Warum ist ein Riss im Mond?
Warum ist ein Riss im Mond? Abkühlung und Schrumpfung erklärt
Die Frage warum ist ein riss im mond beschäftigt viele Beobachter beim Blick in den nächtlichen Himmel. Wer die geologischen Prozesse hinter den sichtbaren Strukturen auf der Oberfläche versteht, gewinnt spannende Einblicke in die Dynamik unseres Nachbarn. Lesen Sie weiter, um die genauen Ursachen für dieses beeindruckende Phänomen zu entdecken.
Warum ist ein Riss im Mond und wie entsteht er?
Diese Frage hat oft mehr als nur eine simple Erklaerung, da Beobachtungen von Oberflaechenstrukturen stark vom jeweiligen Kontext abhaengen. Ein Riss im Mond entsteht hauptsaechlich durch die kontinuierliche Abkuehlung seines Inneren, was zu einem leichten Volumenverlust und einer Schrumpfung fuehrt. Dadurch bricht die sproede Mondkruste auf und formt markante Verwerfungen.
Der Mond hat sich in den letzten paar hundert Millionen Jahren um etwa 50 Meter im Durchmesser verkleinert. Klingt erstmal nach fast nichts. Doch fuer massives Gestein reicht das voellig aus, um gewaltige Spannungen aufzubauen.
Als ich das erste Mal versuchte, diese Strukturen durch mein eigenes Teleskop zu entdecken, suchte ich stundenlang nach einer gigantischen Schlucht, die den halben Himmelskoerper teilt - bis mir bei eiskalten Fingern klar wurde, dass ich nach den falschen Dimensionen Ausschau hielt. Es gibt aber ein unerwartetes Risiko bei diesem Prozess, das fast jeder uebersieht - ich erklaere weiter unten im Abschnitt zu den Mondbeben genau, warum das fuer Raumfahrtmissionen am Suedpol noch zum echten Problem werden koennte.
Wie Lobate Scarps (Gelappte Steilstufen) die Mondkruste falten
Wenn der mond schrumpft risse bildet, entstehen sogenannte Lobate Scarps (gelappte Steilstufen, also bogenfoermige Klippen durch Krustenschub). Man stellt sich das am besten wie eine Weintraube vor, die langsam zur Rosine trocknet. Nur eben aus hartem Stein. Da die Mondkruste nicht aus beweglichen Einzelplatten besteht, schiebt sich das Gestein beim Zusammenziehen einfach uebereinander und wirft stufenfoermige Falten auf, die meist einige Dutzend Meter hoch und mehrere Kilometer lang sind.
Echte Mondoberflaeche Verwerfungen oder der Mythos der Mondspaltung?
Wenn Nutzer fragen, gibt es risse im mond, verwechseln viele echte geologische Formationen mit historischen Erzaehlungen ueber eine vollstaendige Teilung des Himmelskoerpers. Geologische Aufnahmen belegen eindeutig, dass die heute sichtbaren Furchen rein lokale Oberflaechenbrueche oder ehemalige Lavafluesse sind. Ein globaler Riss, der den gesamten Mond jemals komplett in zwei Haelften gespalten hat, existiert nicht.
Seien wir ehrlich: Im Internet kursieren staendig spektukulaere Bilder von tiefen Grabenbruechen, die angeblich beweisen sollen, dass der Mond einst zerbrochen war und wieder zusammengefuegt wurde. Das bekannteste Foto zeigt meistens die Rima Ariadaeus oder die Rima Hadley. Solche mondgräben entstehung haben jedoch rein vulkanische oder lokal-tektonische Ursachen und erstrecken sich nur ueber wenige hundert Kilometer, nicht einmal ansatzweise um die gesamte Kugel. Wer behauptet, man koenne diese feinen Risse mit blossem Auge von der Erde aus sehen, liegt schlichtweg falsch. Ohne ein ordentliches Teleskop und perfektes Wetter erkennt man von hier unten naemlich rein gar nichts davon.
Warum hat der Mond Falten trotz fehlender Plattentektonik?
Viele fragen sich, warum hat der mond falten, obwohl ihm die typische irdische Plattentektonik voellig fehlt. Waehrend die Erdkruste in viele wandernde Kontinentalplatten unterteilt ist, besitzt unser Trabant eine einzige, durchgehende Gesteinsschale (eine sogenannte Ein-Platten-Kruste). Tektonische Aktivitaet entsteht dort ausschliesslich durch den inneren Waermeverlust und die zusaetzlichen Gezeitenkraefte der Erde.
Die meisten Ratgeber und Schulbuecher behaupten bis heute, der Mond sei eine geologisch voellig tote Welt. Nach jahrelanger Beschaeftigung mit den hochaufloesenden Bildern vom Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO - einer Mondsonde zur Oberflaechenkartierung) sehe ich das komplett anders. Die Sonde hat tausende dieser jungen mondoberfläche verwerfungen aufgespuert. Selten hat eine einzige Kameramission unser Bild eines vermeintlich leblosen Himmelskoerpers so radikal auf den Kopf gestellt. Dieser Prozess laeuft uebrigens schon seit der Entstehung vor etwa 4,5 Milliarden Jahren ab und ist noch lange nicht vorbei.
Aber jetzt wird es erst richtig spannend.
Ursache fuer Mondbeben und Risse: Eine Gefahr fuer den Suedpol?
Die direkte ursache mondbeben risse liegt im ploeztlichen Nachgeben der unter Spannung stehenden Kruste entlang bestehender Verwerfungen. Diese flachen Erschuetterungen koennen durchaus beachtliche Staerken erreichen und stellen besonders rund um den anvisierten Suedpol ein reales Risiko fuer zukuenftige Astronautenmissionen und geplante Mondbasen dar.
Hier ist das kritische Risiko, das ich am Anfang erwaehnt habe: Die flachen Beben erreichen auf der Richterskala Werte von bis zu 5,5. Auf der Erde waere das ein mittelschweres Beben, bei dem vielleicht mal ein Regal wackelt oder Putz von der Wand broeckelt.
Auf dem Mond sieht die Sache - und genau das unterschaetzen fast alle Laien - voellig anders aus. Da im trockenen Mondgestein das dämpfende Wasser fehlt, schwingt der Boden wie eine angeschlagene Stimmgabel und vibriert oft laenger als 10 Minuten am Stueck.
Die Seismometer der historischen Apollo-Missionen haben tausende solcher Erschuetterungen registriert, was fuer dauerhafte Bauwerke am Suedpol bedeutet, dass lockere Gesteinsschichten an Kraterhaengen durch das endlose Nachzittern wie Lawinen abrutschen koennen, waehrend Astronauten dort unten eigentlich sicher arbeiten sollen. Ein absoluter Albtraum.
In Wirklichkeit muessen wir uns den Mond also nicht als ruhigen Felsen vorstellen, sondern als eine Welt, die unter ihrer ruhigen Staubschicht noch immer gewaltig arbeitet. Wer beim naechsten Vollmond nach oben blickt, weiss jetzt: Die glatte Kugel hat ihre besten, faltenfreien Zeiten laengst hinter sich, aber auseinanderbrechen wird sie uns trotzdem nicht.
Erdbeben vs. Mondbeben im direkten Vergleich
Um die besonderen physikalischen Kraefte hinter den Rissen auf dem Mond zu verstehen, hilft ein direkter Blick auf die Unterschiede zwischen irdischen und lunaren Erschuetterungen.Erdbeben
Wasser und elastisches Gestein daempfen die Schwingungen relativ schnell ab
Verschiebung und Kollision grosser tektonischer Kontinentalplatten
Meistens nur wenige Sekunden bis maximal ein paar Minuten
Sehr hoch, schwere Beben erreichen regelmaessig Werte ueber 7,0
Mondbeben
Trockenes, kaltes und zerklueftetes Gestein laesst Wellen extrem lange nachhallen
Innere Abkuehlung, Volumenverlust der Kruste und Gezeitenkraefte der Erde
Extrem lang, Erschuetterungen halten oft deutlich ueber 10 Minuten an
Moderat, die staerksten flachen Beben liegen bei etwa 5,0 bis 5,5
Waehrend Erdbeben durch ihre rohe Gewalt in kuerzester Zeit zerstoererisch wirken, liegt die Gefahr von Mondbeben in ihrer extremen Ausdauer. Selbst ein moderates Beben kann auf dem Mond durch das minutenlange Schueteln und die geringe Schwerkraft gefaehrliche Erdrutsche ausloesen.Lukas aus Muenchen: Die jagd nach der Hadley-Rille im Hinterhof
Lukas, ein 34-jaehriger Grafikdesigner aus Muenchen, kaufte sich ein solides Einsteiger-Teleskop, um die beruehmte Rima Hadley - eine markante Mondrille nahe der Apollo-15-Landestelle - selbst zu fotografieren. Er dachte, bei strahlendem Vollmond haette er das beste Licht dafuer.
Bei minus zwei Grad stand er zwei Stunden auf dem Balkon, seine Augen brannten vom grellen Licht im Okular und die Finger waren trotz Handschuhen voellig steif. Er sah nur eine flache, ueberstrahlte weisse Scheibe ohne jede Spur von Rissen oder Kraterkanten.
Frustriert wollte er das Geraet schon wieder verkaufen, bis er in einem Astronomie-Forum las, dass Vollmond der schlechteste Zeitpunkt ist, weil das steile Sonnenlicht alle Schatten verschluckt. Man muss exakt am Terminator suchen - also direkt an der Hell-Dunkel-Grenze bei Halbmond.
Zwei Wochen spaeter wagte Lukas bei zunehmendem Mond einen neuen Versuch. Durch den flachen Lichteinfall warfen die rund 300 Meter tiefen Waende der Rille ploetzlich messerscharfe schwarze Schatten, und ihm gelang nach nur 20 Minuten seine erste gestochen scharfe Aufnahme der Struktur.
Nächste verwandte Infos
Kann man diese Mondrisse mit blossem Auge von der Erde aus sehen?
Nein, mit blossem Auge sind weder die feinen Steilstufen noch die groesseren Rillen erkennbar, da sie viel zu schmal sind. Was wir ohne Hilfsmittel als dunkle Flecken sehen, sind lediglich riesige erstarrte Lavaebenen (die sogenannten Maria). Um erste echte Grabenbrueche zu erspaehen, brauchst du mindestens ein gutes Teleskop mit rund 10 bis 15 Zentimetern Oeffnung.
Stellen das Schrumpfen und die Risse eine Gefahr fuer zukuenftige Astronautenmissionen dar?
Fuer die Erde hat das Schrumpfen keinerlei Auswirkungen, fuer Astronauten vor Ort allerdings schon. Da entlang der jungen Verwerfungen immer wieder flache Mondbeben auftreten, koennen diese Erschuetterungen Gerölllawinen an steilen Kraterwaenden ausloesen. Raumfahrtbehörden muessen diese Verwerfungslinien bei der Wahl von Landeplaetzen am Suedpol deshalb weiträumig meiden.
Wie funktioniert tektonische Aktivitaet auf Himmelskoerpern ohne Plattentektonik?
Auch ohne wandernde Kontinentalplatten kann eine feste Gesteinskruste in Bewegung geraten, wenn sich das Volumen im Inneren veraendert. Kuehlt der glühende Kern eines Himmelskoerpers ueber Milliarden Jahre ab, zieht sich das Material zusammen. Die starre äussere Schale wird dadurch zu weit fuer das schrumpfende Innere, steht unter enormem Druck und bricht schliesslich an Schwachstellen stufenfoermig auf.
Wird der Mond durch die Risse irgendwann komplett auseinanderbrechen?
Auf keinen Fall, diese Sorge ist voellig unbegruendet. Die Risse und Verwerfungen reichen nur wenige Kilometer tief in die obere Kruste hinein, waehrend der gesamte Mond einen Durchmesser von knapp 3.474 Kilometern besitzt. Der Prozess verlangsamt sich zudem immer weiter, je mehr Waerme das Innere im Laufe der Jahrmillionen verliert.
Wichtige Begriffe
Abkuehlung laesst den Mond schrumpfenDurch den stetigen Waermeverlust im Inneren hat sich der Durchmesser des Mondes in den letzten paar hundert Millionen Jahren um rund 50 Meter verringert, was die sproede Kruste unter Spannung setzt.
Lobate Scarps statt globaler SpaltungDie sichtbaren Risse sind lokale Aufschiebungen (Steilstufen) oder alte Lavakanaele und kein Beweis fuer historische Mythen ueber eine vollstaendige Teilung des Mondes.
Minutenlange Mondbeben als RisikoSpannungsentladungen an den Verwerfungen loesen flache Mondbeben bis zur Staerke 5,5 aus, die wegen des trockenen Gesteins ueber 10 Minuten lang nachhallen und zukuenftige Mondbasen gefaehrden koennen.
- Hat man Muttermale seit der Geburt?
- Kann man in Ägypten abends raus?
- Welche 8 Planeten umkreisen die Sonne?
- Wie lange tauchen mit 12 Liter Flasche?
- Wie schnell schwimmt der schnellste Hai?
- Wie lange dauert es bis Haare komplett grau sind?
- Können Tiere Schmerzen empfinden wie Menschen?
- Was ist der Unterschied zwischen Herzinfarkt und Angina pectoris?
- Wo schmilzt Eis am schnellsten?
- Was bringt Eis zum schmelzen?
Kommentar zum Antwort:
Vielen Dank für Ihr Feedback! Ihr Kommentar hilft uns, die Antworten in Zukunft zu verbessern.