Bei welcher Krankheit tritt Gewichtszunahme auf?
Unerklärliche Gewichtszunahme: Mehr als nur Kalorienüberschuss
Eine unerklärliche Gewichtszunahme, also eine Gewichtszunahme, die nicht durch eine bewusste Änderung des Ernährungs- oder Aktivitätsverhaltens erklärt werden kann, kann ein Hinweis auf eine zugrundeliegende Erkrankung sein. Oft wird eine solche Gewichtszunahme lediglich auf einen zu hohen Kalorienkonsum zurückgeführt. Doch hinter dem Anstieg auf der Waage können sich diverse, mitunter schwerwiegende medizinische Ursachen verbergen. Eine differenzierte Betrachtung ist daher unerlässlich.
Endokrine Erkrankungen:
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Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose): Eine der häufigsten Ursachen für unerklärliche Gewichtszunahme. Die Schilddrüse produziert zu wenig Hormone, was den Stoffwechsel verlangsamt und zu einer vermehrten Wassereinlagerung und Fettansammlung führt. Weitere Symptome sind Müdigkeit, Verstopfung, Kälteempfindlichkeit und trockene Haut.
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Cushing-Syndrom: Durch einen Überschuss an Kortisol, einem Stresshormon, gekennzeichnet. Dies führt zu einer charakteristischen Fettverteilung mit rundem Gesicht ("Vollmondgesicht"), Fettansammlung im Nacken ("Büffelhöcker") und am Bauch. Zusätzliche Symptome sind Bluthochdruck, Muskelschwäche und gestörte Wundheilung. Die Ursache liegt häufig in einem hormonproduzierenden Tumor der Nebennierenrinde oder der Hypophyse.
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Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes: Die Zellen reagieren nicht mehr ausreichend auf Insulin, wodurch der Blutzuckerspiegel erhöht ist. Der Körper versucht, den überschüssigen Zucker als Fett zu speichern, was zu einer Gewichtszunahme führt. Weitere Symptome sind vermehrter Durst, häufiges Wasserlassen und Müdigkeit.
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Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS): Eine hormonelle Störung bei Frauen, die zu Zyklusstörungen, unerwünschter Behaarung und Akne führen kann. Auch hier spielt eine Insulinresistenz eine Rolle, die zu Gewichtszunahme beiträgt.
Weitere mögliche Ursachen:
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Lipödem: Eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Unterhautfettgewebes, die vorwiegend bei Frauen auftritt. Sie zeichnet sich durch eine symmetrische Fettansammlung an Armen und Beinen aus, die oft mit Schmerzen und Druckschmerzhaftigkeit einhergeht. Im Gegensatz zu Adipositas ist das Fettgewebe beim Lipödem dichter und fester.
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Herzerkrankungen: Besonders bei Herzinsuffizienz kann eine Gewichtszunahme auftreten, die durch Wassereinlagerungen (Ödeme) in den Beinen und im Körper bedingt ist.
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Medikamentennebenwirkungen: Einige Medikamente, wie beispielsweise bestimmte Antidepressiva oder Kortikosteroide, können zu einer Gewichtszunahme führen.
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Hypogonadismus: Eine verminderte Produktion von Geschlechtshormonen kann zu einer Gewichtszunahme und anderen Stoffwechselveränderungen führen.
Wichtig: Eine unerklärliche Gewichtszunahme sollte immer ärztlich abgeklärt werden. Nur durch eine gründliche Untersuchung können die Ursachen identifiziert und eine entsprechende Therapie eingeleitet werden. Die Behandlung richtet sich nach der zugrundeliegenden Erkrankung und kann medikamentös, diätetisch oder durch Lebensstiländerungen erfolgen. Eine Selbstdiagnose ist in diesem Fall unbedingt zu vermeiden.
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