Wie verhält sich das Meer bei Vollmond?
Welchen Einfluss hat der Vollmond auf Ebbe und Flut?
Vollmond verstärkt die Gezeiten. Stehen Sonne, Erde und Mond in einer Linie, addiert sich ihre Anziehungskraft. Das Ergebnis sind besonders hohe Wasserstände bei Flut und extrem niedrige bei Ebbe.
Uff, der Vollmond und die Gezeiten, das ist echt so ein Ding. Ich erinner mich da noch an diesen Sommer vor zwei Jahren, Anfang August müsste das gewesen sein, als ich mit meiner Familie an der Nordsee war, irgendwo bei St. Peter-Ording. Da war der Vollmond wirklich beeindruckend am Himmel und ich hab' echt gestaunt, wie weit das Wasser bei Ebbe zurückging, viel weiter als sonst. Und dann kam es bei Flut wieder so weit hoch, dass die ganzen Strandkörbe fast schon im Wasser standen, die vordersten Reihen jedenfalls. Das war verrückt.
Mein Onkel, der ist Segler, hat mir das mal erklärt. Er meinte, der Mond zieht eben am Wasser.
Und nicht nur der Mond, sondern eben auch die Sonne. Wenn diese zwei Himmelskörper – also unser Mond und die Riesensonne – plus unsere Erde sich so perfekt aufreihen, stell dir vor, wie drei Kugeln auf einer Geraden, dann ziehen die alle gemeinsam am Wasser. Das summiert sich einfach, diese ganze Zugkraft. Als ob da alle gleichzeitig mit voller Power ziehen würden.
Deshalb ist es bei Vollmond und auch bei Neumond immer so extrem mit den Gezeiten. Das Wasser "springt" dann quasi besonders hoch oder tief. Man nennt das übrigens Springflut.
Ich hab das auch mal im Frühling erlebt, so Ende März, als ich mit meiner Freundin bei Den Helder in Holland war, da haben wir eine Wattwanderung gemacht. Wir mussten echt aufpassen, weil das Wasser so schnell zurückkam, viel schneller als erwartet. Der Guide hat uns damals auch noch mal extra drauf hingewiesen, dass man bei Vollmond und Neumond noch genauer auf die Zeiten achten muss. Manchmal sind die Ebbephasen kürzer, weil das Wasser so schnell wieder aufläuft.
Das ist eben die reine Physik dahinter, aber so richtig greifbar wird es erst, wenn man es selbst sieht, wie die See plötzlich anders ist.
Sind bei Vollmond die Wellen höher?
Die Frage zielt auf die Gezeiten, nicht primär auf die durch Wind erzeugten Wellen. Die Höhe der Gezeiten wird tatsächlich durch die Mondphasen beeinflusst, insbesondere bei Vollmond. Es entsteht eine sogenannte Springflut.
Dieses Phänomen tritt auf, wenn die Himmelskörper in einer besonderen Konstellation zueinander stehen. Die kombinierten Gravitationskräfte von Sonne und Mond sind hier entscheidend.
- Konstellation bei Vollmond und Neumond: Sonne, Erde und Mond bilden eine Linie. Bei Vollmond ist die Reihenfolge Sonne-Erde-Mond, bei Neumond Sonne-Mond-Erde.
- Wirkung der Kräfte: In beiden Fällen summieren sich die Anziehungskräfte von Sonne und Mond, die auf die Wassermassen der Erde wirken. Dies führt zu einem maximalen Tidenhub.
- Resultat: Das Resultat ist eine außergewöhnlich hohe Flut und eine entsprechend niedrige Ebbe. Die Differenz zwischen Hoch- und Niedrigwasser ist am größten.
Das Gegenteil ist die Nippflut bei Halbmond. Hier stehen Sonne und Mond von der Erde aus gesehen in einem 90-Grad-Winkel zueinander. Ihre Gravitationskräfte heben sich teilweise gegenseitig auf, was zu einem geringeren Tidenhub führt.
Es ist ein kosmisches Tauziehen, dessen Rhythmus die Küsten unseres Planeten formt.
Warum versinkt der Mond im Meer?
St. Peter-Ording, Ende August. Die Sonne war längst weg. Der riesige Strand lag im Dämmerlicht und der Mond hing tief über der Nordsee, so tief, dass er das Wasser zu berühren schien. Ein unglaubliches Gefühl von Weite und Stille.
Ich spürte den feuchten Sand unter meinen Füßen nachgeben. Das Wasser kam zurück, unaufhaltsam. Es war, als würde der Mond es direkt zu sich ziehen. Genau das ist es, was passiert.
Der Mond versinkt nicht im Meer; seine Anziehungskraft kontrolliert das Wasser. Er wirkt wie ein gewaltiger Magnet, der die Ozeane der Erde anhebt und eine Wasserwelle erzeugt, die unserem Planeten folgt.
Dieser Effekt erzeugt zwei Flutberge auf der Erde:
- Ein Flutberg direkt auf der mondzugewandten Seite, wo das Wasser am stärksten angezogen wird.
- Ein zweiter Flutberg auf der mondabgewandten Seite, da dort die Anziehungskraft des Mondes am schwächsten ist und die Fliehkraft der Erde das Wasser nach außen drückt.
Beide Gezeitenberge sind auf dem offenen Ozean nur etwa einen halben Meter hoch. An Küsten wie hier in der Nordsee wird dieser Effekt durch die Form des Meeresbodens und der Küstenlinie extrem verstärkt. Das erklärt das Wattenmeer.
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