Ist ein Blutdruck von 90 zu 70 zu niedrig?

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Ein Blutdruck von 90/70 mmHg liegt nah an der von der WHO definierten Hypotonie-Grenze. Während dies für Männer potenziell schon als niedrig gilt, ist es bei Frauen grenzwertig. Beschwerden wie Schwindel oder Müdigkeit sollten jedoch Anlass zur ärztlichen Abklärung geben, um individuelle Ursachen zu ergründen und die Notwendigkeit einer Behandlung zu bewerten.
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Ist ein Blutdruck von 90/70 zu niedrig? Ein genauerer Blick auf Hypotonie

Ein Blutdruck von 90/70 mmHg liegt im Grenzbereich der Hypotonie (niedriger Blutdruck). Ob dieser Wert tatsächlich als zu niedrig einzustufen ist, hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab und lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Frage nach der Notwendigkeit einer Behandlung ist individuell zu betrachten und erfordert eine ärztliche Beurteilung.

Was bedeutet 90/70 mmHg?

Der Blutdruckwert 90/70 mmHg gibt den systolischen (oberer Wert) und diastolischen (unterer Wert) Blutdruck an. Der systolische Druck misst den Druck, wenn das Herz sich zusammenzieht und Blut in die Arterien pumpt. Der diastolische Druck misst den Druck in den Arterien, wenn sich das Herz zwischen zwei Schlägen entspannt. Während die allgemein akzeptierte Norm bei etwa 120/80 mmHg liegt, definiert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Hypotonie als Blutdruck unter 100/60 mmHg. Ein Wert von 90/70 mmHg liegt somit nah an dieser Grenze.

Ist ein Blutdruck von 90/70 mmHg immer bedenklich?

Nein, nicht unbedingt. Für manche Menschen kann ein Blutdruck von 90/70 mmHg völlig normal und unbedenklich sein. Besonders bei jungen, gesunden Erwachsenen, die sich regelmäßig bewegen und einen gesunden Lebensstil führen, kann dieser Wert innerhalb der individuellen Norm liegen. Ihr Körper hat sich möglicherweise an diesen niedrigeren Blutdruck angepasst.

Wann sollte man sich Sorgen machen?

Allerdings kann ein Blutdruck von 90/70 mmHg auch auf ein Problem hinweisen. Besonders dann, wenn dieser Wert mit Symptomen einhergeht, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Diese Symptome können sein:

  • Schwindel: Ein häufiges Anzeichen für niedrigen Blutdruck, der durch unzureichende Durchblutung des Gehirns verursacht wird.
  • Müdigkeit und Schwäche: Niedriger Blutdruck kann zu einer verminderten Energieversorgung der Muskeln und Organe führen.
  • Benommenheit: Ein Gefühl der Ohnmacht oder des nahenden Bewusstseinsverlustes.
  • Sehstörungen: Verschwommene Sicht oder Sehstörungen können ebenfalls ein Hinweis sein.
  • Übelkeit und Erbrechen: In einigen Fällen kann niedriger Blutdruck zu gastrointestinalen Beschwerden führen.
  • Kollapsneigung: Im Extremfall kann ein zu niedriger Blutdruck zu einem Kreislaufkollaps führen.

Ursachen für niedrigen Blutdruck

Ein niedriger Blutdruck kann verschiedene Ursachen haben, darunter:

  • Dehydration: Flüssigkeitsmangel führt zu einem verringerten Blutvolumen.
  • Medikamente: Einige Medikamente, wie beispielsweise blutdrucksenkende Mittel, können als Nebenwirkung Hypotonie verursachen.
  • Herzprobleme: Herzinsuffizienz oder andere Herzerkrankungen können zu einem niedrigen Blutdruck führen.
  • Hormonelle Störungen: Schilddrüsenunterfunktion oder Nebenniereninsuffizienz können ebenfalls einen niedrigen Blutdruck verursachen.
  • Anämie: Eisenmangel kann zu einem verminderten Sauerstofftransport im Blut führen und den Blutdruck senken.
  • Sepsis (Blutvergiftung): Eine schwere Infektion kann zu einem starken Blutdruckabfall führen.
  • Orthostatische Hypotonie: Blutdruckabfall beim schnellen Aufstehen.

Fazit:

Ein Blutdruck von 90/70 mmHg ist nicht automatisch besorgniserregend. Jedoch sollte dieser Wert, besonders im Zusammenhang mit Symptomen, ärztlich abgeklärt werden. Nur ein Arzt kann die individuellen Ursachen ermitteln und eine geeignete Behandlung, falls notwendig, einleiten. Selbstmessung ist hilfreich, aber ersetzt niemals eine professionelle Diagnose und Beratung.