Ist Kälte gut bei Bindehautentzündung?

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Eine allergische Bindehautentzündung erfordert meist den Einsatz von antiallergischen Augentropfen. Kortisonhaltige Tropfen können zusätzlich Linderung verschaffen. Kühlung durch kalte Umschläge lindert die Beschwerden effektiv und reduziert die Schwellung. Eine ärztliche Abklärung ist dennoch ratsam.

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Kälte bei Bindehautentzündung: Fluch oder Segen?

Eine gerötete, juckende und tränende Bindehaut – die Bindehautentzündung, auch Konjunktivitis genannt, ist eine weit verbreitete und unangenehme Erkrankung. Während die Ursachen vielfältig sind – von viralen und bakteriellen Infektionen bis hin zu Allergien – fragen sich Betroffene oft nach geeigneten Hausmitteln zur Linderung der Symptome. Eine davon ist die Anwendung von Kälte. Doch hilft Kühlung wirklich bei allen Arten von Bindehautentzündungen?

Die Antwort ist differenzierter als ein einfaches Ja oder Nein. Bei einer allergischen Bindehautentzündung kann Kälte durchaus hilfreich sein. Die durch den Allergenkontakt ausgelöste Entzündungsreaktion führt zu Schwellungen, Juckreiz und Rötungen. Hier kann die Anwendung kalter, feuchter Umschläge (z.B. mit lauwarmem Wasser getränkte Waschlappen) die Schwellung reduzieren und den Juckreiz lindern. Die Kälte wirkt abschwellend und betäubend, was zu einer spürbaren Verbesserung des subjektiven Befindens führt. Wichtig ist jedoch, die Umschläge nicht direkt auf das Auge zu legen, sondern auf das geschlossene Lid.

Zusätzlich zur Kühlung sollten bei allergischen Bindehautentzündungen die eigentlichen Auslöser identifiziert und vermieden werden. Oftmals sind dies Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare. Medikamentös kommen meist antiallergische Augentropfen zum Einsatz, die die allergische Reaktion hemmen. In schweren Fällen können kortisonhaltige Augentropfen zusätzlich verschrieben werden, um die Entzündung stärker zu bekämpfen. Wichtig: Kortison sollte nur unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden, da es langfristig zu unerwünschten Nebenwirkungen führen kann.

Bei infektiösen Bindehautentzündungen (viral oder bakteriell) ist die Wirkung von Kälte weniger eindeutig belegt. Während Kühlung die Beschwerden wie Brennen und Juckreiz möglicherweise etwas lindert, bekämpft sie nicht die eigentliche Ursache der Erkrankung. Hier stehen antivirale oder antibakterielle Medikamente, je nach Erreger, im Vordergrund der Therapie. Eine Behandlung mit Kälte kann hier sogar kontraproduktiv sein, da sie die körpereigene Abwehrreaktion, die für die Heilung essentiell ist, möglicherweise behindert.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Kälte kann bei einer allergischen Bindehautentzündung eine sinnvolle Ergänzung zur medikamentösen Therapie sein und die Beschwerden lindern. Bei infektiösen Bindehautentzündungen ist die Wirkung fraglich und sollte nicht als alleinige Behandlungsmethode betrachtet werden. In jedem Fall ist eine ärztliche Abklärung ratsam, um die genaue Ursache der Bindehautentzündung zu diagnostizieren und die geeignete Therapie einzuleiten. Selbstbehandlung kann die Heilung verzögern oder sogar zu Komplikationen führen. Eine frühzeitige Diagnose und die richtige Behandlung sichern eine schnelle Genesung.