Bei welchen Krankheiten hat man immer Hunger?

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Unerklärlicher, unstillbarer Hunger kann auf verschiedene körperliche Ursachen hindeuten. Neben Diabetes mellitus, der den Blutzuckerspiegel beeinflusst, können auch eine Schilddrüsenüberfunktion oder Lebererkrankungen dahinterstecken. Stoffwechselstörungen, wie sie bei Adipositas auftreten, beeinträchtigen zudem die Botenstoffe, die das Sättigungsgefühl regulieren, und verstärken so das Hungergefühl.
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Der unstillbare Hunger: Welche Krankheiten stecken dahinter?

Unerklärlicher, permanenter Hunger, der trotz ausreichender Nahrungsaufnahme anhält, ist kein normaler Zustand und kann ein ernstzunehmendes Symptom verschiedener Erkrankungen sein. Oft wird er mit Heißhungerattacken verwechselt, unterscheidet sich aber deutlich durch seine anhaltende, quälende Intensität und die Unabhängigkeit vom tatsächlichen Nahrungsbedarf des Körpers. Dieser "unstillbare Hunger" beeinträchtigt die Lebensqualität erheblich und erfordert unbedingt eine ärztliche Abklärung.

Im Folgenden werden einige wichtige Krankheiten und Zustände aufgeführt, die mit einem immerwährenden Hungergefühl in Verbindung gebracht werden:

1. Diabetes mellitus: Besonders bei Typ-1-Diabetes kann ein konstanter Hunger auftreten. Der Körper kann den aufgenommenen Zucker aufgrund des Insulinmangels nicht verwerten. Die Zellen verhungern gewissermaßen, obwohl ausreichend Glukose im Blut vorhanden ist. Dies führt zu einem erhöhten Hungergefühl, welches oft mit vermehrtem Durst und vermehrtem Wasserlassen einhergeht.

2. Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): Eine erhöhte Aktivität der Schilddrüse beschleunigt den Stoffwechsel. Der Körper verbraucht mehr Energie als üblich, was zu einem gesteigerten Appetit und einem Gefühl des ständigen Hungers führen kann. Weitere Symptome einer Hyperthyreose sind Gewichtsverlust trotz gesteigerter Nahrungsaufnahme, Herzrasen, Nervosität und Schlaflosigkeit.

3. Hypoglykämie (Unterzucker): Ein zu niedriger Blutzuckerspiegel, beispielsweise aufgrund von Insulinüberdosierung bei Diabetikern oder selteneren Stoffwechselerkrankungen, kann ebenfalls starken Hunger auslösen. Neben dem Hungergefühl können auch Schwindel, Zittern, Schwäche und Verwirrtheit auftreten.

4. Lebererkrankungen: Diverse Lebererkrankungen, darunter Leberzirrhose oder Leberentzündungen, können den Stoffwechsel erheblich beeinflussen und zu einem veränderten Hungergefühl führen. Oftmals ist dies mit anderen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Gelbsucht und Gewichtsverlust verbunden.

5. Adipositas (Fettleibigkeit): Bei Adipositas liegt oft eine gestörte Regulation des Sättigungsgefühls vor. Die Botenstoffe, die dem Gehirn signalisieren, dass der Körper genügend Nahrung aufgenommen hat, funktionieren nicht mehr optimal. Dies führt zu einem verstärkten Hungergefühl und macht es schwieriger, das Gewicht zu kontrollieren. Es handelt sich hier weniger um einen „immerwährenden“ Hunger, sondern um ein häufig wiederkehrendes, starkes Hungergefühl, welches die Gewichtszunahme weiter verstärkt.

6. Neoplasien (Tumore): In seltenen Fällen können Tumore, insbesondere im Bereich des Hypothalamus (ein Teil des Gehirns, der die Nahrungsaufnahme reguliert), einen unstillbaren Hunger verursachen. Dies ist jedoch eher mit weiteren, tumorspezifischen Symptomen verbunden.

7. Psychische Erkrankungen: Auch psychische Erkrankungen wie Bulimie oder Binge-Eating-Störung können mit einem exzessiven Hungergefühl einhergehen, jedoch ist hier der Hunger oft mit Kontrollverlust und emotionalem Essen verbunden.

Wichtig: Ein ständig präsentes Hungergefühl ist kein Zustand, den man ignorieren sollte. Suchen Sie unbedingt einen Arzt auf, um die Ursache abklären zu lassen. Nur eine gründliche Diagnose kann die passende Behandlung ermöglichen und eventuelle schwerwiegende Grunderkrankungen ausschließen. Eine Selbstdiagnose und Eigenbehandlung sind in diesem Fall dringend abzuraten.