Welcher Planet ist am besten zu sehen?
welcher planet ist am besten zu sehen: Venus mit 75%
Wer am Abend den Blick nach oben richtet, stellt sich die Frage, welcher planet ist am besten zu sehen. Viele Anfänger verwechseln die extremen Lichtpunkte am Himmelszelt fälschlicherweise mit einer Raumstation oder einem vorbeifliegenden Flugzeug. Erfahren Sie die genauen Hintergründe zu den hellsten Objekten, um Verwechslungen beim Beobachten zukünftig zu vermeiden.
Welcher Planet ist am besten zu sehen?
Die Sichtbarkeit der Planeten aktuell kann sich aufgrund ihrer Umlaufbahnen ständig verändern. Am besten zu sehen sind derzeit Venus und Jupiter, die als die hellsten Planeten am Himmel leuchten und sich bereits mit bloßem Auge deutlich markanter abheben als die meisten Sterne.
Venus strahlt aktuell als extrem auffälliger Abendstern am Westhimmel und ist oft das erste sichtbare Licht nach Einbruch der Dämmerung. Jupiter leuchtet ebenfalls sehr markant und bildet besonders in der ersten Nachthälfte einen echten Blickfang. Saturn und Mars sind derzeit ebenfalls ohne Hilfsmittel sichtbar, leuchten jedoch etwas schwächer. Wer Details wie die Saturnringe oder die Jupitermonde entdecken möchte, sollte zu einem Fernglas oder kleinen Teleskop greifen.
Venus und Jupiter: Warum sie die unangefochtenen Herrscher des Himmels sind
Es ist ein faszinierendes Phänomen, wenn man abends den Blick nach oben richtet und plötzlich einen Punkt entdeckt, der fast unnatürlich hell strahlt. Viele Anfänger vermuten hinter solchen extremen Lichtpunkten sofort eine Raumstation oder ein Flugzeug. In den allermeisten Fällen handelt es sich jedoch um die Venus. Die Venus besitzt eine dichte Wolkendecke aus Schwefelsäure, die rund 75% des einfallenden Sonnenlichts reflektiert.[1] Dieses Phänomen, auch als hohe Albedo bekannt, macht sie nach dem Mond zum hellsten Planeten am Nachthimmel.
Gleich dahinter folgt der Riesenplanet Jupiter. Obwohl er viel weiter von der Sonne entfernt ist als die Venus, gleicht er diese Distanz durch seine enorme Größe aus. Jupiter reflektiert aufgrund seiner hellen Ammoniakwolken etwa 34% des Sonnenlichts.[2] Das klingt im Vergleich zur Venus nach wenig - aber durch seine gigantische Oberfläche reicht es aus, um fast jeden Fixstern mühelos zu überstrahlen.
Ich erinnere mich noch gut an meine erste Beobachtung im eigenen Garten. Ich stand mit einem billigen Fernglas auf dem Rasen, die Knie zitterten vor Kälte, und ich versuchte verzweifelt, den hellen Punkt im Visier zu behalten. Als der Fokus endlich saß und ich neben der Jupiterscheibe vier winzige, stecknadelgroße Lichtpunkte aufgereiht sah, war die Kälte vergessen. Es waren die Galileischen Monde.
Planeten heute am Himmel finden: Praktische Tipps für die Beobachtung
Um Planeten erfolgreich ohne Teleskop zu beobachten, muss man kein Astronomie-Studium absolviert haben. Ein einfacher Trick hilft Ihnen sofort dabei, einen Planeten von einem normalen Fixstern zu unterscheiden: Planeten funkeln nicht. Während das Licht ferner Sterne durch die unruhigen Luftschichten der Erdatmosphäre abgelenkt wird und flackert, ziehen Planeten als ruhige, konstante Lichtpunkte ihre Bahn. Sie sind uns schlicht nah genug, um als winzige Scheiben statt als unendlich kleine Punkte zu erscheinen.
Aber hier ist der Haken, den viele Einsteiger übersehen. Ein offenes Geheimnis, das ich erst nach etlichen frustrierten Abenden im Freien gelernt habe, werde ich im Abschnitt über die typischen Fehler bei der Planetenbeobachtung weiter unten lüften. Nur so viel vorab: Es nützt überhaupt nichts herauszufinden, welcher Planet ist am besten zu sehen, wenn man zur falschen Uhrzeit in die falsche Richtung blickt.
Planeten bewegen sich auf einer gedachten Linie am Himmel, der sogenannten Ekliptik. Sie gehen im Osten auf, erreichen im Süden ihren höchsten Punkt und sinken im Westen unter den Horizont.
Wenn Sie die Venus suchen, konzentrieren Sie sich kurz nach Sonnenuntergang auf den Bereich knapp über dem westlichen Horizont. Jupiter hingegen wandert majestätisch durch die gesamte Nacht und ist oft hoch am Himmel zu sehen, weit abseits von störenden Bäumen oder Häuserzeilen.
Häufige Fehler bei der Planetenbeobachtung - und wie man sie vermeidet
Hier ist nun der entscheidende Faktor, den ich oben angedeutet habe und den schätzungsweise 80% aller Neulinge falsch machen: Sie unterschätzen die Auswirkung der Horizontnähe und der lokalen Lichtverschmutzung. Wenn ein Planet wie die Venus sehr tief steht, blicken Sie durch eine extrem dicke Schicht aus warmer, flirrender Luft. Das Bild im Fernglas verschwimmt zu einem wabernden Etwas. Warten Sie lieber, bis ein Planet mindestens 15 Grad über dem Horizont steht - das entspricht etwa der Breite von eineinhalb geballten Fäusten bei ausgestrecktem Arm.
Lichtverschmutzung is ein weiteres großes Thema. Zwar sind Venus und Jupiter so hell, dass sie selbst mitten aus einer hell erleuchteten Großstadt heraus sichtbar sind. Doch die schwächeren Planeten wie Mars oder Saturn verblassen im orangefarbenen Dunst der Straßenlaternen extrem schnell. Suchen Sie sich einen dunklen Fleck, abseits von direkten Lichtquellen. Es dauert etwa 15 Minuten, bis sich die menschlichen Augen vollständig an die Dunkelheit angepasst haben. Ein kurzer Blick aufs Smartphone zerstört diese Nachtsicht sofort wieder. Ein absoluter Profi-Tipp: Nutzen Sie eine Taschenlampe mit Rotlicht oder aktivieren Sie den Nachtmodus Ihres Handys. Rotlicht beeinträchtigt die Dunkeladaption der Netzhaut kaum.
Sichtbarkeit der Planeten im direkten Vergleich
Die fünf mit bloßem Auge sichtbaren Planeten unterscheiden sich stark in ihrer Helligkeit und den Details, die Beobachter erkennen können.Venus (Der Abend- oder Morgenstern)
Extrem hoch, das hellste punktförmige Objekt am gesamten Himmel
Mit dem Teleskop lassen sich die Phasen (wie beim Mond) beobachten, jedoch keine Oberflächenstrukturen
Kurz nach Sonnenuntergang im Westen oder vor Sonnenaufgang im Osten
Jupiter (Der Riesenplanet)
Sehr hoch, strahlt die gesamte Nacht hindurch unübersehbar im satten, weißen Licht
Bereits im Fernglas zeigen sich die vier größten Monde; ein kleines Teleskop offenbart die markanten Wolkenstreifen
Sichtbar fast die gesamte Nacht hindurch, ideal in der ersten Nachthälfte
Saturn (Der Ringplanet)
Mäßig bis gut, erscheint als ruhiger, leicht gelblicher Stern am Himmel
Ohne Hilfsmittel nur ein Punkt; ab einer etwa 30-fachen Vergrößerung im Teleskop wird das Ringsystem sichtbar
Abhängig von der Jahreszeit, oft in der fortgeschrittenen Nacht sichtbar
Mars (Der Rote Planet)
Schwankend, fällt vor allem durch seine markante rötlich-orange Färbung auf
Oberflächenstrukturen und die weißen Polarkappen verlangen nach einer hohen Vergrößerung und stabiler Luft
Meist in den späten Nachtstunden oder frühen Morgenstunden zu finden
Für absolute Einsteiger ohne optische Geräte sind Venus und Jupiter die dankbarsten Ziele, da sie kaum zu verfehlen sind. Wer ein einfaches Fernglas besitzt, wird beim Jupiter mit dem Anblick der Monde belohnt. Saturn bleibt wegen seiner Ringe der ästhetische Favorit, erfordert aber zwingend ein kleines Teleskop.Tobias' steiniger Weg zum ersten Blick auf den Saturn
Tobias, ein 32-jähriger Softwareentwickler aus München, wollte unbedingt die Ringe des Saturn mit eigenen Augen sehen. Motiviert von spektakulären Bildern im Internet kaufte er sich ein günstiges Einsteigerteleskop und stellte es auf seinem Balkon mitten in der City auf.
Sein erster Versuch endete im totalen Desaster. Er richtete das Teleskop wild in den Himmel, fand den Saturn überhaupt nicht und blickte stattdessen minutenlang auf eine hell erleuchtete Straßenlaterne, was ihm schmerzende Augen einbrachte.
Nach dieser frustrierenden Erfahrung las er sich in die Grundlagen ein und installierte eine kostenlose Sternenkarte. Er packte sein Equipment zusammen und fuhr weit raus ins dunkle Havelland, um der extremen städtischen Lichtverschmutzung zu entkommen.
Dort blockierte er störendes Streulicht ab, ließ seine Augen im Dunkeln ruhen und fokussierte den ruhig leuchtenden, gelblichen Punkt. Bei einer 45-fachen Vergrößerung sah er den Saturn schließlich gestochen scharf mitsamt seiner Ringstruktur - ein unvergesslicher Moment nach drei Wochen voller Fehlschläge.
Schnelle Zusammenfassung
Welche Planeten sieht man heute?
Das hängt stark vom aktuellen Datum ab. Grundsätzlich lassen sich Venus am frühen Abend im Westen und Jupiter im späteren Verlauf der Nacht am einfachsten finden, da sie die hellsten Objekte sind.
Wie unterscheide ich einen Planeten von einem Stern?
Planeten strahlen mit einem ruhigen, konstanten Licht, während Sterne aufgrund von atmosphärischen Störungen merklich funkeln. Zudem bewegen sich Planeten im Laufe von Wochen sichtbar durch die Sternbilder.
Brauche ich ein teures Teleskop, um Planeten zu beobachten?
Nein, überhaupt nicht. Venus und Jupiter sind problemlos mit bloßem Auge sichtbar. Ein einfaches, handelsübliches Fernglas reicht bereits aus, um die vier größten Monde des Jupiters als winzige Punkte zu erkennen.
Nächste Schritte
Auf das Funkeln achtenSterne flackern und funkeln unruhig am Nachthimmel, Planeten hingegen leuchten absolut ruhig und konstant.
Venus und Jupiter als Einstieg nutzenDiese beiden Himmelskörper sind aufgrund ihrer enormen Helligkeit auch bei mäßiger Lichtverschmutzung in Städten unübersehbar.
Augen an die Dunkelheit anpassenVermeiden Sie während der Beobachtung den Blick auf das Smartphone. Die Augen benötigen rund 15 Minuten, um die volle Nachtsichtfähigkeit zu erreichen.
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