Wie gehen die Astronauten auf der ISS aufs Klo?
Wie gehen Astronauten auf der ISS auf Toilette?
Wie gehen Astronauten auf der ISS auf Toilette ist eine häufige Frage rund um das Leben in der Schwerelosigkeit. Die Antwort zeigt, wie technische Lösungen alltägliche Abläufe im Weltraum ermöglichen und warum besondere Systeme an Bord notwendig sind.
Wie gehen die Astronauten auf der ISS aufs Klo?
Auf der Internationalen Raumstation (ISS) gibt es keine normale Wasserspülung, da Exkremente in der Schwerelosigkeit sonst frei im Raum schweben würden.[1] Das System basiert stattdessen auf einem speziellen Hightech-Unterdruckverfahren, das Ausscheidungen zuverlässig absaugt und sicher in Behältern einschließt.
Das Unterdruckprinzip: Technik statt Schwerkraft
In der Schwerelosigkeit funktioniert das Prinzip der Toilette fast wie ein Staubsauger.
Ein Gebläse erzeugt im System einen Unterdruck, der Luft und Ausscheidungen sofort von der Person wegzieht.
Das ist essenziell, denn ohne diesen Luftzug würde das Toilettengeschäft einfach durch die Station schweben, was nicht nur unhygienisch, sondern auch gefährlich für die empfindliche Bordelektronik wäre.
Die Astronauten müssen sich mit speziellen Gurten und Fußschlaufen fest am Toilettensitz verankern.
Ohne diese Sicherung würden sie durch die Kraft des Luftstroms oder einfache Bewegungen einfach vom Sitz abheben.
Diese Technik erfordert etwas Übung, ist aber nach kurzer Zeit fester Bestandteil der täglichen Routine.
Urin und Kot: Unterschiedliche Entsorgungswege
Flüssige Abfälle werden über einen speziellen Schlauch mit einem Trichter aufgefangen, der direkt am Körper angesetzt wird.
Ein starker Luftstrom verhindert dabei das Entweichen von Tröpfchen in die Kabinenluft.
Der Urin wird jedoch nicht einfach entsorgt; in einer komplexen Aufbereitungsanlage wird er gefiltert und gereinigt, um daraus frisches Trinkwasser zu gewinnen.
Dies ist ein entscheidender Faktor für die Ressourceneffizienz auf Langzeitmissionen.
Für das große Geschäft gibt es einen fest verschließbaren Toilettensitz.
Nach dem Hinsetzen wird das Gebläse aktiviert, das die Ausscheidungen in einen kleinen, austauschbaren Behälter saugt.
Ist dieser voll, wird er luftdicht verschlossen und in speziellen Transportschiffen verstaut.
Diese Schiffe verglühen später beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre - ein eher unspektakuläres Ende für menschliche Abfälle.
Warum das Astronautenklo so wichtig ist
Man könnte meinen, das wäre ein triviales Thema, aber die Toilette ist eines der kritischsten Lebenserhaltungssysteme an Bord.
Ein Ausfall wäre katastrophal.
Deshalb gibt es auf der ISS strenge Wartungsintervalle für das gesamte System.
Der Betrieb einer Toilette im Weltraum kostet pro Start einer Mission schätzungsweise das Vielfache herkömmlicher sanitärer Anlagen auf der Erde,[3] bedingt durch die komplexe Ingenieurskunst für das Unterdrucksystem.
Die Effizienz bei der Wasserwiedergewinnung spart auf Dauer enorme Mengen an Frachtkosten für den Transport von frischem Wasser zur Station.
Vergleich: Erde vs. ISS
Der Hauptunterschied liegt nicht in der Funktion, sondern im Management der Ausscheidungen durch das Fehlen der Schwerkraft.Toilette auf der Erde
Hoher Frischwasserverbrauch pro Spülung
Schwerkraft führt Ausscheidungen durch Wasser ab
Toilette auf der ISS
Wasserrückgewinnung aus Urin zur Wiederverwendung
Unterdruck/Luftstrom zieht Ausscheidungen ab
Während terrestrische Systeme auf Wasserfluss setzen, erfordert das ISS-System eine präzise Luftführung. Beide Systeme dienen der Hygiene, doch die ISS-Toilette ist primär ein hocheffizientes Lebenserhaltungssystem.Der Alltag eines Astronauten: Anpassung an das Weltraumklo
Lukas, ein Ingenieur, der für seine Mission auf die ISS vorbereitet wurde, hatte anfangs große Bedenken wegen der Toilette. Er fürchtete die Vorstellung, in einer schwerelosen Umgebung das Gleichgewicht zu verlieren oder unsauber zu arbeiten.
Bei den ersten Trainings im Simulator im Johnson Space Center scheiterte er mehrfach: Er schwebte ständig vom Sitz ab, weil er die Fußschlaufen nicht richtig festgezogen hatte. Es war frustrierend und er fühlte sich ungeschickt.
Nach einigen Wochen intensiven Trainings entwickelte er eine eigene Technik. Er nutzte die Griffe gezielter und vertraute voll auf den Luftstrom, statt zu versuchen, 'aktiv' zu pressen. Die Routine festigte sich.
Nach einem Monat auf der Station berichtete Lukas, dass die Benutzung nach einiger Zeit zur völligen Gewohnheit wurde. Er betonte, dass der psychologische Faktor - das Vertrauen in die Technik - der größte Schritt für jeden Neuankömmling sei.
Fragen zum gleichen Thema
Wie funktioniert die Urinaufbereitung auf der ISS?
Urin wird über einen Trichter abgesaugt und in einer speziellen Aufbereitungsanlage gefiltert, destilliert und chemisch behandelt. Dieser Prozess reinigt die Flüssigkeit so gründlich, dass sie die Standards für Trinkwasser erfüllt.
Was passiert bei einer Verstopfung der Weltraumtoilette?
Eine Verstopfung ist ein technischer Notfall, der sofortiges Handeln erfordert. Die Astronauten führen regelmäßige Wartungen durch und haben für den Ernstfall Ersatzteile und Werkzeuge an Bord, um das Unterdrucksystem manuell zu reinigen.
Ist die Benutzung des Astronautenklos unhygienisch?
Nein, das System ist darauf ausgelegt, alle Ausscheidungen luftdicht zu umschließen. Der starke Luftstrom verhindert, dass Keime in die Raumluft gelangen, wodurch das System hygienischer ist als man bei dem Thema vermuten würde.
Gesamtüberblick
Unterdruck statt SchwerkraftAuf der ISS ersetzt ein starkes Gebläse die Schwerkraft, um Ausscheidungen in den Auffangbehälter zu saugen.
Geschlossener WasserkreislaufUrin wird auf der Station gefiltert und als Trinkwasser wiederverwendet, was die Abhängigkeit von Wasserlieferungen von der Erde drastisch senkt.
Wartung ist überlebenswichtigDie Toilette ist ein essenzielles Lebenserhaltungssystem, das ständiger Wartung bedarf, da ein Ausfall die Besatzung gefährden würde.
Querverweise
- [1] Chip - Auf der Internationalen Raumstation (ISS) gibt es keine normale Wasserspülung, da Exkremente in der Schwerelosigkeit sonst frei im Raum schweben würden.
- [3] Smithsonianmag - Der Betrieb einer Toilette im Weltraum kostet pro Start einer Mission schätzungsweise das Vielfache herkömmlicher sanitärer Anlagen auf der Erde.
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