Ist es schlimm, wenn man beim Schlucken Schmerzen hat?

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Flüchtige Schluckbeschwerden nach hastigem Essen oder Trinken sind meist unbedenklich. Hält der Schmerz an oder tritt er häufiger auf, sollte ein Arzt die Ursache abklären.

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Schluckbeschwerden: Wann ist ein Arztbesuch notwendig?

Schmerzen beim Schlucken, medizinisch Odynophagie genannt, sind ein unangenehmes Symptom, das von flüchtigen, kaum wahrnehmbaren Beschwerden bis hin zu starken, anhaltenden Schmerzen reichen kann. Während ein kurzzeitiger, leichter Schmerz nach dem Verzehr von zu heißen Speisen oder zu hastigem Essen meist harmlos ist, sollten anhaltende oder sich verschlimmernde Schluckbeschwerden unbedingt ärztlich abgeklärt werden. Denn die Ursachen hierfür sind vielfältig und reichen von harmlosen Entzündungen bis hin zu ernsthaften Erkrankungen.

Mögliche Ursachen für Schluckbeschwerden:

Die Bandbreite möglicher Ursachen ist groß und erfordert eine differenzierte Betrachtung. Hier einige Beispiele:

  • Entzündungen im Mund- und Rachenraum: Halsschmerzen (Pharyngitis), Mandelentzündung (Tonsillitis), Zungenentzündung (Glossitis) oder eine Entzündung der Speiseröhre (Ösophagitis) sind häufige Auslöser von Schluckbeschwerden. Diese sind meist mit weiteren Symptomen wie Halsschmerzen, Schwellungen oder Fieber verbunden.

  • Verletzungen: Verbrennungen durch heiße Speisen oder Getränke, Kratzer im Rachenraum durch scharfe Speisen oder Verletzungen durch Fremdkörper können zu Schmerzen beim Schlucken führen.

  • Refluxkrankheit (Gastroösophageale Refluxkrankheit – GERD): Magensäure, die in die Speiseröhre zurückfließt, kann diese reizen und zu Schmerzen beim Schlucken führen. Zusätzlich treten oft Sodbrennen, Aufstoßen und ein saurer Geschmack im Mund auf.

  • Allergien: Allergische Reaktionen auf bestimmte Nahrungsmittel können Schluckbeschwerden auslösen.

  • Infektionen: Virusinfektionen wie Herpes simplex oder Pilzinfektionen (z.B. Soor) können den Mund- und Rachenraum befallen und Schluckbeschwerden verursachen.

  • Tumore: Seltener, aber schwerwiegender sind Tumore im Mund-, Rachen- oder Speiseröhrenbereich. Diese können zu zunehmenden und anhaltenden Schluckbeschwerden führen.

  • Neurologische Erkrankungen: Erkrankungen des Nervensystems, die die Muskulatur der Schluckmechanik beeinträchtigen, können ebenfalls Schluckbeschwerden verursachen.

  • Medikamente: Nebenwirkungen bestimmter Medikamente können zu Entzündungen der Speiseröhre und damit zu Schluckbeschwerden führen.

Wann zum Arzt?

Ein Arztbesuch ist unbedingt ratsam, wenn:

  • die Schluckbeschwerden länger als ein paar Tage anhalten.
  • die Schmerzen stark oder unerträglich sind.
  • zusätzlich Fieber, Schwellungen, Gewichtsverlust oder Blut im Speichel auftreten.
  • die Schluckbeschwerden im Zusammenhang mit Schwierigkeiten beim Atmen stehen.
  • es zu zunehmenden Problemen beim Schlucken kommt.

Diagnose und Behandlung:

Der Arzt wird durch Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte), körperliche Untersuchung des Mund- und Rachenraums und gegebenenfalls weitere Untersuchungen wie eine Endoskopie (Spiegelung der Speiseröhre) die Ursache der Schluckbeschwerden feststellen. Die Behandlung richtet sich nach der zugrundeliegenden Erkrankung. Diese kann von einfachen Maßnahmen wie ausreichend Flüssigkeitszufuhr und Schonung des Rachens bis hin zu medikamentöser Therapie oder operativen Eingriffen reichen.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Flüchtige Schluckbeschwerden sind meist harmlos. Anhaltende oder sich verschlimmernde Beschwerden erfordern jedoch unbedingt ärztlichen Rat, um schwerwiegendere Erkrankungen frühzeitig auszuschließen und eine geeignete Behandlung einzuleiten. Zögern Sie nicht, einen Arzt aufzusuchen, wenn Sie sich unsicher sind.