Soll man mehr essen, wenn man krank ist?
Essen bei Krankheit: Mehr ist nicht immer besser
Die alte Weisheit "Iss dich gesund!" trifft bei einer akuten Erkrankung nicht unbedingt zu. Vielmehr signalisiert der Körper oft ganz intuitiv, was er braucht – und das ist bei Fieber, Erkältung oder Magen-Darm-Infekt häufig: weniger Essen. Appetitlosigkeit ist während einer akuten Krankheitsphase völlig normal und kein Grund zur Sorge, insbesondere bei gesunden Kindern und Erwachsenen. Der Körper konzentriert seine Energie auf die Bekämpfung der Krankheitserreger und hat weniger Kapazitäten für die Verdauung. Ihn durch übermäßige Nahrungsaufnahme zusätzlich zu belasten, ist kontraproduktiv.
Ein, zwei Tage mit reduziertem Appetit oder gar ohne Hungergefühl sind in der Regel unbedenklich. Wichtiger als die Nahrungsmenge ist in dieser Zeit die Flüssigkeitszufuhr. Wasser, Tee oder Brühe helfen, den Flüssigkeitsverlust durch Fieber oder Erbrechen auszugleichen und die Schleimhäute feucht zu halten.
Mit dem Abklingen der akuten Krankheitsphase kehrt in der Regel auch der Appetit zurück. Jetzt gilt es, den Körper mit nährstoffreicher Kost bei der Regeneration zu unterstützen. Dabei sollte man jedoch nicht sofort zu schwer verdaulichen Speisen greifen. Leichte, gut verträgliche Mahlzeiten sind ideal. Dazu gehören beispielsweise:
- Suppen und Brühen: Liefern Flüssigkeit und wichtige Nährstoffe.
- Gemüsebrei oder gedünstetes Gemüse: Reich an Vitaminen und Mineralstoffen.
- Haferflocken oder Reis: Leicht verdauliche Kohlenhydrate, die Energie liefern.
- Gekochtes Geflügel oder Fisch: Eiweißquellen für den Zellaufbau.
- Obst (in Maßen): Vitamin-C-reiche Früchte wie Orangen oder Kiwis können das Immunsystem unterstützen. Bei Magen-Darm-Beschwerden sollte man jedoch auf säurereiches Obst verzichten.
Das Motto lautet also: Auf den Körper hören! Er weiß am besten, was er braucht. Zwanghaftes Essen bei Appetitlosigkeit ist nicht hilfreich. Viel wichtiger ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Mit beginnender Genesung sollte man den Körper mit leicht verdaulicher, nährstoffreicher Kost unterstützen. Im Zweifelsfall oder bei anhaltenden Beschwerden sollte immer ein Arzt konsultiert werden.
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