Was ist der Weltrekord im Tauchen ohne Sauerstoff?

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Der aktuelle Weltrekord im Freitauchen (Apnoe) in der Disziplin Constant Weight with Bifins liegt bei 130 Metern Tiefe und wurde von Arnaud Jerald am 15. Oktober 2023 aufgestellt. Der Rekord für No Limit Apnoe liegt bei 214 Metern, erreicht von Herbert Nitsch im Jahr 2007. Es ist wichtig zu beachten, dass die Regeln und Sicherheitsvorkehrungen für diese beiden Disziplinen unterschiedlich sind.
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Die Tiefen der Stille: Weltrekorde im Freitauchen – Ein Blick in die Extreme

Das Freitauchen, oder Apnoe, ist eine faszinierende Disziplin, die menschliche Grenzen austestet. Es geht darum, mit nur einem Atemzug so tief wie möglich, so lange wie möglich oder so weit wie möglich unter Wasser zu bleiben. Dabei sind die Weltrekorde schlichtweg atemberaubend und zeugen von unglaublicher körperlicher und mentaler Stärke.

Die Disziplinen im Freitauchen sind vielfältig, und jede stellt eigene Anforderungen an den Athleten. Zwei der spektakulärsten und bekanntesten sind das Constant Weight with Bifins und das No Limit Apnoe.

Constant Weight with Bifins: Die Eleganz der Reduktion

Bei Constant Weight with Bifins geht es darum, mit Hilfe von Flossen (Bifins) und ohne Ballast (außer der, die der Taucher trägt) so tief wie möglich zu tauchen und wieder aufzutauchen. Der Taucher darf weder zusätzliches Gewicht abwerfen, noch sich an Seilen hochziehen oder mit Hilfsmitteln aufsteigen. Die Kunst liegt in der effizienten Nutzung der Flossen, der optimalen Körperposition und der Fähigkeit, den Sauerstoffverbrauch zu minimieren.

Der aktuelle Weltrekord in dieser Disziplin liegt bei unglaublichen 130 Metern. Aufgestellt wurde er von dem französischen Ausnahmetalent Arnaud Jerald am 15. Oktober 2023. Diese Tiefe ist nicht nur ein Beweis für Jeralds außergewöhnliche physische Fähigkeiten, sondern auch für seine mentale Stärke und sein Vertrauen in seinen Körper. Es ist eine Tiefe, die für die meisten Menschen unvorstellbar ist, und die in den Bereich der extremen Belastung und des Risikos vorstößt.

No Limit Apnoe: Der Rausch der Tiefe

Die Disziplin No Limit ist die extremste Form des Freitauchens. Hierbei wird ein Schlitten oder eine Gewichtsplattform verwendet, um den Taucher in die Tiefe zu ziehen. Für den Aufstieg wird in der Regel ein Hebeballon benutzt. Die Regeln sind relativ locker, daher der Name No Limit. Dies erlaubt es den Tauchern, Rekorde in Tiefen zu brechen, die in anderen Disziplinen unerreichbar wären.

Der Weltrekord im No Limit Apnoe liegt bei beeindruckenden 214 Metern, erreicht von dem österreichischen Taucher Herbert Nitsch im Jahr 2007. Dieser Rekord ist allerdings mit Kontroversen behaftet, da Nitsch bei diesem Tauchgang schwer verunglückte und seitdem gesundheitlich stark beeinträchtigt ist. Er erlitt ein Dekompressionssyndrom und einen Schlaganfall, was die extremen Risiken dieser Disziplin deutlich macht.

Sicherheit und Risiken: Ein schmaler Grat

Es ist von größter Bedeutung, die fundamentalen Unterschiede zwischen den Disziplinen und die damit verbundenen Risiken zu verstehen. No Limit Apnoe ist unbestreitbar gefährlicher als Constant Weight with Bifins. Die Geschwindigkeit des Abstiegs und Aufstiegs, die extremen Druckverhältnisse und die Abhängigkeit von technischer Ausrüstung machen diese Disziplin zu einem Hochrisiko-Unterfangen.

Im Gegensatz dazu konzentriert sich Constant Weight with Bifins stärker auf die reine menschliche Leistungsfähigkeit und kontrollierte Bewegungen. Dennoch bleibt auch hier ein erhebliches Risiko, einschließlich Blackouts, Lungenödeme und Dekompressionskrankheit.

Unabhängig von der Disziplin ist eine gründliche Vorbereitung, ein kompetentes Sicherungsteam und die strikte Einhaltung von Sicherheitsvorkehrungen unerlässlich, um die Risiken zu minimieren. Das Freitauchen ist eine faszinierende Sportart, die jedoch mit dem nötigen Respekt und der gebotenen Vorsicht betrieben werden muss. Es ist ein Tanz an der Grenze des Möglichen, bei dem die Balance zwischen Mut und Vernunft entscheidend ist.