Sind Eisschollen aus Salzwasser?

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Die physikalische Frage, sind eisschollen aus salzwasser, lässt sich verneinen. Bei der Entstehung von Meereis kristallisiert nur das reine Wasser zu Eis. Das verbleibende Salz sammelt sich in kleinen Hohlräumen und fließt mit der Zeit fast vollständig ab. Eisschollen bestehen daher im Gegensatz zu flüssigem Meerwasser aus nahezu salzfreiem Süßwasser und schmecken nicht salzig.
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Sind Eisschollen aus Salzwasser: Die klare Antwort

Wer im polaren Ozean unterwegs ist, fragt sich oft, sind eisschollen aus salzwasser oder süßwasser. Das Verständnis dieses natürlichen Phänomens schützt Reisende vor folgenschweren Irrtümern bei der Trinkwassergewinnung im ewigen Eis. Erfahren Sie hier die exakten physikalischen Hintergründe dieser faszinierenden Transformation, um den Gefahren von Wassermangel in eisigen Regionen erfolgreich vorzubeugen.

Sind Eisschollen aus Salzwasser?

Eisschollen entstehen zwar im und aus Salzwasser als sogenanntes Meereis, aber das Eis selbst enthält im ausgereiften Zustand kaum noch Salz. Diese faszinierende physikalische Eigenschaft wirft oft Fragen auf, da man intuitiv annehmen könnte, gefrorenes Meerwasser müsse salzig schmecken.

Der physikalische Prozess der Kristallisation

Wenn Meerwasser die Gefriertemperatur erreicht, beginnt ein streng selektiver Prozess. Bei der Kristallisation kristallisieren im Wesentlichen nur die reinen Wassermoleküle aus und bilden die feste Eisstruktur. Das im Wasser gelöste Salz ist an diesem Prozess nicht direkt beteiligt.

Warum das Salz im Eis keinen Platz hat

Das im Ozeanwasser enthaltene Salz passt schlichtweg nicht in die feste Kristallgitterstruktur des sich bildenden Eises. Es wird physikalisch nach außen ins umgebende Wasser gedrückt oder in kleinen, flüssigen Salzlaugentaschen, die als Sole bezeichnet werden, eingeschlossen.

Wie funktioniert die Entsalzung von Meereis?

Mit der Zeit fließt diese eingeschlossene Sole größtenteils aus dem Eis heraus und sinkt nach unten. Daher ist älteres Meereis beziehungsweise eine ausgewachsene Eisscholle im Vergleich zum Ozean stark entsalzt, auch wenn es nicht ganz so frei von Salz ist wie reines Süßwasser aus Gletschern.

Schnee und Schmelzwasser als zusätzliche Helfer

Zusätzlich zur internen Auswaschung tragen meteorologische Einflüsse wie Regen oder schmelzender Schnee im Sommer dazu bei, die oberen Eisschichten weiter von Resten zu befreien. Dieser natürliche Reinigungsprozess sorgt dafür, dass Polarforscher unter bestimmten Bedingungen geschmolzenes Meereis nach langer Reifung theoretisch nutzen können, auch wenn es geschmacklich meist leicht brackig bleibt.

Der Unterschied zwischen Meereis und Eisbergen

Um Missverständnisse zu vermeiden, muss man zwischen Eisschollen und Eisbergen unterscheiden. Eisberge bestehen entgegen der landläufigen Meinung aus reinem Süßwasser, da sie von Gletschern an Land abgebrochen sind und niemals aus gefrorenem Meerwasser stammen.

Vergleich: Eisschollen und Eisberge

Obwohl beide im Polarmeer schwimmen, unterscheiden sich Eisschollen und Eisberge grundlegend in ihrer Herkunft und ihrem Salzgehalt.

Eisschollen (Meereis)

- Flacher, flexibler und von Solekanälen durchzogen

- Entsteht direkt durch das Gefrieren von Ozeanwasser an der Meeresoberfläche

- Enthält nach Reifung und Auswaschung nur noch geringe Spuren von Salz

Eisberge

- Massiv, hoch aufragend und von kompaktem, festem Eis geprägt

- Abgebrochene Bruchstücke von Gletschern an Land

- Besteht aus reinem Süßwasser ohne nennenswerten Salzgehalt

Während Eisschollen das Produkt des direkten Meerwassergefrierens sind, repräsentieren Eisberge jahrelang komprimierten Niederschlag aus terrestrischen Regionen.

Beobachtung in der Arktis: Die Reise einer Eisscholle

Im Winter beobachten Meeresforscher vor der Küste Grönlands, wie sich auf der Meeresoberfläche eine dünne Eisschicht bildet, während die Wassertemperaturen drastisch sinken.

Anfangs ist das junge Eis noch stark salzhaltig, da die Sole kaum Zeit hatte zu entweichen, was zu Frustration bei Messungen führen kann, wenn Geräte vereisen.

Nach monatelanger Drift und Einwirkung von Wind sowie Sonneneinstrahlung läuft ein Großteil der Sole aus dem Eisgefüge ab.

Die verbleibende Eisscholle zeigt im Labor einen drastisch reduzierten Salzgehalt, was den theoretischen Modellen der Ozeanographie voll und ganz entspricht.

Abschließender Tipp

Kristallisation trennt Wasser und Salz

Beim Gefrieren von Meerwasser kristallisieren nur die reinen Wassermoleküle aus.

Salz wird verdrängt und ausgewaschen

Das Salz findet keinen Platz im Gitter und fließt mit der Zeit als Sole aus dem Eis.

Eisberge sind anders

Im Gegensatz zu Eisschollen bestehen Eisberge aus reinem Gletschersüßwasser.

Andere Perspektiven

Sind Eisschollen aus Salzwasser?

Ja, sie entstehen im Salzwasser, aber das Eis selbst enthält durch physikalische Verdrängung und Auswaschung kaum noch Salz [1].

Wenn Sie noch mehr über polare Phänomene erfahren möchten, lesen Sie unseren Artikel zur Frage: Warum sind Eisberge nicht salzig?

Kann man geschmolzenes Meereis trinken?

Älteres Meereis ist stark entsalzt, enthält aber meist immer noch Spuren von Salz und Chemikalien, weshalb es nicht ohne Weiteres als Trinkwasser geeignet ist.

Warum schmecken Eisberge nicht nach Salz?

Eisberge bestehen aus Süßwasser, weil sie von Gletschern an Land abgebrochen sind und nicht aus gefrorenem Meerwasser stammen.

Zitierte Quellen

  • [1] [link url=][/link] - Eisschollen entstehen zwar im und aus Salzwasser als sogenanntes Meereis, aber das Eis selbst enthält im ausgereiften Zustand kaum noch Salz.