ungünstig beeinflussen. Akute Infektionen müssen zunächst mit geeigneten Antibiotika oder Virostatika behandelt werden. Dies gilt insbesondere für schwere Infektionen wie z.B. Sepsis. Die Aussage, dass Cortison bei Gürtelrose oder Wundrose nicht angewendet werden darf, ist eine Vereinfachung. In Einzelfällen kann Cortison unter strengster ärztlicher Kontrolle in Kombination mit antiviralen Medikamenten eingesetzt werden, jedoch nur, wenn der Nutzen die Risiken deutlich überwiegt.
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Offene Wunden und Geschwüre (bei systemischer Anwendung): Eine systemische Cortison-Anwendung kann die Wundheilung verzögern und das Infektionsrisiko erhöhen. Lokale Anwendung von Cortison in Form von Salben ist in bestimmten Fällen unter Umständen möglich, jedoch immer nur nach ärztlicher Abklärung.
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Schwangerschaft und Stillzeit: Die Anwendung von Cortison während der Schwangerschaft und Stillzeit erfordert eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung. Die Risiken für den Fötus und das gestillte Kind müssen gegen den Therapieerfolg abgewogen werden.
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Akute Psychosen: Cortison kann psychische Nebenwirkungen wie Manien, Depressionen oder Psychose verstärken. Bei Vorliegen einer akuten Psychose ist die Anwendung kontraindiziert.
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Glaukom (grüner Star) und Katarakt (Grauer Star): Cortison kann den Augeninnendruck erhöhen und den Katarakt verschlimmern. Eine Anwendung bei Vorliegen dieser Erkrankungen erfordert besondere Vorsicht und regelmäßige Kontrollen durch einen Augenarzt.
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Osteoporose und erhöhte Frakturgefahr: Langfristige Cortisontherapie kann zu einem Abbau der Knochendichte und einem erhöhten Frakturrisiko führen. Eine sorgfältige Risiko-Nutzen-Abwägung und gegebenenfalls begleitende Maßnahmen zur Osteoporoseprophylaxe sind notwendig.
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Diabetes mellitus: Cortison kann den Blutzuckerspiegel erhöhen und die Blutzuckerkontrolle erschweren. Bei Diabetes mellitus ist eine engmaschige Blutzuckerkontrolle während der Cortisontherapie unerlässlich.
Relative Kontraindikationen: In diesen Fällen muss die Anwendung von Cortison sorgfältig abgewogen werden und erfordert eine strenge ärztliche Überwachung:
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Herzinsuffizienz: Cortison kann Wasser und Natrium zurückhalten, was die Herzinsuffizienz verschlimmern kann.
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Hypertonie (Bluthochdruck): Cortison kann den Blutdruck erhöhen.
Diese Liste ist nicht erschöpfend. Weitere Kontraindikationen können je nach Indikation und individuellem Gesundheitszustand des Patienten bestehen. Die Entscheidung über die Anwendung von Cortison liegt allein beim behandelnden Arzt, der die individuellen Risiken und den potenziellen Nutzen sorgfältig abwägt. Nur ein Arzt kann die korrekte Dosierung und Therapiedauer bestimmen und mögliche Nebenwirkungen überwachen.
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