Welches Meer ist eigentlich ein See?

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Im Nordwesten Deutschlands locken drei vermeintliche Meere: Das Zwischenahner Meer, das Steinhuder Meer und das Engelsmeer. Doch sind dies keine Ozeane, sondern malerische Binnenseen. Selbst die Nordsee trägt ihren Namen zu Unrecht, denn im Deutschen bezeichnet man sie als See.
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Das Kaspische Meer – Der größte See der Welt

Im Sprachgebrauch begegnen uns immer wieder Gewässer, die als „Meer“ bezeichnet werden, obwohl sie geographisch gesehen Seen sind. Prominentestes Beispiel: das Kaspische Meer. Mit einer Fläche von 371.000 Quadratkilometern, größer als Deutschland, rangiert es als größtes Binnengewässer der Erde. Doch warum nennen wir es dann Meer?

Die Bezeichnung "Meer" für das Kaspische Meer hat historische Wurzeln. Schon die alten Griechen und Perser sahen in dem riesigen, salzhaltigen Gewässer ein Meer. Die schiere Größe, die Salinität des Wassers, die teils beträchtliche Tiefe und die Entstehungsgeschichte trugen zu dieser Wahrnehmung bei. Geologisch gesehen ist das Kaspische Meer ein Rest des Paratethys, eines Urzeitmeeres.

Im Gegensatz zu echten Meeren hat das Kaspische Meer jedoch keine direkte Verbindung zu den Weltmeeren. Es ist ein endorheisches Becken, das heißt, das Wasser kann nicht abfließen, sondern verdunstet größtenteils. Dies führt zu einer Anreicherung von Salzen und erklärt den brackigen Charakter des Wassers, der zwar salzig, aber weniger salzig als die Ozeane ist.

Die Verwirrung um die Bezeichnung "Meer" für Binnenseen beschränkt sich nicht nur auf das Kaspische Meer. Auch das Tote Meer im Nahen Osten, der Aralsee in Zentralasien oder das Große Salzsee in Nordamerika sind eigentlich Seen, die aufgrund ihrer Größe, ihres Salzgehalts oder historischer Gründe als "Meer" bezeichnet werden.

Die Unterscheidung zwischen Meer und See ist also nicht immer eindeutig und beruht auf einer Kombination von geographischen, geologischen und historischen Faktoren. Im Falle des Kaspischen Meeres überwiegt die historische Tradition und die beeindruckende Größe, die dazu führen, dass wir es weiterhin "Meer" nennen, obwohl es streng geographisch betrachtet ein See ist.