Wie sieht die Rückseite des Mondes aus?

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Die Antwort auf wie sieht die Rückseite des Mondes aus ist eine helle, zerfurchte und von Kratern dominierte Gebirgslandschaft. Im Gegensatz zur Vorderseite, die zu 31 % von dunklen Maria bedeckt ist, nehmen diese Lavaebenen auf der Rückseite nur etwa 1 % ein. Die dickere Kruste (durchschnittlich 50 km statt 30 km) verhinderte den Aufstieg von Magma, der die Maria bildete.
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Wie sieht die Rückseite des Mondes aus? 1 % Maria statt 31 %

Die Frage wie sieht die Rückseite des Mondes aus führt uns zu einer Welt, die von der Erde aus unsichtbar ist. Während die vertraute Vorderseite mit dunklen Meeren bedeckt ist, offenbart die ferne Seite eine raue, kraterübersäte Hochgebirgslandschaft. Wer die Ursachen dieser faszinierenden Unterschiede versteht, gewinnt tiefe Einblicke in die Entstehungsgeschichte unseres Begleiters.

Wie sieht die Rückseite des Mondes aus?

Die Rückseite des Mondes sieht völlig anders aus als das vertraute Gesicht, das wir von der Erde aus betrachten. Während die Vorderseite von großen, dunklen Tiefebenen (den sogenannten Maria) geprägt ist, zeigt die Rückseite eine extrem zerfurchte, helle und fast ausschließlich von Kratern übersäte Gebirgslandschaft. Über 90 % der Oberfläche auf der fernen Seite bestehen aus diesem hellen Hochlandgestein [1], was ihr ein weitaus raueres und wilderes Aussehen verleiht als der uns zugewandten Seite.

Viele Menschen bezeichnen diesen Teil fälschlicherweise als die dunkle Seite des Mondes - doch das ist ein Mythos. Tatsächlich erhält die Rückseite im Laufe eines Monats exakt genauso viel Sonnenlicht wie die Vorderseite. Wir sehen sie nur deshalb nie, weil der Mond für eine Umdrehung um sich selbst genau so lange braucht wie für eine Umdrehung um die Erde. Dieses Phänomen nennt man gebundene Rotation. Es ist also nicht dunkel dort, sondern lediglich verborgen.

Die markantesten Unterschiede: Kraterwüste statt Mondmeere

Der auffälligste Unterschied liegt im fast vollständigen Fehlen der dunklen Maria. Auf der Vorderseite bedecken diese Lavaplatten etwa 31 % der Oberfläche, während sie auf der Rückseite nur etwa 1 % einnehmen. Stattdessen dominieren Einschlagskrater in jeder erdenklichen Größe das Bild. Einer der Gründe dafür ist die Dicke der Mondkruste: Messungen zeigen, dass die Kruste auf der Rückseite mit durchschnittlich 50 Kilometern deutlich dicker ist als auf der Vorderseite, wo sie stellenweise nur 30 Kilometer misst [3]. Dies erschwerte es dem flüssigen Magma in der Frühzeit des Mondes, an die Oberfläche durchzubrechen und die Krater einzuebnen.

Ich erinnere mich noch gut daran, als ich zum ersten Mal hochauflösende Aufnahmen der Rückseite sah - ich war schockiert, wie fremdartig sie wirkte. Es gibt dort kaum Orientierungspunkte, nur eine endlose Abfolge von Einschlägen. Man fühlt sich förmlich erschlagen von der geologischen Gewalt, die diese Seite geformt hat. Es ist ein stilles Zeugnis von Milliarden Jahren kosmischen Beschusses, der auf der Vorderseite durch vulkanische Aktivität größtenteils ausgelöscht wurde.

Das Südpol-Aitken-Becken: Eine gigantische Narbe

Das absolute Highlight der Rückseite ist das Südpol-Aitken-Becken. Mit einem Durchmesser von rund 2.500 Kilometern und einer Tiefe von bis zu 13 Kilometern ist es eines der größten, tiefsten und ältesten Einschlagsbecken im gesamten Sonnensystem. Es[4] ist so gewaltig, dass es fast ein Viertel des gesamten Mondumfangs einnimmt. Hier ist der Einschlagskörper so tief eingedrungen, dass Material aus dem inneren Mantel des Mondes an die Oberfläche befördert wurde - ein geologisches Goldbergwerk für die Wissenschaft.

Von Lunik 3 bis heute: Wie wir die Rückseite sehen lernten

Bis zum Jahr 1959 wusste kein Mensch, wie die Rückseite aussieht. Die sowjetische Sonde Lunik 3 lieferte damals die ersten 29 körnigen Schwarz-Weiß-Bilder, die zwar nur 70 % der Oberfläche zeigten, aber die Welt der Astronomie revolutionierten. Heutzutage verfügen wir dank Missionen wie dem Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) über Bilder, die Details von weniger als einem Meter Größe sichtbar machen. Jüngste Erfolge bei der proberentnahme auf der Rückseite in den Jahren 2024 und 2025 haben unser Verständnis der asymmetrischen Entwicklung des Mondes weiter vertieft.

Naturwissenschaftlich betrachtet ist die Rückseite zudem der leiseste Ort im nahen Weltraum. Da die gesamte Masse des Mondes die Radiosignale der Erde abschirmt, ist sie der perfekte Standort für Radioteleskope, die das frühe Universum untersuchen wollen, ohne von unserem irdischen Lärm gestört zu werden. Wer dort steht, erlebt eine absolute Isolation von der Menschheit. Ein faszinierender, aber auch beklemmender Gedanke.

Vergleich: Mondvorderseite vs. Mondrückseite

Die beiden Seiten unseres Erdtrabanten könnten geologisch kaum unterschiedlicher sein. Hier sind die wichtigsten Merkmale im direkten Vergleich:

Mondvorderseite (Earthside)

- Geprägt von großen, dunklen Ebenen (Maria) und hellen Hochländern

- Moderater, da viele alte Krater durch Lavaströme gelöscht wurden

- Dünnere Kruste (ca. 30-40 km), was Vulkanismus begünstigte

- Etwa 31 % der Oberfläche sind mit erstarrter Lava bedeckt

Mondrückseite (Farside)

- Extrem raue Gebirgslandschaft, fast ausschließlich Hochland

- Extrem hoch; nahezu jeder Quadratmeter ist von Einschlägen gezeichnet

- Dickere Kruste (ca. 50-60 km), kaum vulkanische Durchbrüche

- Nur ca. 1 % der Oberfläche besteht aus dunklen Maria

Der Hauptgrund für das unterschiedliche Aussehen ist die Asymmetrie der Mondkruste. Die dicke Kruste auf der Rückseite verhinderte, dass aufsteigendes Magma die Einschlagskrater überfluten konnte, weshalb die Rückseite heute wie ein prähistorisches Archiv des Sonnensystems aussieht.
Wenn Sie mehr über die Hintergründe erfahren möchten, warum wir nur eine Seite des Mondes sehen, schauen Sie sich unseren Artikel Warum sieht man nur eine Mondseite? an.

Das Staunen der Apollo-Astronauten

Als die Crew von Apollo 8 im Jahr 1968 als erste Menschen die Rückseite des Mondes mit eigenen Augen sah, herrschte im Cockpit kurzzeitig ehrfürchtige Stille. Jim Lovell beschrieb die Oberfläche später als weitaus grauer und farbloser als erwartet.

Die Astronauten hatten Schwierigkeiten, sich zu orientieren. Ohne die vertrauten 'Mondmeere' wie das Meer der Ruhe wirkte alles wie eine endlose, monotone Wüste aus Kratern, die sich bis zum Horizont erstreckte.

Sie realisierten erst beim Überfliegen des Horizonts, wie massiv die Kraterdichte wirklich war. Das Fehlen der Erde am schwarzen Himmel verstärkte das Gefühl der absoluten Isolation und Fremdartigkeit dieser Landschaft.

Die Mission bestätigte visuell, dass die Rückseite fast zu 100 % aus zerfurchtem Hochland besteht. Diese Beobachtung änderte die Mondgeologie nachhaltig und führte zur Planung gezielter unbemannter Missionen in den Folgejahrzehnten.

Weitere Referenzen

Ist die Rückseite des Mondes immer dunkel?

Nein, das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Die Rückseite erlebt Tag und Nacht genau wie die Vorderseite. Wenn wir von der Erde aus Neumond haben, wird die Rückseite voll von der Sonne beschienen.

Warum kann man die Rückseite von der Erde aus nicht sehen?

Das liegt an der gebundenen Rotation. Der Mond dreht sich in exakt derselben Zeit einmal um seine Achse, in der er die Erde umkreist. Dadurch zeigt er uns immer dieselbe Seite.

Gibt es auf der Rückseite Wasser?

In permanent beschatteten Kratern an den Polen, insbesondere im Südpol-Aitken-Becken, wurden Anzeichen von Wassereis gefunden. Diese Kraterböden sehen die Sonne nie und sind extrem kalt.

Zusammenfassung & Fazit

Extreme Kraterdichte

Die Rückseite ist fast lückenlos von Einschlagskratern übersät, da keine Lavaströme die Oberfläche geglättet haben.

Fehlende Mondmeere

Nur ca. 1 % der Rückseite besteht aus dunklen Maria, verglichen mit 31 % auf der Vorderseite.

Dicke Kruste als Schutzschild

Die Kruste ist auf der fernen Seite etwa 20 km dicker, was geologische Unterschiede zur Erdseite erklärt.

Keine 'dunkle Seite'

Die Rückseite ist im Schnitt genauso hell wie die Vorderseite; sie ist lediglich für uns unsichtbar.

Quellen

  • [1] De - Während die Vorderseite von großen, dunklen Tiefebenen (den sogenannten Maria) geprägt ist, zeigt die Rückseite eine extrem zerfurchte, helle und fast ausschließlich von Kratern übersäte Gebirgslandschaft. Über 90 % der Oberfläche auf der fernen Seite bestehen aus diesem hellen Hochlandgestein.
  • [3] Agupubs - Messungen zeigen, dass die Kruste auf der Rückseite mit durchschnittlich 50 Kilometern deutlich dicker ist als auf der Vorderseite, wo sie stellenweise nur 30 Kilometer misst.
  • [4] En - Mit einem Durchmesser von rund 2.500 Kilometern und einer Tiefe von bis zu 13 Kilometern ist es eines der größten, tiefsten und ältesten Einschlagsbecken im gesamten Sonnensystem.